1. FC Nürnberg

Helfer in fast allen Lebenslagen: Tom Krauß beim Club

Fadi Keblawi
Fadi Keblawi

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19.10.2021, 06:00 Uhr
Dynamisch in vielen Situationen: Tom Krauß.

Dynamisch in vielen Situationen: Tom Krauß. © Sportfoto Zink / Daniel Marr, Sportfoto Zink / Daniel Marr

Es war keine spielentscheidende Szene, die sich da in der ersten Halbzeit des Spiels zwischen Dynamo Dresden und dem 1. FC Nürnberg zugetragen hat. Über das neue Selbstverständnis des Clubs im allgemeinen und Tom Krauß’ im speziellen sagt sie dennoch viel aus.

Der Dresdner Linksverteidiger Chris Löwe, 32 Jahre alt und unter anderem mit Erfahrung in der Premier League und der Bundesliga ausgestattet, hatte da die grundsätzlich gar nicht so schlechte Idee, den Gegner durch etwas Trash Talk einzuschüchtern. Herausgesucht hatte er sich dafür Tom Krauß, 20 Jahre jung, dessen Erfahrung sich auf eine Ausbildung in der Jugend bei Red Bull und ein paar Zweitliga-Einsätze für den 1. FCN beschränkt. Löwe musste aber schnell einsehen, dass die Idee nur oberflächlich betrachtet eine gute Idee war. Krauß pöbelte nämlich so ausdauernd zurück, bis sich Löwe eher kleinlaut trollte.

Über den Inhalt der Unterhaltung schweigt sich Krauß am Tag danach aus, stellt als Fazit aber fest: „Ich habe gewonnen, ich habe ja ein Tor geschossen.“ Das hat er tatsächlich und kurz nach der Unterhaltung. Es war der Siegtreffer. Und deshalb zeigt nicht nur die Episode mit Löwe, dass Krauß und der Club derzeit nur schwer zu beeindrucken sind.
Im Gegenteil, sie schaffen es, andere zu beeindrucken. Auch, weil sie sich das wie Krauß vorgenommen hatten vor dem Saisonstart. Torgefährlicher, sagte Krauß im Sommer, wolle er werden – und nach wie vor dem Gegner auf die Nerven gehen. Gelingt neuerdings beides sehr gut.

Gefreut wie ein kleines Kind

Schon im Heimspiel gegen Hannover hatte Krauß getroffen, sein Jubel („Ich habe mich gefreut wie ein kleines Kind“) vor der Nordkurve stellte sich dann aber als voreilig heraus, weil der Videoschiedsrichter den großen Zeh von Nikola Dovedan im Abseits gesehen hatte. Krauß nahm es hin, traf in der Länderspielpause dann eben für die U21-Nationalmannschaft und jetzt in Dresden. „Gegen Heidenheim möchte ich wieder treffen“, sagt der Mittelfeldspieler, der eigentlich eher einer ist, der nach hinten arbeitet auf dem Platz.

Das klappt derzeit aber im Verbund so gut, dass Krauß Zeit findet für Ausflüge nach vorne. Der Club-Spezialist für fast alle Lebenslagen. Ist auch dringend notwendig. Es gelang jetzt zwar das sechste Saisonspiel ohne Gegentreffer, Krauß’ Tor war aber auch erst das zwölfte, dass ihnen überhaupt gelungen ist.

Eine Bilanz, die nicht nur Trainer Robert Klauß als ausbaufähig erachtet. Krauß, die Leihgabe aus Leipzig, sieht das ähnlich. Wohin das dann führen kann? Krauß will nicht darüber nachdenken. Er denkt von „Spiel zu Spiel“. Und von Saison zu Saison? Im Sommer endet seine Leihe, ob er dann in Nürnberg bleibt, scheint unwahrscheinlich. Weiß Krauß auch, sagt dazu aber nur: „Ich denke von Spiel zu Spiel.“


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