Donnerstag, 29.10.2020

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Profitdruck: Pflegekräfte protestieren in Nürnberg

Der Profitdruck führe zu miserablen Arbeitsbedingungen und schlechter Versorgung der Patienten - 16.06.2020 07:00 Uhr

Dass das jährliche Treffen der Landes- und Bundesgesundheitsministerinnen und -minister gerade auf unbestimmte Zeit verschoben wurde, empört die Menschen, die im Gesundheitswesen arbeiten. Auch in Nürnberg wird deshalb demonstriert.

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Die Helden der Coronakrise: Dies sind die Gehälter in den systemrelevanten Berufen

In Zeiten von Corona richtet sich der Blick der Öffentlichkeit auf viele Berufsfelder und -zweige, die gerad jetzt als besonders systemrelevant eingestuft werden und die Versorgung mit medizinischer Hilfe oder auch den Zugang zu Lebensmitteln in diesen Zeiten weiterhin garantieren. Oft unter Einsatz der eigenen Gesundheit. Doch wie hoch ist der Mittlere Jahresverdienst die Beschäftigten in Gesundheitswesen, dem Lebensmittelhandel oder auch in der Pharmazie eigentlich?


Hier beteiligt sich die vor kurzem gegründete Initiative "Gesundheit statt Profit" mit einer Aktion ab 14.15 Uhr vor dem Haupteingang des Nordklinikums. Die Corona-Krise mache deutlich, dass das Sparen an Beschäftigten und Patienten im Krisenfall ein Spiel mit dem Feuer ist. Seit vielen Jahren werde der Pflegenotstand beklagt. Doch nichts sei geschehen.

Dass sich die Pflege kranker oder alter Menschen an Fallpauschalen orientiert, erzeuge Wut und Stress, erklärt Christian Wangerl von der Nürnberger Initiative. Der Profitdruck, der von oben nach unten durchgereicht werde, führe zu miserablen Arbeitsbedingungen und einer schlechten Versorgung der Patienten und Patientinnen.

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Nicht nur in der Pflege: Diese Branchen suchen in Bayern nach Nachwuchs

Bayern und die Region sind vom Fachkräftemangel betroffen: Doch nicht nur die viel diskutierten Pflegeberufe suchen nach Nachwuchs, auch viele andere Branchen brauchen Fachkräfte. Schüler und Studenten sollten bei ihre Berufswahl eine Vielzahl andere möglicher Professionen in Betracht ziehen. Vor allem die sehr zukunftsfähigen sogenannten "MINT"-Stellen bleiben oft unbesetzt. Allerdings sollten Anwärter dafür technisches Verständnis und die ein oder anderen Mathe-Skills mitbringen.


Demos in acht Städten

Am 17. Juni wird deshalb in acht deutschen Städten zu Protesten aufgerufen. Der Ärger über die verschobene Gesundheitsministerkonferenz ist groß. "Ihr habt nichts zu besprechen, doch wir haben euch vieles zu sagen", entgegnen die Pflegekräfte.


Gutachten: Es fehlen 100.000 Pflegekräfte in Altenheimen


Unter dem Motto "Profite pflegen keine Menschen!" soll auf das in der Corona-Krise deutlicher gewordene Versagen der Marktorientierung im deutschen Gesundheitswesen hingewiesen werden.

c.s.

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