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Click and Meet: Das Termin-Shopping wäre ein Lichtblick

Viele Fürther Einzelhändler würden das Konzept begrüßen - 01.03.2021 05:55 Uhr

Rosemarie Worzer-Oehrlein stellt für eine Kundin eine Auswahl zusammen. Viel einfacher wäre es, wenn diese die Schuhe im Laden probieren könnte. „Click and Meet“ könnte das möglich machen.

23.02.2021 © Hans-Joachim Winckler


Für den März hat das Bayerische Kabinett kürzlich Lockerungen der Corona-Beschränkungen im Freistaat beschlossen. Neben Friseuren können ab Montag auch Anbieter anderer körpernaher Dienstleistungen, wie zum Beispiel Fußpfleger, wieder ihren Betrieb aufnehmen. Zudem ist die Öffnung von Gärtnereien, Gartenmärkten und Blumenläden vorgesehen.


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Wenn Regionen dauerhaft unter dem Sieben-Tage-Inzidenzwert 35 bleiben, werde man dort auch "den Handel öffnen – mit Maske und Quadratmeter-Begrenzungen", hatte Markus Söder kürzlich verkündet. Bei höheren Zahlen sollen "Click and Meet"-Angebote möglich sein.

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"Das würde für Handel und Kunden wieder deutlich mehr Freiheit bedeuten als nur ,Click and Collect‘, wie es gerade üblich ist", sagt die Innenstadtbeauftragte des Fürther Wirtschaftsreferats, Karin Hackbarth-Herrmann. Individuelle Termine seien ein wichtiger Schritt, damit die Leute wieder in die Städte kommen. "Man könnte sich im Geschäft inspirieren und beraten lassen."

Lieber heute als morgen

Die meisten Ladeninhaber in Fürth würden den Söder-Vorstoß "Click and Meet" lieber heute als morgen umsetzen. "Wir wären sofort dabei", betont Rosemarie Oehrlein. Sie führt in vierter Generation das gleichnamige Schuhgeschäft in der Gustavstraße. Im aktuellen Lockdown hat sie ihren Kunden mit "Click and Collect" eine Auswahl zusammengestellt, ohne Passform oder persönlichen Geschmack bis ins Detail zu kennen. "Das ist sehr aufwändig", sagt sie.

Mit einem Termin wäre es wieder möglich, jeden Kunden individuell zu beraten. "Und die Leute könnten sich unverbindlich umschauen. Das macht doch gerade im Frühjahr Freude. Viele Menschen haben große Lust auf etwas Neues und möchten zum Beispiel wissen, welche Sneaker gerade im Trend sind."

Bei Brini Rodehau, Inhaberin des Secondhand-Ladens La Cola in der Alexanderstraße, "scharren die Kundinnen schon mit den Hufen. Sie wollen wieder Ladenflair erleben, die Kleidung anfassen und probieren", so die Inhaberin. "Click and Meet" findet sie eine "super Sache".


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"Der Textilhandel bräuchte das so dringend!" Termine hat sie auch nach dem ersten Lockdown vergeben, weil im Frühjahr 2020 nicht klar war, ob der Verkauf gleich wieder so anläuft wie vor der coronabedingten Schließung. Rodehau: "Das hat damals ganz toll geklappt."

Hohes Maß an Sicherheit

Auch bei der Goldschmiede Müller in der Schwabacher Straße würde man sich sehr wünschen, dass die Idee möglichst schnell umgesetzt wird – gerade auch mit Blick auf Paare, die Trauringe kaufen wollen. "Das gemeinsame Aussuchen macht doch das Erlebnis aus", sagt Inhaberin Kathrin Müller.

Und schließlich sorge man auch mit Plexiglasabtrennungen, Luftfiltern, Desinfektionsmittel und dem Tragen von FFP2-Masken für ein hohes Maß an Sicherheit.

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Zurückhaltender ist Gerd Wagner, Vorsitzender des Fürther Handelsverbands und Geschäftsführer von Staudtʼs Kunstgewerbe an der Freiheit. "Was ich wirklich denke, behalte ich lieber für mich. Das könnten Sie nicht schreiben", sagt er auf Nachfrage der FN. Schließlich ringt er sich doch zu einem Urteil durch: "Click and Meet" wäre besser als nichts.


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Eine Öffnung der Läden mit einer Begrenzung auf eine bestimmte Quadratmeterzahl pro Kunde hätte Wagner viel besser gefunden. Dann hätte man die Regelung je nach dem geltenden Inzidenzwert lockerer oder strenger auslegen können.

Wann "Click and Meet" in Bayern kommt und wie die Regelung genau aussehen soll, ist noch unklar.

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