Kein freier Eintritt

Wegen Corona: Freibadbesuch für Kinder vielerorts kostenlos - in Nürnberg nicht

Irini Paul
Irini Paul

Lokalredaktion

E-Mail zur Autorenseite

25.6.2021, 12:44 Uhr
Manche Kommunen belohnen heuer die Schüler bis 12 Jahre mit kostenlosem Freibad-Vergnügen.

Manche Kommunen belohnen heuer die Schüler bis 12 Jahre mit kostenlosem Freibad-Vergnügen. © Günter Distler, NN

Die Corona-Pandemie war für die meisten Kinder eine echte Zumutung: Kontaktbeschränkungen, geschlossene Freizeiteinrichtungen, kein Sportverein, kaum oder gar kein Präsenzunterricht. Ein Leben mit angezogener Handbremse.

Einige Kommunen belohnen die Schüler bis 12 Jahre nun mit kostenlosem Freibad-Vergnügen. In Freilassing dürfen sogar Kinder und Jugendliche unter 18 sowie Schüler und Studenten unter 25 heuer kostenlos ins Freibad.

Kosten sind nicht der Grund

Was München, Berlin oder Göttingen ihren jungen Bürgern in Aussicht stellen, ist jedoch für Nürnberg keine Option. Dabei sind es keine Kostengründe, die Bürgermeister Christian Vogel ins Feld führt. Er spricht von Gerechtigkeit und Umsetzbarkeit solcher Aktionen, über die sich wohl auch Nürnberger Kinder und deren Familien freuen würden.

In Nürnberg geht man einen anderen Weg: Seit Juni 2020 gelten reduzierte Eintrittspreise für alle – wobei Kinder unter sechs kostenlos planschen dürfen. "Wir wollen keine Gruppe bevorzugen, wir wollen alle daran teilhaben lassen. Ich denke daher, dass wir hier ein sehr faires und gutes Modell auf den Weg gebracht haben", so Vogel.


Darauf müssen Sie im beim Baden achten


Eine Aktion für nur eine Gruppe mache sich öffentlich natürlich in der ersten Botschaft gut, führe aber oft zu Ungerechtigkeiten, weil etwa Familien mit der Familienkarte gar nichts davon hätten, so Vogel weiter. "Oder weil Schulkameraden aus einer 6. oder 7. Klasse beim gemeinsamen Badbesuch unterschiedlich behandelt werden. Der 13-Jährige muss den vollen Preis zahlen, der 12-Jährige muss gar nichts bezahlen. Aber beide hatten vielleicht einen harten Winter", wie er zu Bedenken gibt.

Ein weiterer Punkt, der aus Sicht der Kommune gegen diese Idee spricht, ist das Alter der Kinder. Nach geltendem Hygienekonzept dürfen Kinder unter 12 derzeit gar nicht alleine ins Bad. Sie müssen in Begleitung einer Aufsichtsperson sein. "In den meisten Fällen ist dann die Familien- oder Gruppenkarte also ohnehin wichtiger als der Einzeleintritt", so Vogel.


Das sind die beliebtesten Freibäder


Aber auch ein anderer pragmatischer Grund spreche seiner Ansicht nach gegen solche Aktionen. Die Kunden sollen in der Regel gleich online bezahlen, damit begehrte Kontingente nicht einfach nur reserviert werden und damit dann aber anderen die Zutrittsmöglichkeit entzogen wird. "Wenn etwa zwei 11-Jährige überlegen, am Samstag ins Bad zu gehen, könnten sie mit kostenlosen Tickets alle Slots von morgens bis abends jeweils für zwei Personen buchen und sich dann spontan erst am Samstag entscheiden, ob sie früh, mittags oder abends zu uns kommen." In allen Zeitfenstern stünden dann aber weniger Karten für andere zur Verfügung.

In Berlin ist unterdessen auch nicht alles Gold, was glänzt. Auch dort hieß es im Mai, dass alle Kinder unter 12 Jahren kostenlos in die Frei- und Strandbäder in der Hauptstadt dürfen. Ja, allerdings nur jedes Kind ein einziges Mal, wie nun das rbb24- Nachrichtenportal ausgerechnet hat. Für mehr reiche das Geld der nicht.

Betrieb läuft gut

In Nürnberg läuft unterdessen der eingeschränkte Betrieb zufriedenstellend für die Stadt. Pro Tag werden bis zu 4855 Plätze zum Schwimmen angeboten. "Da wir noch in einer Pandemie leben, ist das aus meiner Sicht eine gute Zahl", sagt Bürgermeister Vogel.

Dennoch gehen Badewillige zuweilen leer aus, wenn sie eine bestimmte Zeit an besonders begehrten Tagen, wie für Samstag und Sonntag, buchen wollen. Ein Umstand, der Vogel bewusst ist. Dennoch: "Es gibt ja immer Alternativen. Aber auch da sage ich, wir sind eben noch nicht im Normalbetrieb, ganz ohne Einschränkungen geht es nicht."