5. September statt 4. Juli: Challenge Roth wird verschoben

16.2.2021, 10:56 Uhr
Sportler und Unterstützer brauchen eine Perspektive: 2021 soll der Challenge Roth am 5. September stattfinden. Klar ist aber auch, es wird ein anderes Event als noch 2019. Hier ein Foto von den Massen am Solarer Berg.

Sportler und Unterstützer brauchen eine Perspektive: 2021 soll der Challenge Roth am 5. September stattfinden. Klar ist aber auch, es wird ein anderes Event als noch 2019. Hier ein Foto von den Massen am Solarer Berg. © Sportfoto Zink / OGo, NN

Zwei Monate mehr Zeit geben sich die Veranstalter des Challenge Roth, um Träume doch noch wahrwerden zu lassen. Am Dienstag gaben sie bekannt, das Triathlon-Rennen vom 4. Juli auf Sonntag, 5. September, zu verschieben. Anders als im Vorjahr, als das Team-Challenge Ende März direkt die Absage verkündet hatte, besteht nun Hoffnung, es doch durchziehen zu können.

"Es ist nicht zu 100 Prozent sicher"

"Es ist nicht zu 100 Prozent sicher", sagt Organisator Felix Walchshöfer, in einer Pandemie lässt sich schwer planen. "Doch ich sehe die Chance im September wesentlich größer." Man habe 2020 gesehen, welchen Effekt der Sommer hatte. Inzidenzwerte gingen zurück, Veranstaltungen und Sport waren im Freien möglich. Sogar kleinere Triathlon-Rennen gab es.

"Das Hauptargument für uns aber sind die Impfungen", sagt Walchshöfer. "Das geht quer durch". Sportler, Helfer oder Zuschauer, immer mehr Menschen, in Deutschland und weltweit, werden sich so vor Covid-19 schützen können. Diese Perspektive gab es im vergangenen Jahr noch nicht.

Der Termin im September werde auch den Athleten beim Training helfen. Viele haben beim Schwimmen Nachholbedarf, da Bäder geschlossen haben. "Im Sommer ist zudem wieder Training im See möglich", sagt Walchshöfer, der nicht möchte, dass aufgrund ungleicher Bedingungen während der Vorbereitung ein unfairer Wettkampf entsteht. Bei den Distanzen - 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen - wäre eine Teilnehme ohne vernünftige Vorbereitung auch ein Gesundheitsrisiko.

Branchen, die unter der Coronakrise extrem leiden

Nun haben alle mehr Zeit, die Athleten, aber auch die Organisatoren und die Partner im gesamten Landkreis Roth. Das Triathlon-Event mit 3400 Einzelstartern und 650 Staffeln, Tausenden Helfern und insgesamt mehr als 250.000 Zuschauern an der Strecke ist schließlich weit mehr als ein reines Langdistanz-Rennen.

Es ist ein enorm relevanter Wirtschaftsfaktor, für manche in der Region ist es eine Passion. Eine erneute Absage würde also nicht nur das Familienunternehmen, das hinter dem Challenge Roth steckt, hart treffen, sondern auch Hotellerie, Gastronomie und viele Zulieferer aus dem Veranstaltungsbereich. Alles Branchen, die unter der Coronakrise sowieso schon extrem leiden.


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Sie sollen wieder träumen dürfen, und sogar ein wenig planen. "Für unsere Partner ist es wichtig, dass wir einen neuen Termin festlegen", sagt Walchshöfer. "Wir haben den Athleten versprochen, schnelle, nachvollziehbare und faire Entscheidungen zu treffen. Und das wollen wir beibehalten." Für ihn sei mit der erneuten Verlängerung des Lockdowns am vergangenen Mittwoch klar gewesen, dass der Termin im Juli nicht machbar ist. Keine sieben Tage später folgte die offizielle Meldung, das Rennen zu verschieben.

Für die Organisatoren bedeutet das viel zusätzliche Arbeit und neue Absprachen mit den Gemeinden, Zulieferern und Helfern. Das beginnt mit den Baustellen-Plänen im Landkreis, die sich normalerweise am frühzeitig bekannten Renntermin orientieren, und endet bei der privaten Jahresplanung der Challenge-Mitarbeiter. "Im Landratsamt bemühen sich alle sehr, dass während des Challenge keine großen Baumaßnahmen auf und um die Strecke stattfinden", sagt Walchshöfer.

Straßensperrung am Kränzleinsberg in Hilpoltstein: kein Problem

Von Juli an ist am Kränzleinsberg in Hilpoltstein eine Straßensperrung vorgesehen. Am neuen Termin aber ändert das nichts, zu Not ließe sich die Radstrecke auch in kleinen Teilen anpassen. "Wir erfahren hier sehr viel Unterstützung vom Landratsamt", sagt Walchshöfer. Wie genau das Rennen aussehen wird, kann er noch nicht sagen. "Nicht wie 2019" - das ist schon klar. Es wird Hygiene- und Abstandskonzepte geben, die in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt und der Agentur APA Brands Solution, die mit dem Deutschen Olympischen Sportbund zusammenarbeitet, erstellt werden.

Wie viele Teilnehmer starten dürfen, ist noch ungewiss. Felix Walchshöfer aber betont: "Ein Rennen nur für Profis wird es nicht geben, wir wollen es mit allen Beteiligten durchführen", mit Einzelstartern und Staffeln. Das sei auch eine "Frage der Finanzierung", schließlich zahlen die Altersklassen-Athleten in der Summe viel Startgeld.

Das gilt für bereits angemeldete Athleten

Bereits angemeldete Sportler können sich kostenlos vom 4. Juli auf den 5. September oder alternativ auf den nächstjährigen Wettkampf, der am 3. Juli 2022 stattfinden wird, ummelden. Bei einer kompletten Abmeldung bekommen die Athleten ihr Startgeld abzüglich einer Bearbeitungsgebühr zurück.


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Für alle Sportler gebe es nun mehr Planungssicherheit, sei es fürs Training oder für die Vorbereitung der Anreise. Etwa die Hälfte der Teilnehmer kommt nicht aus Deutschland. "Deshalb brauchen wir keine kurzfristigen Aktionen", sagt Walchshöfer, der mit seinem Team Experte darin ist, Träume vorauszuplanen.