Aus Protest

Keine Heizung, kein warmes Wasser: Bayerische Familie dreht sich selbst das Gas ab

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30.9.2022, 13:47 Uhr
Eine Familie in Bayern will nicht Heizen sondern Wintercamping in den eigenen vier Wänden betreiben.

© IMAGO/Winfried Rothermel Eine Familie in Bayern will nicht Heizen sondern Wintercamping in den eigenen vier Wänden betreiben.

"Gas aus, Zeichen setzten", das dachte sich Helmut Jenne aus Schliersee. Seit dem 1. September hat der 60-jährige Familienvater, seiner Frau und zwei erwachsenen Kindern das Gas abgedreht. Der gelernte EDV-Techniker hat anderweitig für den Winter vorgesorgt. Die Wärmetechniken der Familie sind nur etwas unkonventionell.

Für warmes Wasser hat Jenne einen CPU-Kühler aus einem Computer in eine Wärmetauscher für die Dusche umfunktioniert, berichtet der Merkur.de. Auch für eine warme Zimmertemperatur ist gesorgt - mithilfe von Kerzen werden die Wohnräume der Familie Jenne beheizt. Im Erd- und Obergeschoss hat die Familie mehrere Teelichtöfen verteilt. Die vierköpfige Familie wählt für diesen Winter mobile Gasbehälter. So wird ihr Durchlaufhitzer für die Dusche und auch ihren Kocher für den Notfall mit Butangasflaschen versorgt. Mit dem Kocher hat die Familie auch im Falle eines Strom-Blackouts vorgesorgt.

Familie stellt ihr Gas aus Protest ab

Für den bevorstehenden Winter mussten die Jennes jedoch viele Vorkehrungen treffen. Um ihre Sicherheit zu gewähren, hat die Familie unter anderem Kohlenmonoxidmelder und Feuerlöscher angeschafft, so das Magazin. Die Brandgefahr durch die Teelichter vermeidet die Familie durch das Stoßlüften. Im äußersten Notfall haben die Jennes sichergestellt, dass durch eine Propangasheizung innerhalb von 15 bis 20 Minuten die Zimmer wieder auf 18 bis 20 Grad erwärmt werden können.

"Wintercamping": Gasstopp bei bayrischer Familie

Der 60-Jährige erklärt: "Wir machen Wintercamping". Doch nicht auf einem Campingplatz, sondern in den eigenen vier Wänden. Familie Jennes hat zum 1. September ihren Gashahn zugedreht. Diese wird vorerst nur im "extremsten Notfall" wie "kurz vor dem Erfrierungstod oder Wasserrohrbuch" leicht aufgedreht, berichtet der Merkur.de.

Jenne sieht der aktuellen Energienot pessimistisch entgegen. Die vierköpfige Familie müsste genau 709 Euro jeden Monat als Abschlag zahlen, so das Magazin. Doch seit September ist ihr Verbrauch gleich null.

Für die Familie war diese Umstellung die einzig sinnvolle Schlussfolgerung. Denn eine alternative Heizung ist für die Jennes nicht möglich, erklärt das Magazin. Die schattige Lage ihres Hauses macht das Anbringen von Solarthermie nicht möglich. Ebenso sind Handwerker für die Installation von Holzöfen völlig ausgebucht. Aus diesem Grund setzt die Familie auf ihre Teelichter und dicken Mauern.

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