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Club-Comeback: Das macht für Abstiegsgipfel gegen den VfB Mut

Augsburg-Sieg könnte neue Euphorie auslösen - Fokus liegt auf Stuttgart - 31.03.2019 12:53 Uhr

Freuen in Freiburg - und dann ist Schluss: Boris Schommers will in seinem und Nürnbergs vorerst letzten Bundesliga-Spiel noch einmal gute Laune haben. © Sportfoto Zink / DaMa


Fußballspiele entscheiden sich oft über die kleinen Dinge. Nuancen, Details, manchmal auch über den Willen. Am Samstagnachmittag, als der 1. FC Nürnberg den FC Augsburg schlug, war es die oft zitierte Fußspitze. Etwa kurz nach der Halbzeit, als sich Mikael Ishak im Rücken der Abwehr vor das Tor der Fuggerstädter stiehlt und den Außenrist hinhält. Oder in der 88. Spielminute, als Matheus Pereira nur noch wenige Zentimeter Vorsprung vor zwei Augsburgern hat - aber souverän einschiebt, kurz bevor die Abwehrspieler ihn abfangen. Oder aber gut eine Viertelstunde vorher, als Gregoritsch für die Schwaben zum zwischenzeitlichen Ausgleich trifft, das Tor aber annuliert wird, weil der Österreicher einen halben Schritt im Abseits steht. 

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"In den letzten Wochen hat uns häufig eine Fußspitze gefehlt", sagt Christian Mathenia, der Ishaks 1:0 als "Dosenöffner" bezeichnet. Damit deutet Nürnbergs Torhüter auch an: Am Samstag standen sich im Max-Morlock-Stadion zwei Mannschaften gegenüber, die nahezu auf Augenhöhe agierten. Dass am Ende der Club erstmals nach gut sechs Monaten mit drei Punkten in der Hand in der Nordkurve feiert, ist nicht unverdient, durch blanke Zahlen und Statistiken aber nicht erklärbar. Bei den Torschüssen - zwölf auf Nürnberger Seite, 14 bei den Schwaben -, den Zweikämpfen (45 Prozent/55 Prozent) und den durchschnittlich gelaufenen Kilometern pro Spieler (10,5 Kilometer/9,7 Kilometer) liegen beide Teams nahezu gleichauf. Mut kann der Club dennoch aus dem Sieg schöpfen - und das nicht nur, weil er vorerst die Rote Laterne abgibt. 

Ishak lief so viel wie kein anderer Akteur auf dem Platz

Mit Löwen, Pereira und Ishak trafen zwei Offensivkräfte, auf die es im Endspurt des Abstiegskampfes besonders ankommen dürfte. Der Schwede, der den Club mit seinem 1:0-Treffer erlöste, lief gegen Augsburg so viel wie kein anderer Akteur auf dem Platz (11,54 Kilometer). Erst vier Mal traf Ishak in der laufenden Saison. Platzt bei ihm der ebenfalls oft zitierte Knoten, kann der 1. FC Nürnberg in der Tat einen Angriff auf den Relegationsplatz starten. Nächster Halt auf diesem Weg: das Spiel am kommenden Wochenende, gegen den VfB Stuttgart, der aktuell auf eben jenem 16. Tabellenrang steht. Dann geht es gegen Schalke 04.

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Rund um den Club könnte jetzt eine Euphorie entstehen, eine, die den Verein über das letzte Saisondrittel trägt. "Diese Fans sind unglaublich", sagt Nürnbergs Torschütze Mikael Ishak nach Abpfiff. "Sie unterstützen uns in jeder Situation. Ich habe so etwas noch nicht erlebt." Das Achteck wollte am Samstagnachmittag keiner der Club-Anhänger so recht verlassen. Minutenlang hallten Sprechchöre durch das Morlock-Stadion, Spieler jubelten vor der Nordkurve, Erleichterung war zu spüren. Auch die Anhänger dürften im Aufstiegskampf zum Faktor werden - und hier hat der 1. FC Nürnberg einen Trumpf im Ärmel. 

Auf das "kleine Halbfinale" folgt jetzt ein großes Finale?

Das Hinspiel gegen den VfB Stuttgart, dem kommenden Club-Gegner, ist durchaus vergleichbar mit dem gegen den FC Augsburg. Damals verlor der 1. FC Nürnberg noch unter der Leitung von Michael Köllner mit 2:0 in einer umkämpften Partie, kam dabei aber nicht über vorsichtige Ansätze hinaus. Mit Ballruhe und einem klaren Konzept konterten die Schwaben den FCN aus, zwei Standards brachen den Nürnbergern dann das Genick. Dass der Club in der Lage ist, eben jenes Rollenspiel umzudrehen, das hat er am Wochenende im Morlock-Stadion gezeigt. 

 

Der Fokus, das stellen gleich mehrere Profis klar, liegt bereits Minuten nach Abpfiff auf der kommenden Woche. Das Spiel gegen Augsburg, sagt Torhüter Mathenia, sei so etwas wie "ein kleines Halbfinale" gewesen. Zumindest vorerst folgt gegen Stuttgart nach dieser Logik das Finale. "Und ich bin sehr zuversichtlich, dass wir nächste Woche wieder drei Punkte holen." Auch hier, das lässt das Hinspiel erahnen, wird es wieder auf die vom Keeper herausdestillierte "Fußbreite" ankommen.

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