Daferner und die nächste vergebene 1:0-Chance

Club-Trainer Klauß über die Stürmer: "Dann tun sie mir manchmal schon leid"

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Wolfgang Laaß

NN-Sportredaktion

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14.8.2022, 14:20 Uhr
Wieder nichts: Christoph Daferner (li.) bei einem Abschluss gegen Heidenheim.

© Sportfoto Zink / Daniel Marr, Sportfoto Zink / Daniel Marr Wieder nichts: Christoph Daferner (li.) bei einem Abschluss gegen Heidenheim.

Was schnell in Vergessenheit gerät dieser Tage: Christoph Daferner ist ein richtiger Derbyheld. Zu so einem wird, wer er gegen die Spielvereinigung Greuther Fürth gewinnt und auch noch ein Tor geschossen hat.

Daferner hat mit seinem 1. FC Nürnberg vor gut drei Wochen gegen die Spielvereinigung Greuther Fürth gewonnen und auch noch ein Tor geschossen, mit der Hüfte. Seitdem hat der Sommer-Zugang von Dynamo Dresden zumindest einen kleinen Eintrag sicher im Geschichtsbuch, muss aber trotzdem um Anerkennung kämpfen.

Das liegt vor allem daran, dass Daferner eine Woche vorher am Hamburger Millerntor nach einem Missverständnis in Sankt Paulis Abwehr das 1:0 auf dem Fuß hatte und auch acht Tage später in Regensburg (überhastet rechts vorbei), am Freitagabend gegen Heidenheim wieder. Ziemlich unbedrängt aus zehn Metern, drüber.

Die Bedeutung des ersten Tores

Dass Daferner auch im Derby nach Jens Castrops spektakulärer Hereingabe an den Innenpfosten mit seinem Nachschuss aus sechs Metern zunächst nicht den gewünschten Erfolg erzielte, ging im allgemeinen Trubel zunächst unter, passt aber ins Bild des bislang glücklosen Stürmers.

"So ist das in der Zweiten Liga: Wer das 1:0 macht, hat gute Chancen, es sind meistens enge Spiele", weiß Klauß, und siehe da: Einmal lag der Club im bisherigen Rundenverlauf 1:0 vorn, dank Daferner gegen Fürth, in Sankt Pauli und gegen Heidenheim lag der Club jeweils 0:1 hinten - und verlor.

Auch Daferner ist gefordert, "aber na klar, er kommt jetzt aus Dresden, hat da gegen den Abstieg gespielt", sagt Klauß, "hier gibt's andere Anforderungen an ihn, auch bezüglich der Erwartungshaltung." Etwa, "dass wir in einem Heimspiel eher Favorit sind, in Dresden war er nie Favorit". Ergo durchlaufe Daferner wie einige andere Neue einen "Anpassungsprozess, das ist normal", so Klauß, "aber natürlich würden wir uns wünschen, dass wir so ein Spiel trotzdem gewinnen, auch wenn wir kein gutes Spiel machen."

Problem der ganzen Mannschaft

Dafür muss unter anderem Daferner dringend an seiner Chancenverwertung arbeiten, damit es schon am Samstag in Sandhausen (13 Uhr) wieder anders läuft. Wovon auch sein Offensivpartner Kwadwo Duah profitieren würde, der bei eigener Führung irgendwann auch mehr Platz für seinen Hochgeschwindigkeitsfußball bekommen würde.

Gegen Heidenheim sah man von beiden nicht viel. "Die wenigen Aktionen, die sie haben, sind ja immer gefährlich", betont Klauß aber zugleich und nimmt insbesondere Mats Möller Daehli, Lino Tempelmann, Fabian Nürnberger und die Außenverteidiger in die Pflicht. Wenn ihre Pässe nicht kommen, "dann hängen sie da einfach in der Luft".

Dass die Angreifer noch nicht richtig funktionieren, ist somit ein Problem der ganzen Mannschaft. "Wenn wir hinten raus scheiße spielen und sie keine Bälle und wenig Unterstützung bekommen, dann tun sie mir manchmal schon leid", sagt Klauß, "natürlich müssen beide besser spielen und besser in Form kommen, sich an die Abläufe gewöhnen - aber sie brauchen aber einfach auch mehr Unterstützung."

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