111 Orte in Nürnberg: Fränkische Autorin zeigt Kindern neue Welt

RESSORT: Lokales / Sonstiges..DATUM: 04.04.18..FOTO: Horst Linke ..MOTIV: Mitarbeiterporträt:Timo Schickler..ANZAHL: 1 von 1..Veröffentlichung nur nach vorheriger Vereinbarung
Timo Schickler

Lokalredaktion Nürnberg

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31.5.2020, 15:04 Uhr
Wo geht‘s weiter? Die Frage stellen sich Familien im Maislabyrinth bei Schwabach.

Wo geht‘s weiter? Die Frage stellen sich Familien im Maislabyrinth bei Schwabach. © Foto: Anke Landleiter

Salatköpfe, Lauchzwiebeln, Karotten, manchmal Spargel. Das alles und viel mehr gibt es im Knoblauchsland zu sehen. Anke Landleiter kennt das, sie ist in Fürth geboren, lebt in Erlangen, arbeitet in Nürnberg. Und doch dauert es 39 Jahre, bis sie entdeckt, was in einem Hof in Lohe zwischen Gemüsebeeten und Gewächshäusern versteckt ist: Deutschlands kleinstes Marionettentheater.

Stefan Moser hat sich mit dem Theater in einer Gartenlaube einen Traum erfüllt. "Es bietet nur einer Handvoll Leuten Platz, ist aber mindestens so professionell wie die Augsburger Puppenkiste", sagt Landleiter. Und verspricht: Sie kommt wieder.

Ausflugtipps für Familien

Darf als Ort für Kinder nicht fehlen: das Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne.

Darf als Ort für Kinder nicht fehlen: das Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne. © Foto: Anke Landleiter

Entdeckt hat Anke Landleiter das private Theater, in dem Moser "Der Froschkönig" oder "Rumpelstizchen" zeigt, bei einer Stadtführung. Es ist eines ihrer Lieblingsplätze für Jungen, Mädchen und auch deren Eltern in Nürnberg. Von denen kennt Landleiter viele. Seit Jahren schreibt die berufstätige Mutter in ihrem Blog mama-geht-online.de über ihr Leben und gibt dabei Ausflugstipps für Familien.

Auf die Idee, ein Buch zu schreiben, wäre sie nicht gekommen – und hat es doch gemacht. Als der Emons-Verlag bei Anke Landleiter anfragt, ist sie schnell begeistert von dem Projekt, das es jetzt zu kaufen gibt. Darin zu lesen: "111 Orte in Nürnberg für Kinder, die man gesehen haben muss." Anfangs hat Landleiter Respekt vor der Zahl, merkt aber schnell, "wie viel man entdeckt, wenn man genauer hinsieht".

Rollerfässchen an der Sanddüne

Sie findet einige weniger bekannte Ecken, beispielsweise die Sanddüne im Wald bei Erlenstegen, ein Überbleibsel aus der Eiszeit. Hier können Familien picknicken, buddeln oder Rollerfässchen spielen. Wie viel Spaß die Wüste im Wald Kindern macht, hat Landleiter selbst erlebt, "mein Sohn wollte gar nicht mehr weg"

Manchmal sind es aber auch Orte, die Nürnberger schon kennen, die die 39-Jährige aber mit neuen Augen gesehen hat. Wie das Museum Industriekultur. "Der Name klingt ein bisschen langweilig", sagt Landleiter, auch deshalb konnte sie sich nicht wirklich etwas darunter vorstellen. "Aber ich war wirklich angetan von den großen Maschinen und Fahrzeugen." Gerade für technikaffine Kinder ist das ein echter Tipp. Einen Extra-Tipp in der Nähe gibt es zu jedem Ort, den Anke Landleiter vorstellt noch einmal dazu, beim Museum Industriekultur ist es der Europaplatz, bei der Sanddüne das Tierheim in der Stadenstraße.

Hier hängen Familien gerne ab: am Waldspielplatz Steinbrüchlein.

Hier hängen Familien gerne ab: am Waldspielplatz Steinbrüchlein. © Foto: Anke Landleiter

Öffnungszeiten, Adresse, Anfahrt

Was Familien an den 111 Orten erwartet, ist jeweils auf einem ganzseitigen Bild zu sehen, auch Öffnungszeiten, Adresse und Anfahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln sind hier nachzulesen. Grafische Elemente lockern die Texte auf, so dass Kinder, die schon lesen können, gerne selbst zum Buch greifen – und den nächsten Ausflug planen.

Fest steht: Egal was Kinder gerne mögen, in Landleiters Liste werden sie fündig. Sind sie lieber draußen in der Natur, kann es neben der Sanddüne auch der Walderlebnispfad am Valznerweiher sein, der Steinbruch in Worzeldorf oder der Europakai am Nürnberger Hafen, um Kreuzfahrtschiffe zu beobachten. Letzteres ist auch für junge Technik-Fans geeignet. Die freuen sich genauso über einen Besuch im Straßenbahndepot oder über eine Fahrt in der fahrerlosen U-Bahn. Dort fühlt es sich für Jungen und Mädchen so an, als würden sie selbst die Untergrundbahn steuern.

Längste Rolltreppe, längste Bank

Wer an der richtigen Stelle aussteigt, kann außerdem gleich einen der vielen Superlative in der Stadt finden: die mit 16 Höhenmetern längste Rolltreppe Nürnbergs am Hauptbahnhof. Höher, schneller und weiter faszinieren oft Alt und Jung, weshalb sich auch ein Ausflug zur längsten Bank oder dem höchsten Punkt im Stadtgebiet lohnen könnte. Wo die liegen? Gerne selbst nachlesen.

"Ich glaube, dass man sehr dazu neigt, seine eigene Heimatstadt zu unterschätzen", sagt Anke Landleiter. Es gibt auch vor der eigenen Haustür so viel zu entdecken – sie liefert den Beweis. Sie wünscht sich, dass Familien Nürnberg neu entdecken. Und ihre 111 Orte sollen zeigen: "Es geht auch mit kleinem Geldbeutel."

Info: "111 Orte in Nürnberg für Kinder, die man gesehen haben muss" (16,95 Euro) ist online unter zeitungsshop.nordbayern.de, unter Tel. (0911)216-2777 und im Handel erhältlich; ISBN: 978-3-7408-0852-5.

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