Bornemann bestätigt: Belgier buhlen um Weiler

15.6.2016, 18:18 Uhr
Weiler und Bornemann: War das Spiel in Paderborn das letzte für den Club-Coach im Liga-Betrieb?

Weiler und Bornemann: War das Spiel in Paderborn das letzte für den Club-Coach im Liga-Betrieb? © Sportfoto Zink / DaMa

  Der Verbleib von Erfolgscoach René Weiler jedenfalls scheint plötzlich akut gefährdet. Wie die belgische Tageszeitung "Het laatste Nieuws" vermeldet, hat der RSC Anderlecht ein gesteigertes Interesse an einer Verpflichtung des 42-Jährigen. Laut kicker soll der Abschied des Schweizers schon beschlossen sein, Weiler dem RSC demnach schon zugesagt haben. Der belgische Rekordmeister, in der Jupiler Pro League hinter dem FC Brügge und KAA Gent zuletzt nur auf einem enttäuschenden dritten Rang gelandet, ist fast schon verzweifelt auf der Suche nach einem Nachfolger für Besnik Hasi, der zum polnischen Meister Legia Warschau wechselt. Anderlechts Manager Herman van Holsbeeck soll in der Schweiz bereits erste Gespräche mit Weiler geführt haben.

Weiler selbst war bislang für eine offizielle Stellungnahme nicht erreichbar, doch bestätigte Sportvorstand Andreas Bornemann die kursierenden Gerüchte. Weiler habe ihn bereits vor einiger Zeit offen und ehrlich über das Interesse des Brüsseler Vorortvereins informiert, betonte Bornemann. Allerdings liege bislang keine Anfrage aus Anderlecht vor, und Weiler, mit dem sich der 44-Jährige zwecks Kaderplanung im täglichen Austausch befindet, "hat mir auch noch nicht zu verstehen gegeben, dass er diesem Werben gerne nachgeben möchte".

...dann "geht es eben darum, eine Lösung zu finden"

Sollte das allerdings passieren, "geht es eben darum, eine Lösung zu finden", gibt sich Bornemann ganz pragmatisch. Weilers noch bis 2017 laufender Kontrakt wäre kein allzu großer Hinderungsgrund. "Es macht ja wenig Sinn, jemanden mit Verweis auf die Vertragslaufzeit zu knebeln", findet Bornemann und verweist auf die jüngsten Entwicklungen in Augsburg, Darmstadt, Ingolstadt oder Bielefeld: "Es ist ja aktueller denn je, dass Trainer herausgekauft werden." Sollte Weiler um die Freigabe bitten, dürfte es also recht flott gehen, drängt bei beiden Vereinen angesichts der Personalplanung und des bevorstehenden Trainingsauftakts doch die Zeit. "Ein Verhandlungsmarathon mit großen Feilschereien ist sicher nicht zu erwarten", sagt Bornemann, der für den Fall der Fälle auch bereits einen Plan B in der Schublade hätte.

Passgenau - und andere Kandidaten beim RSC-Roulette

Nach NZ-Informationen aus Belgien würde Weiler perfekt in Anderlechts Anfordungsprofil passen. Durchgesickert ist dort, dass der Verein einen jungen, international noch nicht sehr bekannten Trainer favorisiert, der bereits nachgewiesen hat, erfolgreich mit Talenten arbeiten zu können. Weilers größter Konkurrent soll der norwegische Ex-Nationalspieler Ole Gunnar Solskjaer sein, derzeit Coach des norwegischen Erstligisten Molde FK. Nur als "Zweitlösung" gilt der 52-jährige Franzose Paul Le Guen, seit 2011 Nationaltrainer des Oman. Er wäre die erfahrenere, aber nicht unbedingt kostengünstige Variante. Eine Entscheidung wird bereits bis Ende der Woche erwartet.

Weiler hatte ein eindeutiges Treuebekenntnis in der Vergangenheit stets vermieden. Angesichts der extrem angespannten finanziellen Lage am Valznerweiher und des drohenden Verlusts mehrerer Leistungsträger würde eine berufliche Neuorientierung des ambitionierten Fußball-Lehrers bei aller Sympathie für den Club kaum verwundern.

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