2:2 gegen Heidenheim: FCN verschludert Sieg in zwei Minuten

30.8.2019, 21:14 Uhr
2:2 gegen Heidenheim: FCN verschludert Sieg in zwei Minuten

© Sportfoto Zink / Wolfgang Zink

Dass er sich freut auf die am Samstag beginnende Länderspielpause, so weit wollte Damir Canadi vor dem Spiel gegen den 1. FC Heidenheim dann doch nicht gehen. Mit der Freude war es ja bis zum Freitagabend so eine Sache b eim 1. FC Nürnberg. Naja, sagte also der Trainer, immerhin habe man dann die Gelegenheit, an ein "paar Dingen" zu arbeiten.

Dass das sogar ein paar Dinge mehr sein dürften, dieser Eindruck hatte sich nach den ersten Zweitliga-Spieltagen und trotz des 1:0-Erfolges gegen den VfL Osnabrück am vergangenen Sonntag aufgedrängt. Mit einem Sieg gegen Heidenheim wollte man dafür sorgen, dass man zumindest in Ruhe arbeiten darf – ein Vorhaben, dessen Umsetzung dem 1. FC Nürnberg beim 2:2 (1:0) und nach einer äußerst verdienten 2:0-Führung bis zehn Minuten vor dem Ende einigermaßen kurios misslang.

+++ Club? Ja, wir hätten gerne ihre Meinung +++

Hanno kehrt zurück

Vor 27.444 Zuschauern kehrte Hanno Behrens für den verletzten Iuri Medeiros in die Startelf zurück und durfte Linksverteidiger Fabian Nürnberger sein Startelf-Debüt feiern. So aufgestellt begann der 1. FC Nürnberg, wie man das in dieser Saison noch gar nicht von ihm gesehen hatte: mutig, präzise und forsch nach vorne spielend. Nach nicht einmal 60 Sekunden prüfte Robin Hack Kevin Müller per Kopf – eine leichtere Übung für Heidenheims Torwart aber ein Vorgeschmack darauf, was in den ersten 45 Minuten so auf dem Programm stehen sollte.

 

 

 

Der Club kontrollierte die Partie gegen zuletzt in der Liga schwächelnde Gäste, die sich auch diesmal schwer taten, selbst einmal den Weg aus der eigenen Hälfte zu finden. Canadi schien auf der Suche nach der passenden Strategie für seine Mannschaft endlich fündig geworden zu sein. Nach 18 Minuten wurde das ansehnliche Nürnberger Spiel belohnt: Michael Frey scheiterte mit seinem Schuss aus 16 Metern noch an Müller, aber Hack brachte den Abpraller mit Wucht über die Linie. Große Freude im Max-Morlock-Stadion – und Videobeweis. Der brachte die Erkenntnis, dass Frey im Abseits herumgestanden hatte und der DFL ein paar unschöne Sprüche aus der Nordkurve.

Heidenheim findet ins Spiel

Ein wenig Zeit brauchte der Club, um die Sache mit der verpassten zu verarbeiten und gab so den Heidenheimern die Gelegenheit, ihrerseits ins Spiel zu finden. Das Ergebnis: Vier Eckstöße in Folge für den Gast, den letzten Versuch allerdings unterband Arne Feick mit einem Offensivfoul. Den Freistoß trat Christian Mathenia weit nach vorne, traf den Kopf von Frey und der fand seinerseits den Kopf von Nikola Dovedan. Wieder hatte Frey ein Tor vorbereitet, diesmal zählte es auch (30.).

Die Zeit bis zur Halbzeitpause überbrückte dann wieder der Club mit flottem Spiel und Möglichkeiten, den Vorsprung noch auszubauen. Allerdings verfehlten zweimal Behrens und einmal Dovedan bei ihren Versuchen knapp das Ziel. Nach der Unterbrechung beteiligte sich Heidenheim mit etwas mehr Zutrauen in das eigene Können am Spiel, wurde dabei aber erst einmal nur durch einen Lattentreffer des ewigen Marc Schnatterer auffällig, dessen Flanke, sich in der Luft überlegt hatte, doch lieber ein Schuss sein zu wollen (65.). In der Zeit bis dahin hatte der auffällige Robin Hack allerdings schon zwei Nürnberger Gelegenheiten ausgelassen (54., 62.) und hatte sich Johannes Geis erfolglos an einem Distanzschuss versucht (62.).

Anschlusstreffer mit Folgen

Wie präzise Geis aus der Ferne schießen kann, hatte man erst beim Siegtreffer gegen Osnabrück erlebt und sah man diesmal noch viel schöner. 70 Minuten waren gespielt, da beförderte Geis einen abgewehrten Flankenball Valentinis ins Netz: aus 18 Metern, volley und wunderschön. Hack durfte sich danach ausruhen und das Publikum sah noch das Club-Debüt von Sommer-Neuzugang Felix Lohkemper. Der erlebte so hautnah den doch einigermaßen überraschenden Anschlusstreffer.

+++ Die Einzelkritik: Die gibt's noch eimal hier +++

Auch in Heidenheim haben sie ja einen, der in dieser Saison schon aus der Distanz getroffen hat: Mit seinem Treffer aus 18 Metren bewies Niklas Dorsch in dieser Disziplin erneut sein Können (82.). Der Treffer setzte dem Club mehr zu, als zu erwarten war – der eingewechselte Stefan Schimmer traf gegen eine unsortierte Nürnberger Defensive tatsächlich noch zum Ausgleich (84.).

Und jetzt? Pause! 

Es war ein glücklicher Punkt, den sich Heidenheim da spät erarbeitet hatte - sie dürften allerdings mit mehr Freude in die Länderspielpause gehen als der 1. FC Nürnberg.

+++ Jetzt braucht's Stimmen: Hier entlang! +++

1. FC Nürnberg: Mathenia - Valentini, Erras, Sörensen, Nürnberger (Kerk 88.) - Geis, Jäger - Behrens, Dovedan, Hack (Lohkemper 78.)  - Frey (Ishak 83.)

1. FC Heidenheim: Müller - Busch , Mainka , Beermann , Feick (Leipertz 45.) - Theuerkauf , Griesbeck , Dorsch , Schnatterer , Multhaup (Schmidt 64.) - Thomalla (Schimmer 74.)

Tore: 1:0 Dovedan (30.), 2:0 Geis (70.), 2:1 Dorsch (82.), 2:2 Schimmer (84.) | Gelbe Karten: Sörensen, Geis - Feick, Dorsch, Beermann | Schiedsrichter: Florian Heft (Neuenkirchen) | Zuschauer: 27.444.

+++ Der Live-Ticker zum  Nachärgern +++

 

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