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Himbeeren pflanzen: So klappt es mit der Ernte

Elias Thiel

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25.4.2024, 08:09 Uhr
Hier erfahren Sie, wann und wie Sie Himbeeren pflanzen können. 

© IMAGO / Cavan Images Hier erfahren Sie, wann und wie Sie Himbeeren pflanzen können. 

In diesem Artikel:

Der schnell wachsende Strauch der Himbeere ist perfekt für den eigenen Garten und trägt in nur kurzer Zeit reichlich Früchte.

Das Anpflanzen gestaltet sich unkompliziert und schon bald kann man sich über eine reiche Ernte freuen. Wer selbst Himbeeren im Garten pflanzen möchte, sollte dabei allerdings einige Dinge beachten.

Himbeeren sollten am besten im Herbst nach dem Laubabwurf, etwa ab Oktober, pflanzen. Somit haben die Wurzeln während des Winters Zeit, sich zu etablieren.

Alternativ ist das Pflanzen der Himbeere auch im Frühjahr (März oder April) möglich. Die Erntezeit variiert allerdings je nach Sorte: Sommerhimbeeren benötigen mehr Zeit als Herbsthimbeeren, die manchmal bereits im selben Jahr Früchte tragen können. Während Sommerhimbeeren ihren vollen Ertrag von Mitte Juni bis Ende Juli in etwa drei Wochen erreichen, tragen Herbsthimbeeren primär von Ende August bis in den November.

Tipp: Man kann auch einfach unterschiedliche Sorten von Sommer- und Herbst-Himbeeren im Garten pflanzen, um eine kontinuierliche Ernte über den ganzen Sommer zu ermöglichen.

Sommerhimbeeren und Herbsthimbeeren - was ist der Unterschied?

Herbsthimbeeren tragen Früchte am Trieb, der im gleichen Jahr gewachsen ist, während Sommerhimbeeren ihre Früchte am zweijährigen Trieb tragen.

Herbsthimbeeren tragen ihre Früchte, wie es der Name anzeigt, im Herbst desselben Jahres, während Sommerhimbeeren ihre Früchte etwa im Juli tragen.

Außerdem haben Herbsthimbeeren in der Regel einen aufrechten Wuchs.

Nun stellt sich die Frage, wo und wie man Himbeeren pflanzen sollte. Abhängig von der Sorte können die mehrjährigen Himbeersträucher bis zu zweieinhalb Meter hoch werden. Deswegen sollte man sich den Standort und den Abstand zu anderen Pflanzen gut überlegen, bevor man Himbeeren pflanzt.

Himbeeren Standort

Der ideale Standort für Himbeeren ist ein sonniger und geschützter Ort, der gleichzeitig gut belüftet ist.

Himbeeren sind Starkzehrer und benötigen deshalb einen hohen Nährstoffgehalt im Boden. Die ideale Bodenbeschaffenheit für Himbeeren ist also nährstoffreich, durchlässig und humos, vorzugsweise auf sandigen Lehmböden mit guter Drainage.

Es ist wichtig, einen Standort zu wählen, an dem in den letzten fünf Jahren keine anderen Himbeeren oder Brombeeren gewachsen sind.

Der pH-Wert sollte zwischen 5,5 und 6 liegen, wobei die Erde durchaus leicht sauer sein kann. Prüfen kann man das mit einem Boden-Testset.

Gleichzeitig sollte der Boden gut wasserdurchlässig sein, um Staunässe und somit Wurzelfäule zu vermeiden. Steingrund, starke Verdichtung sowie lehmige und kalkhaltige Böden sollten vermieden werden, um optimale Entwicklungsbedingungen für die Himbeerpflanze zu gewährleisten.

Himbeeren pflanzen: Der richtige Abstand

Die Himbeersträucher sollten einen Abstand von 40 bis 60 Zentimetern haben und am besten in Reihen gepflanzt werden, da diese später ausufernde Wurzeln bilden.

Um konkurrenzbedingte Verluste zu verhindern, dürfen die Himbeeren nicht zu dicht nebeneinander gesetzt werden. Auch die Reihenabstände sollten nicht zu eng sein. Ein Abstand zwischen 1,5 und 3 Metern stellt sicher, dass die Pflanzen genügend Licht und Luft bekommen. Bei den rankenden Sorten sollte man lieber einen Abstand von zwei bis vier Metern zur nächsten Pflanze lassen.

Gleichzeitig beugt man so der Ausbreitung von Pilzkrankheiten vor, da das Laub schnell trocknen kann. Die Verbreitung von Schädlingen wird durch diese Methode ebenfalls verlangsamt. Zuletzt erleichtert ein angemessener Pflanzabstand die Pflege. Nun gelingt das Düngen, Schneiden und Ernten einfacher, da die Reihen nicht übermäßig dicht bewachsen sind.

