Dezentrale Stationen schließen

Nach Stiko-Empfehlung: Fürther Impfteams sind bereit für die Kinder

17.8.2021, 06:00 Uhr
„Die Vorteile überwiegen“, heißt es nun seitens der Stiko zur Impfung von Kindern ab 12 Jahre.

„Die Vorteile überwiegen“, heißt es nun seitens der Stiko zur Impfung von Kindern ab 12 Jahre. © Foto: Stefan Sauer/dpa

Die Verantwortlichen im Fürther Impfzentrum werten die neue Einschätzung der Ständigen Impfkommission (Stiko) als wichtiges Signal: "Das schafft Sicherheit für die Eltern", sagt Sebastian Habicht von der AGNF, die das Zentrum betreibt.

Ob Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren gegen Corona geimpft werden sollen, wird seit Wochen kontrovers diskutiert. Wie die Stiko am Montag mitteilte, habe sie neue Datengrundlagen sorgfältig bewertet. Sie empfiehlt nun allen ab 12 die Impfung. Möglich waren Impfungen von Minderjährigen auch schon vor der Entscheidung.

Für die Kinder und Jugendlichen gilt das Gleiche wie für die Erwachsenen, erklärt Habicht: Sie können ohne Termin ins Impfzentrum an der Rosenstraße, in eine der Impfstationen im Landkreis oder zum Impfbus kommen. Kinder werden dabei idealerweise von den Eltern begleitet, Jugendliche können auch eine Vollmacht mitbringen. Der Impfbus wird am Samstag während des ersten Heimspiels der SpVgg Greuther Fürth am Ronhof stehen (14 bis 18 Uhr).

Impfungen to go bietet das Fürther Zentrum seit längerem an. Belohnungen hat es bis dato nicht verteilt – doch das Team verfolgt aufmerksam, welche Ideen andernorts die Impfmüdigkeit vertreiben sollen.

Bald mit Bratwurst?

Gibt’s bald also auch in Fürth Drei im Weckla zur Spritze dazu? In Nürnberg war die Schlange am Wochenende schließlich lang . . . Gegen solche Aktionen spricht nichts, findet Habicht. In Nürnberg habe den Imbiss allerdings das Traditionslokal Bratwurst Röslein spendiert, nicht das Impfzentrum. "Wir können nicht so agieren."

Offen aber sei man für besondere Einfälle. Nürnberg will demnächst mit Musik, Foodtrucks und alkoholfreien Cocktails junge Menschen anlocken. Vorbilder sind die Impfnächte in Berlin, bei denen DJs auflegen, oder Impfdiskos in Südtirol. "Ich finde das charmant", sagt Habicht. Noch seien derartige Veranstaltungen in Fürth nicht geplant, "wir können uns das aber vorstellen".

Abzuwarten bleibe, wie groß der Wunsch nach Drittimpfungen sein wird und der personelle Aufwand dafür. "Wir werden versuchen, ein gutes Gleichgewicht zwischen Flexibilität und Drittimpfungen herzustellen."

Fest steht unterdessen, dass es die dezentralen Impfstationen im Landkreis nicht mehr lange gibt. Noch sind sie täglich geöffnet (9 bis 15.45 Uhr), aber auch dort ist die Nachfrage deutlich zurückgegangen. In Oberasbach werden zurzeit im Schnitt sieben Erst- und 86 Zweitimpfungen am Tag durchgeführt, in Veitsbronn vier Erst- und 65 Zweitimpfungen, wie das Landratsamt auf FN-Nachfrage mitteilte.

Der letzte Impftag in der Veitsbronner Zenngrundhalle ist der 9. September. In der Oberasbacher Jahnturnhalle und im Langenzenner Bürgerhaus werden am 12. September die letzten Dosen verabreicht.

Die steigende Inzidenz indes könnte dafür sorgen, dass die Impfbereitschaft wieder zunimmt: In Nürnberg (31,1) ist bereits die 35er-Marke in Sicht, die ab dem 23. August das Testen in größerem Umfang zurückbringt. Wo die Sieben-Tage-Inzidenz über 35 liegt, brauchen Menschen, die weder geimpft noch genesen sind, dann für viele Innenräume einen Schnell- oder PCR-Test, etwa in Gaststätten, Schwimmbädern oder beim Friseur. Stadt und Landkreis Fürth liegen noch unter dem bundesweiten Schnitt (36,2), aber auch hier ist die Inzidenz nach oben geklettert, auf 22,6 bzw. 13,6 am Montag. Vor einer Woche, am 9. August, lag sie noch bei 14,8 und 6,8.

Im Zeitraum vom 29. Juli bis zum 12. August wurden nach Angaben des Landratsamts in Fürth und im Landkreis 69 Neuinfektionen gemeldet – in 71 Prozent der Fälle handelte es sich um die Delta-Variante.