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Das Wiedersehen von Club und Kleeblatt: Was man über das Frankenderby wissen muss

Uli Digmayer
Uli Digmayer

Sportredaktion

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30.6.2022, 17:00 Uhr
Die Nummer eins in Franken? Für die Club-Fans ist das keine Frage. Beim Kleeblatt durfte man das zumindest in der vergangenen Saison durchaus etwas anders sehen.

© Sportfoto Zink / DaMa, Sportfoto Zink / DaMa Die Nummer eins in Franken? Für die Club-Fans ist das keine Frage. Beim Kleeblatt durfte man das zumindest in der vergangenen Saison durchaus etwas anders sehen.

Wann und wo steigt das 269. Frankenderby?

Am Samstag, 23. Juli, im Nürnberger Max-Morlock-Stadion, Anpfiff ist um 13 Uhr. Die Terminierung durch die Deutsche Fußball Liga (DFL) am frühen Nachmittag stieß vor allem in Fürth auf Unverständnis. "Es ist das älteste Derby in Deutschland, wir sind Bundesliga-Absteiger", sagte Geschäftsführer Rachid Azzouzi der "Bild"-Zeitung: "Wann, wenn nicht dann sollte das als Highlightspiel gelten?" Nicht nur Azzouzi hätte sich eine Ansetzung der prestigeträchtige Partie als live im Free-TV übertragenes Topspiel um 20.30 Uhr gewünscht.

Seit wann gibt es das Derby?

Erstmals trafen beide Vereine am 7. Februar 1904 aufeinander, die damalige SpVgg Fürth unterlag dem 1. FC Nürnberg in einem Freundschaftsspiel mit 1:4. Das erste Pflichtspiel in der "Nürnberg-Fürther Meisterschaft" stieg am 18. September 1904, das Kleeblatt verlor mit 0:3. Bis zum ersten Fürther Sieg sollte es sechs weitere Jahre dauern, ein Ligaspiel der A-Klasse-Ostkreismeisterschaft gewann das Kleeblatt im Ronhof mit 2:1.

Wer ist Frankens Nummer eins?

Die Bilanz spricht eindeutig für den Club: In bislang 268 Duellen durften 140 Mal die Rot-Schwarzen jubeln, 79 Mal setzte sich Weiß-Grün durch. 49 mal trennte man sich unentschieden, zwei Spiele wurden abgebrochen.

Wie ging es beim letzten Mal aus?

Wegen der Corona-Pandemie fand das Rückspiel der Zweitliga-Saison 2020/21 zum dritten Mal in Folge vor leeren Rängen statt. Aber auch ohne Fans bot das 268. Duell ein furioses Fußballspiel mit vielen Emotionen. Havard Nielsen hatte das favorisierte Kleeblatt im Ronhof früh mit 1:0 in Führung gebracht (8.), Club-Kapitän Enrico Valentini gelang in der 57. Minute der Ausgleich. Fast wäre Nürnbergs Sturmtalent Erik Shuranov gleich bei seinem Startelfdebüt zum Derbyhelden geworden (76.), doch glückte Dickson Abiama in der dritten Minute der Nachspielzeit noch das glückliche 2:2. Trotzdem galt dieses Derby dank eines überraschend starken und leidenschaftlichen Auftritts beim kriselnden Club als Wendepunkt in einer phasenweise holprigen Saison, nach der sich die Wege der fränkischen Rivalen erst einmal trennen sollten.

Wann und wo gibt es Tickets für das Frankenderby?

Der Vorverkauf für Club-Mitglieder und Dauerkartenbesitzer startet am Montag, 11. Juli, um 12 Uhr. Ab Donnerstag, 14. Juli, gehen die noch verfügbaren Tickets dann in den freien Verkauf. Karten sind erhältlich im Service-Center am Max-Morlock-Platz und im Club-Haus (Josephsplatz 4), im Online-Ticketshop und via Ticket-Hotline (0911 / 94079 888).

Wo kann ich das Derby im Fernsehen oder Live-Stream sehen?

Der Pay-TV-Sender Sky überträgt 2022/23 wieder alle Spiele der Zweiten Bundesliga live. Abonnenten können die Spiele entweder im linearen Sky-Programm oder im Livestream verfolgen.

Muss man beim Stadionbesuch um seine Sicherheit bangen?

Dass die Fans hüben wie drüben der Stadtgrenze seit jeher mit großer Leidenschaft eine gegenseitige Antipathie pflegen, ist bekannt. Folglich kam es auch immer wieder zu unschönen Zwischenfällen. Am 21. Januar 1973 etwa musste die Partie im Fürther Ronhof beim Stand von 4:2 für die Hausherren abgebrochen werden, weil Gästefans Raketen zündeten und den Platz stürmten.

2011 machten Club-Anhänger ihrem Ärger nach einer 0:1-Heimpleite Luft und rannten auf der Tartanbahn mit Drohgebärden in Richtung des Gästefanblocks, vom Ordnungsdienst wurden sie aber schnell wieder zurückgedrängt. Pyro-Exzesse ihrer Anhänger kosten beide Vereine immer wieder hohe Geldstrafen. Berüchtigt sind auch die martialisch anmutenden "Märsche" der Nürnberger Ultras zu Auswärtsspielen im Ronhof.

Aufgrund der strikten Fantrennung, detaillierter Sicherheitskonzepte und massiver Polizeipräsenz ist es aber sehr unwahrscheinlich, dass es im Max-Morlock-Stadion oder dem direkten Umfeld zu gewalttätigen Ausschreitungen kommt.

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