Gesundheit

Stewardessenkrankheit: Symptome, Ursachen und Behandlung

Simone Madre
Simone Madre

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4.5.2022, 08:40 Uhr
Die Stewardessenkrankheit hat ihren Namen dem typischen Patientenkreis, der zwischen 20 und 40 Jahre alt ist. Zugleich ist ein gepflegtes Auftreten typisch für die Erkrankung – wie bei Stewardessen eben (Symbolbild).

© LN_Photoart, Pixabay, LizenzCC Die Stewardessenkrankheit hat ihren Namen dem typischen Patientenkreis, der zwischen 20 und 40 Jahre alt ist. Zugleich ist ein gepflegtes Auftreten typisch für die Erkrankung – wie bei Stewardessen eben (Symbolbild).

Die periorale Dermatitis ist im Volksmund auch als "Stewardessenkrankheit" bekannt. Erfahren Sie hier alles rund um die Hautkrankheit, deren Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten.

Definition: Was ist die Stewardessenkrankheit?

Die meisten Menschen haben den Begriff bestimmt schon einmal aufgeschnappt, können aber nichts Genaueres sagen. Also was ist die sogenannte Stewardessenkrankheit? Die chronisch-entzündliche Hautkrankheit im Gesichtsbereich ist zunächst einmal weder gefährlich noch ansteckend. Dennoch stellt sie für Betroffene oft eine große Belastung dar.

Bei der Stewardessenkrankheit, medizinisch: periorale Dermatitis, ist die Haut rund um den Mundraum gerötet und trocken. Betroffene decken die Stellen mit Make-up ab oder nutzen Hautpflegeprodukte. Die Mundrose ist eine ungefährliche Hautkrankheit und führt charakteristisch zur Bildung von Bläschen, sogenannte "Papeln" um den Mundraum. Die Stewardessenkrankheit am Auge kommt deutlich seltener vor. Meist tritt die Stewardessenkrankheit im Bereich rund um die Nase und den Mund auf.

Die Knötchen oder Bläschen erkennt man daran, dass sie zahlreich, dicht stehend, entzündlich und gerötet sind. Meist bleibt ein kleiner Rand rund um den Lippenbereich frei. Die kleinen Knötchen können in einigen Fällen zu größeren Arealen zusammenwachsen und sogenannte "Plaques" bilden.

Die Stewardessenkrankheit hat ihren Namen dem typischen Patientenkreis. Betroffene sind häufig zwischen 20 und 40 Jahre alt. Zugleich ist ein gepflegtes Auftreten typisch für die Erkrankung – wie bei Stewardessen eben.

Symptome der Stewardessenkrankheit

Im Folgenden werden bekannte Symptome der perioralen Dermatitis aufgelistet:

- Roter, juckender Hautausschlag um den Mund
- Trockene und unebene Haut
- Pusteln in der Mundregion
- Papeln (rote Knötchen) im Gesichtsbereich
- Seltener auch andere Gesichtsbereiche wie Augenpartie oder Stirn betroffen
- In schweren Fällen Ausschlag im ganzen Gesicht und seitlich am Hals
- Teilweise Spannungsgefühle auf der Haut

Die periorale Dermatitis verläuft meist chronisch, entweder in Schüben oder kontinuierlich. Bei Kindern bildet sich der Ausschlag oft zusätzlich oder ausschließlich rund um die Nase oder den Augen.

Was ist die Ursache der Stewardessenkrankheit?

Die konkrete Ursache für die Stewardessenkrankheit wurde bisher noch nicht festgestellt. Mediziner sind sich jedoch einig, dass die Haut nicht in der Lage ist, die notwendigen Fette herzustellen, wenn sie zu viel gepflegt wird. Dadurch wird die Haut der Menschen schuppig und trocken. Die Betroffenen reagieren meist mit noch intensiverer Pflege, sodass sich der Ausschlag noch weiter verstärkt.

Häufig gibt es eine genetische Veranlagung und die Mundrose bricht erst aus, wenn ein externer Auslöser hinzu kommt. Zu den Auslösern gehören Pilzbefall, Stress, Bakterien, fluoridhaltige Zahnpasta oder die Langzeitanwendung von Cortison-Präparaten. Die Symptome treten vermehrt bei Frauen jungen bis mittleren Alters auf.

Zeitgleich ist das vegetative Nervensystem der Betroffenen oft leicht reizbar, dadurch treten Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Verstopfungen häufiger auf. Bei einigen Frauen entsteht die Stewardessenkrankheit nach dem Absetzen der Antibabypille.

Da sich die Betroffenen häufig unwohl mit dem Hautausschlag fühlen, greifen sie vermehrt auf Kosmetika, Cremes oder kortisonhaltigen Salben zurück. Durch die Salben verbessert sich die Situation zunächst, danach intensiviert sich der Ausschlag sogar weiter.

