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Piazolo rudert zurück: Schulaufgaben nun doch bis Pfingsten möglich

Kultusminister sah sich gezwungen, seine Aussagen zu relativieren - 11.05.2021 20:00 Uhr

Der Bildungsminister verspricht erst Entlastung, dann rudert er doch zurück.

08.12.2020 © Matthias Balk, dpa


Mit diesem Hin und Her hat der Bildungsminister die Schulfamilie ziemlich verwirrt. Lehrerverbände hatten die Neuregelung begrüßt aber kritisiert, dass sie nicht für Grund- und Mittelschulen gelte. Hintergrund für das Verwirrspiel des Ministers, der die Neuregelung mit den Schulaufgaben erst über die Medien, auch unserer Medienhaus berichtete am Montagmorgen, verbreiten ließ, ist ein anders lautender Passus im Kultusministeriellen Schreiben (KM), das an die Schulleitungen ging.

Allerdings erst am Montagnachmittag, nachdem Lehrkräfte, Eltern und Schülerinnen und Schüler schon informiert waren.
Dieser Passus setzt den Start für das Aussetzen der Schulaufgaben erst auf das Ende der Pfingstferien. Bis dahin dürfen nun doch mit Einschränkungen angekündigte schriftliche Tests an Gymnasien, Real- und Wirtschaftsschulen geschrieben werden.

Als das KM am Montagnachmittag in den Schulen eintrudelte, sorgte es dort für große Verwunderung bei einigen Schulleitungen, weil es den Aussagen des Ministers in Bezug auf den Zeitpunkt der Neuregelung widersprach. Sie hakten nach und Piazolo sah sich gezwungen, seine Aussagen zu relativieren.

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Matthias Fischbach, Bildungsexperte der FDP reagierte sofort auf Twitter: "Jetzt dürfen die Lehrer den Schülern erklären, dass sie doch morgen Schulaufgaben schreiben", schrieb der Landtagsabgeordnete. Schülerinnen und Schüler, Eltern und auch Lehrerverbände verlangten derweil vom Ministerium Aufklärung. "Was für ein Chaos, das ist völlig planloses Verhalten", kommentierte Sandra Schäfer vom Nürnberger Lehrerinnen- und Lehrerverband (NLLV). Dabei hatte sie sich im Vorfeld noch darüber geärgert, dass der Minister die Mittelschulen bei seiner Neuregelung außen vor gelassen hatte: "Die Mittelschule fällt mal wieder hinten runter, doch auch hier spielen soziale Aspekte eine große Rolle."


MdL Matthias Fischbach, Bildungsexperte der FDP twittert über Piazolo


Auch Simone Fleischmann, Präsidentin des Bayerischen Lehrerinnen- und Lehrerverbands (BLLV), hatte kritisiert, dass Pizolo nicht an die Mittelschulen gedacht habe. Man begrüße die Entscheidung des Kultusministers, dass endlich Kinder und Jugendliche im Mittelpunkt stehen und nicht Noten und Leistungsnachweise, sagte sie.

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Mittelschulen außen vor

Das sei längst überfällig. Doch warum wurden die Mittelschulen in seiner Aufzählung der weiterführenden Schulen ausgeschlossen? "Auch wenn der Minister von schon vorhandenen "Spielräumen" an den Mittelschulen spricht, braucht es mehr als diese", sagt die BLLV-Präsidentin. Sie bezieht sich darauf, dass Lehrkräfte an Grund- und Mittelschulen die Zahl der Proben den Gegebenheiten in der Klasse anpassen dürfen, doch nach wie vor müssen dort schriftliche Leistungsnachweise geschrieben werden.

Piazolo wendete sich am Montagnachmittag nochmal an die Lehrkräfte und empfahl ihnen anstelle von großen Leistungsnachweisen nun viele kleinere Tests zu fordern. Diese Empfehlung gelte ab sofort und für alle Schularten. Es gebe sowieso nur relativ wenige Schulen, die vor Pfingsten bereits große Leistungsnachweise angesetzt hätten, ließ sein Ministerium wissen. Ziel für die nächsten Wochen sei es, die Kinder und Jugendlichen ohne großen Druck in der Schule ankommen zu lassen und sich um ihre individuellen Bedürfnisse zu kümmern.


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