Mittwoch, 20.01.2021

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Derby-Sieg und Tabellenführung: Fürth schlägt FCN mit 3:2

Der Club wacht beim knappen Erfolg der Spielvereinigung in Nürnberg zu spät auf - 29.11.2020 15:31 Uhr

Das 2:1 im Max-Morlock-Stadion: Nielsen (links) schlenzt den Ball gekonnt ins hintere Eck.

29.11.2020 © Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink


So ein Derby zieht seinen besonderen Reiz natürlich aus der Tradition, aber eben auch aus der jüngeren Vergangenheit. Unbestechliche Statistiken besagen, dass der 1. FC Nürnberg von elf Heimspielen gegen die SpVgg Greuther Fürth in diesem Jahrtausend nur zwei gewinnen konnte und sogar sechs Mal ohne eigenen Treffer blieb.

Der Nachbar entwickelte sich somit in den vergangenen Jahren mehr und mehr zum Angstgegner für den Club - und konnte den Ruf am Sonntagnachmittag erneut bestätigen. Als Derby-Held nach dem 3:2 (2:1)-Erfolg der Spielvereinigung darf sich der zweifache Torschütze Nielsen (3./37.) fühlen, Hrgota legte unmittelbar nach der Pause den dritten Treffer nach. Schäfflers zwischenzeitlicher Ausgleich (8.) konnte seine Elf nicht wirklich beflügeln, Dovedans Anschlusstreffer (78.) kam zu spät.

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Doppel-Nielsen und FCN-Frust: Kleeblatt gewinnt Geisterderby

In der 267. Auflage des ältesten Derbys Deutschlands empfängt der noch immer nicht auf festen Beinen stehende FCN die SpVgg Greuther Fürth, die mit vier Siegen in Folge in die bedeutsame Partie geht. Aufgrund der Pandemie muss natürlich auch das Prestige-Derby vor leeren Rängen gespielt werden. Die Fans vor den Fernsehern sehen vor allem überlegene Fürther, die am Ende etwas nachlassen, trotz Last-Minute-Chancen für den Club aber nicht unverdient mit 3:2 gewinnen und an die Tabellenspitze springen. Die Bilder zum Derby!


Die Gäste traten auf, wie man es von einer Mannschaft erwarten darf, die zuletzt vier Siege aneinanderreihen konnte. Unheimlich selbstbewusst, gut organisiert und mit ständigem Drang nach vorn. Fürth wollte Nürnberg erstürmen, von Beginn an dominant sein. Agieren, nicht reagieren. Also den Fußball spielen, den sie am besten können.

Zwei Tore in acht Minuten

Und genau den zeigten sie auch vom Anpfiff weg. In den ersten knapp drei Minuten lief der Club nur hinterher, das erste Mal richtig in Ballbesitz kam Klauß' Elf beim Anstoß nach dem 0:1. Mavraj hatte mit einem weiten Pass den Kollegen Hrgota gesucht und gefunden, der ungestört von Handwerker und Sörensen annehmen und den Ball auf Nielsen durchstecken konnte. Das ging aus Sicht der Nürnberger viel zu einfach.

Aus Sicht der Fürther ging das 1:1 zu einfach, nur fünf Minuten später der Ausgleich: Mühl im Aufbau mit einem gefühlvollen Pass auf Hack, seine Flanke fand in der Mitte Schäffler. Kopfball, Tor, sein fünfter Saisontreffer stellte die Partie wieder auf Null.

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Derbysieger und Tabellenführer: So emotional jubelt das Kleeblatt

Was ein Tag für die SpVgg Greuther Fürth: Den FCN geschlagen und dadurch auch noch die Tabellenführung in der zweiten Bundesliga übernommen. Nach Schlusspfiff kannten die Emotionen keine Grenzen mehr. Hier kommen die Bilder mit Gänsehaut-Garantie!


Danach passierte in und an den Strafräumen zunächst nicht mehr viel; Schäfflers sehenswerter Fallrückzieher bedeutete nicht wirklich Gefahr für Burcherts Kasten, ebenso Hrgotas Schüsschen auf der anderen Seite. Gegen Mitte der ersten Halbzeit nahm das Derby aber wieder Fahrt auf - und der Club hätte in Führung gehen müssen: Hack fehlten nach Vorlage von Schäffler nur ein paar Zentimeter, Fürths Green wenig später der Mut, es aus 16 Metern auch mal mit dem Spann zu versuchen. Mathenia konnte den Schuss mühelos parieren.