Auslöser der Stewardessenkrankheit am Mund können auch Waschlotionen, Cremes oder Make-up sein. Diese sind oft reich an Fetten, sodass die oberste Hautschicht aufquillt und leichter beschädigt werden kann. Folglich verliert die Haut mehr Wasser und fühlt sich dann trocken an. Vor allem Menschen mit allergischen Erkrankungen wie Neurodermitis oder Heuschnupfen, die ihre Haut häufig und fettreich pflegen, sind vermehrt von der Stewardessenkrankheit betroffen.

Behandlungsmöglichkeiten

Bei der Stewardessenkrankheit gibt es mehrere Behandlungsmöglichkeiten, die im Folgenden vorgestellt werden sollen.

Ursachen finden: Make-Up und Cremes vermeiden

Zur Behandlung der Mundrose sollte man Ursachenforschung betreiben und diese im Anschluss vermeiden. Dies bedeutet, dass man bestenfalls auf Pflegeprodukte, Feuchtigkeitscreme und Make-up verzichtet. Auch Parfum oder parfümierte Waschmittel sollten ebenfalls vorerst aus dem Leben verbannt werden.

Weitere Einflussfaktoren ausschalten

Weitere Faktoren, die möglicher Auslöser sind oder die Krankheit verstärken, sollte man ebenfalls berücksichtigen und im Alltag meiden:

- fluoridierte Zahnpasta
- Nahrungsmittel, die Magen und Darm stark belasten
- Stress
- UV-Strahlung (keine langen Sonnenbäder)

Wasser als Heilmittel

"Wasser ist die beste Therapie bei der Stewardessenkrankheit. Die befallenen Hautpartien sollten fortan nur noch mit Wasser gereinigt werden. Dabei werden zunächst Beschwerden auftreten, sodass die Haut brennt, spannt und noch stärker gerötet wird. Teilweise nässt die Entzündung nach der Wasserbehandlung. Wenn es Betroffene schaffen, auf Kosmetika und Pflegeprodukte für sechs bis zwölf Wochen zu verzichten, verschwindet die Entzündung in der Haut. Im Zweifelsfall sollte immer ein Arzt konsultiert werden. Sichtbare Veränderungen nach dem ausschließlichen Waschen mit Wasser sollten schon nach wenigen Wochen auftreten.

Umschläge mit Tee

Empfehlenswert sind ebenfalls Umschläge mit schwarzem Tee, die auf die betroffenen Stellen gelegt werden. Dann wirken die sogenannten Gerbstoffe auf die menschliche Haut ein. Der Tee sollte mehr als zehn Minuten ziehen und dann ausreichend abkühlen. Wärme ist wenig empfehlenswert, da diese die Entzündung weiter fördert.

Lebensstil anpassen

Der Verzicht auf Alkohol und Nikotin sowie eine gesunde, nährstoffreiche Ernährung sind empfehlenswert.

Medikamente einnehmen

Ärztlich verordnete Medikamente wie Erythromycin-Gel, metronidazolhaltige Creme oder Azelainsäure-Gel können die Symptome der Hauterkrankung mildern. Bei stark ausgeprägten, entzündlichen Formen der Mundrose ist eine Einnahme von Antibiotika erforderlich. Kortisonhaltige Medikamente sollten vermieden werden, da sie nach dem Absetzen zu einer Verschlimmerung der Entzündung führen.

Stewardessenkrankheit: Welcher Arzt kann helfen?

Ein Gang zum Hautarzt kann bei Verdacht auf die Stewardessenkrankheit mehr Klarheit verschaffen. Dieser kann die Symptome und Beschwerden einschätzen und feststellen, ob wirklich eine Mundrose vorliegt.

Der erste Schritt zur Diagnose ist eine ausführliche Anamnese, also eine Erhebung der Krankengeschichte im Erstgespräch. Der Arzt stellt dabei regelmäßig die folgenden Fragen:

- Seit wann tritt der Ausschlag im Gesicht auf?
- In welcher Gesichtsregion kommt es zu Hautirritationen?
- Welche Pflegeprodukte / Make-ups werden verwendet?
- Werden bereits medizinische Salben oder Gesichtscremes genutzt

Anschließend untersucht der Arzt den Ausschlag im Gesicht. In einigen Fällen kann auch eine Biopsie, also die Entnahme und Analyse von Gewebeproben des entzündeten Bereichs sinnvoll sein. Im Labor wird anschließend die mikroskopische Probe untersucht. Bei einer perioralen Dermatitis sieht man unter dem Mikroskop ein schwammartiges Gewebe.

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