1:0-Erfolg in Dresden

Krauß torpediert Dynamo: Club feiert ersten Auswärtssieg der Saison

Nürnberg , am 17.07.2020..Ressort: Lokales Foto: Eduard Weigert.., {even....Uli Digmayer..........Mitarbeiterportrait
Uli Digmayer

NZ-Sportredaktion

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17.10.2021, 16:28 Uhr
Tom Krauß (Mitte) bescherte dem Club mit seinem 1:0 in Dresden den ersten Auswärtssieg der Saison.

Tom Krauß (Mitte) bescherte dem Club mit seinem 1:0 in Dresden den ersten Auswärtssieg der Saison. © Sebastian Kahnert, dpa

Nach der blamablen 0:7-Packung des 1. FC Nürnberg im Testspiel gegen den FC Ingolstadt hatte Klauß seine Mannschaft sehr deutlich dazu aufgefordert, sich wieder auf die Basics des Fußballs zu besinnen und zu zeigen, dass das Debakel "nur ein Ausrutscher war".

Größere personelle Konsequenzen blieben indes aus. Für den nach seiner Gelb-Roten Karte aus dem Heimspiel gegen Hannover gesperrten Nikola Dovedan durfte überraschend Lukas Schleimer sein Startelfdebüt geben. Gemeinsam mit Erik Shuranov und Mats Möller Daehli sollte der 21-Jährige offensiv für Betrieb sorgen. Zudem erhielt Tom Krauß auf der rechten Seite der bewährten Mittelfeldraute diesmal wieder den Vorzug vor dem aktuell etwas indisponierten Fabian Nürnberger.

Handwerkers tolle Fußarbeit

Eine Idee, die sich nach 21 Minuten als ziemlich gut erweisen sollte: Nach einer Seitenverlagerung von Kapitän Enrico Valentini landete der Ball im Strafraum über Möller Daehli bei Tim Handwerker, dessen Maßflanke eben jener Krauß aus zehn Metern mit einem platzierten Flachschuss zum 1:0 veredelte. Das erste Saisontor des 20-Jährigen, der schon beim 0:0 gegen Hannover mit einem dann noch vom VAR einkassierten Abseitstreffer fast zum Matchwinner geworden wäre und zuletzt auch beim 5:1 der deutschen U21-Auswahl in Ungarn getroffen hatte.

Beide Teams hatten sich bis dato kaum einmal offensiv in Szene setzen können, bei einem Freistoß von Chris Löwe war Club-Keeper Christan Mathenia auf dem Posten (15.). In der 34. Minute hätte Handwerker dann sogar erhöhen können, der Distanzversuch des diesmal auffälligen Linksverteidigers strich aber knapp am linken Pfosten vorbei (34.). Auf der Gegenseite konnten sich die insgesamt konzentriert und kompakt verteidigenden Gäste bei allerdings wenig gefährlichen Abschlüssen von Heinz Mörschel (36.) und Philipp Hosiner (38.) auf ihren Torhüter verlassen.

Erstmals in dieser Saison durfte der Club also zur Pause mit einer Führung in die Kabine gehen. Verbunden mit dem Wissen, dass Dresden bislang nicht gerade darauf spezialisiert ist, Rückstände zu drehen, eine durchaus optimistisch stimmende Perspektive für die zweite Halbzeit. In die erwischte der Aufsteiger den etwas besseren Start, ein Kopfball von Christoph Daferner verfehlte das Ziel (48.). Zwei Minuten später zirkelte Johannes Geis einen Freistoß von der linken Seite direkt aufs Tor, Dresdens Schlussmann Kevin Broll ließ sich aber nicht überlisten.

Schindler im Glück

Der Club bekam die Partie im mit 16.000 Zuschauern unter Corona-Auflagen ausverkauften Rudolf-Harbig-Stadion wieder unter Kontrolle, musste aber einmal durchschnaufen, als Abwehrchef Christopher Schindler kurz vor dem Strafraum den enteilten Ransford Königsdörffer mit einem beherzten Griff an dessen Hose zu Fall gebracht hatte (60.). Weil Nebenmann Valentini wohl noch hätte eingreifen können, bewertete Schiedsrichter Marco Fritz (Korb) die Situation nicht als Notbremse und beließ es bei einer Gelben Karte – eine Einschätzung, die auf Dresdner Seite nicht jeder teilen mochte.

Klauß versuchte, mit den Einwechslungen von Manuel Schäffler und Taylan Duman für Shuranov und Schleimer dem Spiel nach vorne noch einmal neue Impulse zu geben (72.). Seine Elf verfiel aber wie schon so oft in eine seltsame Passivität und konzentrierte sich nur noch darauf, den knappen Vorsprung irgendwie über die Zeit zu bringen. So geriet die Schlussphase in Sachsen noch zur Zitterpartie.

Weil der agile Mörschel den Ball in der 74. Minute aus allerdings abseitsverdächtiger Position frei vor dem Tor am langen Pfosten vorbeibugsierte und auch Daferners Kopfball daneben ging (78.), hatte am Ende aber der 1:0-Sieg Bestand. Und natürlich der Nimbus des nach wie vor einzigen ungeschlagenen Zweitligisten - der nun auch auswärts gewinnen kann.

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