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Auf diesem Kurs durch Neumarkt wird es niemals dunkel

Kevin Gudd
Kevin Gudd

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2.7.2021, 06:06 Uhr
Markus Friedl genießt den neuen Brücken-Schwenk von Pölling über den Berliner Ring auf der durchgehend beleuchteten Nachtlauf-Strecke in Neumarkt.

© Friedl/privat Markus Friedl genießt den neuen Brücken-Schwenk von Pölling über den Berliner Ring auf der durchgehend beleuchteten Nachtlauf-Strecke in Neumarkt.

Eigentlich ist Markus Friedl ein "typischer Morgenläufer", der seinen Kreislauf vor der Arbeit bevorzugt in der freien Natur in Schwung bringt. Seit knapp 25 Jahren schon spult der 52-Jährige regelmäßig zwei bis drei Einheiten pro Woche ab, zog sich "den Gelenken zuliebe" vom Squash als einstigem sportlichen Lieblings-Hobby zurück. Doch sollten berufliche Verpflichtungen eine Verlegung der Bewegungsaktivität in den Abend erfordern, so dreht Friedl, der der auf Kreisebene im Management eines Sozialverbands tätig ist, seine Runde vor allem in der Winterzeit lieber auf befestigtem Untergrund in der Stadt.

Wohl mit einem ähnlichen Sicherheitsgedanken im Hinterkopf, ahnt Friedl, meiden in der hereinbrechenden Dunkelheit auch andere Menschen den Weg mit dünner Taschen-Funzel durch den Wald. Damit darüber nicht die Motivation zum Joggen verloren geht, wurde vor etwas mehr als zehn Jahren einmal eine durchgängig beleuchtete Winter- beziehungsweise Nachtlaufstrecke für Neumarkt konzipiert und beschildert. Die Idee dazu entwickelten die Organisatoren des Stadtlaufs um Markus Friedl, einem Taktgeber der ersten Stunde.

Hier geht es zur Lieblingsstrecke von Markus Friedl.

© OpenStreetMap-Mitwirkende

Hier geht es zur Lieblingsstrecke von Markus Friedl. © OpenStreetMap-Mitwirkende © Markus Friedl

"Leider sind die Hinweis-Tafeln mit der Zeit verschwunden", erklärt Friedl, aber inzwischen habe sich ein Sponsor aufgetan, der die Auffrischung des Angebots unterstützt. Tatsächlich bietet sich der zumeist flache Kurs auch im Sommer gerade Anfängern zum Feierabend an, einfach weil man direkt in der Stadt starten und kaum vom Verkehr aufgehalten wird. "Ganze zwei Ampeln" hat Friedl bei seinem jüngsten Test gezählt. Mühte sich der Spezialist für elektronische Datenverarbeitung und selbsternannte Fan von Streckenprofilen früher mit der aufwendigen Digitalisierung ab, nutzt er heute den Komfort von bis zu drei verschiedenen Analyse-Programmen auf seinem Smartphone.

Vom G6-Jugendhaus am Volksfestplatz aus führt die 5,3 km lange Route nach Kreuzung der Woffenbacher Straße entlang der Bahngleise nach Pölling. "Die Stelle kommt mir manchmal fast mystisch vor. Im einen Augenblick herrscht völlige Stille, dann schießt ein Zug vorbei und sorgt für einen Adrenalinkick, weil du vom plötzlichen Lärm überrascht wirst." Umso angenehmer verläuft später durch eine neue Brücke über den Berliner Ring der Schwenk zurück in die Stadt. Will sich Markus Friedl, der immerhin zweimal den Langdistanz-Triathlon in Roth bewältigt hat und vor wenigen Wochen mit nur zwei Übernachtungen zum Gardasee geradelt ist, richtig verausgaben, gönnt er sich eine zweite Schleife.

Als einziger Wermutstropfen einer erfüllten Läufer-Karriere verbleibt allein die Tatsache, dass Markus Friedl noch nie selbst bei seinem Neumarkter Stadtlauf mitmachen konnte. "Das tut schon ein bisschen weh." Aber die Zeitnahme möchte er noch nicht in fremde Hände geben.

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