Glückloses Talent

Shuranov beim Club: Auf der Suche nach der Derby-Form

Fadi Keblawi
Fadi Keblawi

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21.7.2022, 05:55 Uhr
Will zumindest im Training überzeugen: Erik Shuranov.

© Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink Will zumindest im Training überzeugen: Erik Shuranov.

Viel Zeit hatte Erik Shuranov nicht, um Werbung in eigener Sache zu machen. Acht Minuten lang durfte er zum Zweitligastart beim FC Sankt Pauli mitspielen beim 1. FC Nürnberg. Als Shuranov auf den Platz kam, war die Partie eigentlich entschieden. Es stand 3:1 für die Gastgeber und daran änderte sich erst kurz vor Schluss etwas. Ein unbefriedigender Nachmittag für den Club und vor allem für Shuranov.

Von dem dachte man ja vor einiger Zeit, dass er tatsächlich eine Stammkraft ist beim Club. Doch jetzt steckt er schon seit einiger Zeit in einer Formdelle und gilt amValznerweiher als Verkaufskandidat - wenn denn ein Verein gewillt ist, relativ viel Geld für den Angreifer auszugeben. Von seinen grundsätzlichen Qualitäten sind sie ja nach wie vor überzeugt.

Das erste Mal ist Shuranov, der sich in der Jugend schon einen hervorragenden Ruf erwarb, einer breiteren Öffentlichkeit aufgefallen, als er das erste Mal in einer Zweitliga-Startelf des Clubs stand. In einem Derby natürlich. Im Ronhof machte sich die Spielvereinigung damals daran, in die erste Liga aufzusteigen. der Club war eine Mannschaft auf der Suche nach sich selbst.

Dass sie zu sich fand, lag auch an Shuranov, der tatsächlich in seinem ersten Erwachsenen-Derby gleich ins Tor traf. Eine schöne Erinnerung unter vielen Derbytoren, die er schon erzielt hat. "Aber natürlich sticht ein Tor ganz besonders heraus: Das, bei meinem Startelf-Debüt für die Profis vor eineinhalb Jahren", sagt Shuranov, "ich stand zum ersten Mal bei den Profis in der Startelf und habe mein erstes Profi-Tor erzielt. Gegen Fürth. Es gibt nichts Geileres.“

Ansage vom Trainer

Es blieb dann einigermaßen geil für Shuranov, auch dank ihm wurde der Club immer besser. In der vergangenen Spielzeit galt er lange als Stammkraft - und traf regelmäßig. Die Form aus seinem ersten Erwachsenen-Derby schien selbstverständlich zu sein. Fünf Tore gelangen ihm zwischen dem fünften und dem 16. Spieltag. Dummerweise folgte dann nur noch eines: In Hannover erzielte Shuranov am 26. Spieltag seinen Treffer als der Einwechselspieler, der er da längst nur noch war.

Trainer Robert Klauß verzichtete immer häufiger auf ihn und erinnerte zwischendurch mal daran, dass Shuranov vielleicht nicht mehr ganz so verbissen arbeitet wie zu Beginn seiner Zeit bei den Profis. Damit war Shuranov aber nicht alleine. Mit Manuel Schäffler kam ein anderer Mittelstürmer ebenfalls kaum noch zum Zug. Schäffler verlässt den Verein nun, ob es Shuranov ihm bald gleichtut, ist ungewiss. Immerhin arbeitet er in aller Stille, größere Beschwerden über seine nicht mehr ganz so prominente Rolle hat man von Shuranov nicht gehört. Jetzt ist wieder Derby und wenn er ein paar Minuten bekommt und die zu einem Tor nutzt, dann fände das in Nürnberg wahrscheinlich nicht nur Robert Klauß ganz geil.

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