10°

Montag, 17.05.2021

|

zum Thema

Darum werden Jüngere manchmal eher geimpft als Ältere

Ein 60-Jähriger wunderte sich, warum ein 34-Jähriger vor ihm einen Termin hat - 16.04.2021 09:17 Uhr

Um diesen Piks geht es. Während die einen schon einen Impftermin haben, fragen sich andere, warum sie noch nicht an der Reihe sind.

17.02.2017 © dpa


Der Radiomoderator, so erzählt es Hörer Herbert Leigeber, habe bereits einen Impftermin im Nürnberger Impfzentrum erhalten. Er gelte als Kontaktperson der Kategorie 1. Seine Oma sei über 80 Jahre alt und verfüge über den Pflegegrad 1. Leigeber selbst muss dagegen weiterhin auf einen Impftermin warten. Gemeinsam mit seiner Frau kümmert sich der 60-Jährige um seine Schwiegermutter, die sogar Pflegegrad 2 hat. "Verstehe es, wer will," ärgert sich Leigeber, "ich verstehe es nicht."

Bilderstrecke zum Thema

Notbremse und leichte Öffnungen: Diese Regeln gelten in Bayern bis 9. Mai

100 statt 165: Die Corona-Regeln an bayerischen Schulen bleiben wie gehabt. Manche Geschäfte dürfen sich aber über Lockerungen freuen. Dieser Regeln gelten in Bayern bis zum 9. Mai.


Wie es sein kann, dass der junge Moderator vor dem 60-Jährigen an der Reihe ist, erklärt Christine Schüßler, die Leiterin der Koordinierungsstelle für die Impfzentren in Nürnberg. Weil sich sowohl der Moderator als auch der Hörer um eine Person mit Pflegegrad kümmern, zählen sie beide zur Prioritätsgruppe 2, auch wenn sie nicht der Altersklasse der 70- bis 79-Jährigen angehören.


Kommentar: Bloß kein Neid - je mehr geimpft sind, desto besser!


Fiktives Alter wird zugewiesen

Die Höhe des Pflegegrads spielt laut Schüßler allerdings keine Rolle. Stattdessen wird den beiden - zunächst gleichberechtigt - vom System jeweils ein fiktives Alter zugeschrieben, da sie sich beide nicht in der eigentlich vorgesehenen Altersklasse befinden. Dadurch ist es zum Beispiel möglich, dass der jüngere als 73-Jähriger eingestuft wird, der ältere aber nur als 71-Jähriger. Folglich würde der im wahren Leben jüngere ein früheres Impfangebot erhalten. Genau das dürfte in diesem Fall den Ausschlag gegeben haben und die von Leigeber erwartete Impfreihenfolge verändert haben.

Den exakten Algorithmus, der in der Software steckt, möchte das Bayerische Gesundheitsministerium aus Sicherheitsgründen nicht herausgeben, wie Schüßler bereits in einem früheren Interview erklärt hat.

Bilderstrecke zum Thema

Bundes-Notbremse: Diese Regelungen gelten ab einer 100er-Inzidenz

Die Regierung will die dritte Coronawelle mit einheitlichen Vorschriften brechen, eine entsprechende Änderung des Infektionsschutzgesetzes wurde vom Bundestag beschlossen. Bei uns erfahren Sie, welche Regelungen ab einer 7-Tage-Inzidenz von 100 bundesweit seit dem 24. April gelten.


25

25 Kommentare

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Nürnberg