Die Himbeeren sollten aber auch nicht zu tief gesetzt werden, da sie Flachwurzler sind. Nach dem Einpflanzen sollten die Ruten auf etwa 30 Zentimeter gekürzt werden, um die Entwicklung neuer Triebe zu fördern.

Um Himbeeren einzupflanzen, braucht man:

Himbeeren sind als Topfpflanzen sowie als wurzelnackte Exemplare erhältlich. Bei Letztgenanntem sollte man beschädigte Wurzeln sauber abschneiden. Vor dem Einpflanzen von Himbeeren in Töpfen ist es ratsam, den Wurzelballen mit den Händen aufzulockern. Somit kann man die Bildung neuer Wurzeln fördern.

Falls der Wurzelballen trocken erscheint, sollte man diesen in Wasser tauchen, bis er sich ausreichend vollgesogen hat.

Zudem muss man ein Pflanzloch vorbereiten:

  1. Nachdem man die passende Stelle ausgesucht hat, sollte man in einem Umkreis von einem Meter Unkraut entfernen.
  2. An der Stelle gräbt man den Boden tiefgründig aus und lockert den Boden gut auf. Zudem sollte man die Erde pro Laufmeter mit rund 10 bis 20 Litern Kompost anreichern oder mit einem geeigneten Himbeer-Dünger düngen.
  3. Danach werden die Himbeeren in den Boden gesetzt. Wer nur ein Pflanzloch aushebt, sollte sich an der Größe des Wurzelballens des Himbeerstrauchs orientieren und mindestens die doppelte Tiefe und Breite der Wurzelballen-Größe ausgraben.
  4. Als nächstes, füllt man den Boden des Loches mit einer kleinen Menge frischer Erde auf.

Beim Pflanzen ist es wichtig, die Knospen direkt an der Sprossbasis etwa fünf cm tief mit Erde zu bedecken. Durch ein leichtes Festtreten der Erde um den Wurzelballen können eventuelle Hohlräume geschlossen werden.

Nach dem Pflanzen sollte man die Himbeere großzügig wässern.

Um Konkurrenz durch Unkraut zu vermeiden, verteilt man Mulch oder legt eine Kokosmatte um den Stamm herum.

Wird eine Wurzelsperre benötigt?

Nach der Pflanzung kann man eine Wurzelsperre einsetzen, um die unkontrollierte Ausbreitung der flachwurzelnden Himbeeren zu verhindern.

Blech, Ziegel oder Bambusstäbe eignen sich als geeignete Materialien für die Sperre, die mindestens 40 cm tief in den Boden eingelassen werden sollte. Hierfür wird eine schmale Spalte rund um die Pflanze gestochen, das Material eingelegt und anschließend mit Wasser eingeschlämmt.

Mit angemessener Pflege können Himbeersträucher über einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren kontinuierlich Früchte tragen.

Himbeersträucher sollte man regelmäßig gießen, vor allem im Hochsommer. Da die Früchte zu den Flachwurzlern gehören, reagieren sie sehr empfindlich auf Staunässe und Trockenheit. Infolgedessen sollte man das Pflanzbeet immer mal wieder mit leicht angetrocknetem Rasenschnitt, Stroh oder sonstigen Materialien mulchen und Unkraut entfernen.

Himbeeren düngen

Damit sich Himbeerpflanzen gut entwickeln, brauchen sie genügend Nährstoffe, insbesondere von Blüte bis Ernte. Daher sollte man Himbeeren zweimal im Jahr (im März und im Juni/Juli) mit organischem Dünger versorgen.

Wenn Himbeeren an den Trieben hängen, verzichtet man auf weiteres Düngen.

Himbeeren lassen sich auf verschiedene Weise erfolgreich vermehren. Eine Methode ist die Ausläufer-Vermehrung, bei der man im Herbst oder Frühjahr 20 bis 40 Zentimeter hohe Ausläufer von der Mutterpflanze absticht und an einer neuen Stelle im Garten einpflanzt. Dies fördert eine kräftige Entwicklung, wenn die Ausläufer vor dem Winter wurzeln.

Eine alternative Möglichkeit ist die Vermehrung durch Absenker. Hier biegt man die Triebe nach unten und bedeckt sie mit Erde. Nachdem sie eigene Wurzeln gebildet haben, werden sie abgestochen.

Zudem kann man Himbeeren durch Stecklinge vermehren, indem Kopf- oder Teilstecklinge im Frühsommer geschnitten und in nährstoffarmes Anzuchtsubstrat gesteckt werden. Alternativ können Steckhölzer im Herbst aus zweijährigen Ruten geschnitten, eingepackt und im Frühjahr wieder gepflanzt werden.

Wie gesund Himbeeren sind, lesen Sie hier.

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