Daten aus 80 Jahren Forschung

Harvard-Studie: Zum Glücklichsein brauchen Sie lediglich zwei Dinge

Simone Madre
Simone Madre

SEO-Redakteurin

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10.1.2023, 10:27 Uhr
Wie viel Glück man verspürt, kann man laut Forschern selbst beeinflussen.

© IMAGO/Maria Diachenko Wie viel Glück man verspürt, kann man laut Forschern selbst beeinflussen.

Vor über achtzig Jahren begannen Forscher, die Gesundheit und Entwicklung von 268 Zehntklässlern im Harvard College zu untersuchen. Die Studie begleitete sie ihr Leben lang und wurde später noch auf 456 weitere Männer, ihre Ehepartner und Nachkommen ausgedehnt. Herausfinden wollten die Forscher unter anderem, was langfristig gesund und glücklich macht. Dazu stellen sie alle zwei Jahre Fragen über ihre Lebenssituation und ihre Gefühle und Emotionen.

Das Ergebnis: Zwar wird das Ausmaß unserer Glücksgefühle etwa zur Hälfte durch unsere Gene bestimmt. Rund 40 Prozent kommt aber auch durch die Entscheidungen zustande, die wir selbst treffen. Somit können wir selbst beeinflussen, wie oft und wie intensiv wir Glücksgefühle spüren.

Faktor 1: Stabile, erfüllende Beziehungen

Zwei Faktoren kristallisierten sich bisher heraus, die für das Glücklichsein wichtig sind und auf die jeder selbst einwirken kann. Der erste sind gute Beziehungen - ob in der Familie oder zu Freunden. "Beziehungen zu anderen Menschen bewirken eine mentale und emotionale Stimulation, die automatisch die Stimmung steigert, während Isolation die Stimmung nach unten zieht", sagt Robert Waldinger, Psychiater und Leiter der Studie. "Es ist wichtig, sich um seine körperliche Gesundheit zu kümmern, aber Beziehungen zu pflegen, ist auch eine Form der Selbstfürsorge." Enge Beziehungen halfen den Studienteilnehmern mehr beim Glücklichsein als Geld oder Berühmtheit. Und sie trugen dazu bei, dass sie im Alter gesünder waren beziehungsweise es noch sind.

Ein Teil der Studie befasste sich speziell mit der Beziehung zwischen alten Ehepaaren. Dabei kam heraus, dass glückliche Pärchen in ihren Achtzigern weniger darunter leiden, wenn sie körperliche Beschwerden hatten. Wer unglücklich verheiratet war, fühlte mehr körperliche Schmerzen. Aber auch andere Beziehungen tragen zum Glücklichsein bei. Deshalb empfehlen die Forscher, sich Zeit zu nehmen für die Menschen, die uns wichtig sind. Oder neue Kontakte zu knüpfen, um gute Freundschaften entstehen zu lassen.

Faktor 2: Gelassenheit

Der zweite Faktor, den die Forscher fanden, war eine gelassene Lebenseinstellung. Je älter die Studienteilnehmer wurden, desto weniger sorgten sie sich um Kleinigkeiten oder regten sich über sie auf. Und desto besser wurden sie darin, vergangene Fehler loszulassen. "Sie erkennen dann eher, wie kurz das Leben ist, und achten verstärkt darauf, was sie jetzt glücklich macht", so Waldinger. Das können bestimmte Aktivitäten sein, die man früher gerne gemacht hat, aber aus irgendeinem Grund aufgegeben hat. Versuchen Sie also, sich an diese Dinge zu erinnern und sie wieder aufleben zu lassen - und Sie erleben hoffentlich bald einen Glücks-Boost im Alltag.

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