Nielsen ohne Gegenwehr

Als sich beide Mannschaften gerade zu neutralisieren begannen, schlugen die Weiß-Grünen erneut eiskalt zu. Der überragende Raum nahm auf links Nielsen mit, der noch ein paar Schritte spazieren ging und anschließend per Schlenzer zum 2:1 traf. Weil sich niemand für ihn zuständig fühlte.

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Und wieder kein Derby-Sieg: So haben Sie den FCN bewertet

Derby kann der Club scheinbar nicht. Wie so oft in der jüngeren Vergangenheit zieht der FCN gegen den Lokalrivalen aus Fürth den Kürzeren. Während sich spielstarke Kleeblättler den erneuten Coup im prestigeträchtigen Nachbarschaftsduell verdienen, sind bei Nürnbergs Lieblingsverein erneut doch einige Mängel zu notieren. So haben Sie die Leistung des FCN gesehen.


Zweimal miserabel verteidigt vom 1. FC Nürnberg und somit anders als von Klauß angekündigt. "Wir wollen Druck auf den Gegner machen, sie nicht in ihr Spiel kommen lassen, schauen, dass wir immer wieder schnelle Umschaltmomente generieren", so hatte er bei Sky zuvor den Matchplan zusammengefasst. Nürnberger ersetzte zunächst wie erwartet den schwer verletzten Köpke, Lohkemper rückte nach vorn, Misidjan saß 51 Tage nach seiner Ruptur der Syndesmose und des Außenbandes im Sprunggelenk überraschend wieder auf der Bank.

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Organisiert und überlegen: Fürths Derbysieger in der Kleeblatt-Kritik

Besser hätte es für das Kleeblatt an diesem Sonntagnachmittag eigentlich gar nicht laufen können: Derby gewonnen, den fünften Sieg in Folge eingefahren und außerdem die Tabellenspitze erobert. Nur die Spannung in der Schlussphase hätte man sich vielleicht sparen können, als man sich auf der 3:1-Führung ausruhte und der Club mit dem Anschlusstreffer nochmal auf das Unentschieden drückte. Insgesamt zeigte das Kleeblatt aber auch gegen den fränkischen Nachbarn, warum es aktuell so weit oben in der Tabelle steht. Sportredakteur Sebastian Gloser mit den Einzelkritiken!


In den ersten Minuten nach der Pause hatte der Club nicht viel zu bestellen. Fürth drängte gleich mit Macht auf die Entscheidung und legte auch zügig das 3:1 nach. Wie sie Hrgota da im Strafraum freispielten, hatte schon etwas von einer Vorführung, der Kapitän vollendete elegant (47.). Sekunden später fast das 4:1: Green schlenzte die Kugel an die Latte und wenig später im Nachschuss an den Pfosten, nachdem Hrgota aus kurzer Distanz an Mathenia gescheitert war.

Zweimal Aluminium

Man musste jetzt aus Sicht der Nürnberger langsam mit dem Schlimmsten rechnen; mit Ball zeigte die Spielvereinigung phasenweise einen Klassenunterschied auf, der Club hatte vor allem in der Rückwärtsbewegung große Probleme, dem Tempo der Gäste zu folgen. Und vorn war fast alles auf Schäffler ausgerichtet, der in Mavraj und Jaeckel aber zwei aufmerksame Bewacher hatte.

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Zu spät aufgewacht: Die FCN-Verlierer in der Derby-Kritik

Der Sieg in Osnabrück hätte die Wende für einen bis dahin regelmäßig stolpernden Club sein sollen, doch das Derby und vor allem die Fürther kamen da wohl etwas zu früh. Über weite Strecken hatten die Nürnberger Probleme, dem Tempo des Fürther Spiels zu folgen, und drehten erst in der Schlussphase etwas auf. NZ-Sportredakteur Uli Digmayer liefert die Noten und Einzelkritiken für die FCN-Akteure bei der 2:3-Derby-Niederlage.


Von der Aufbruchstimmung nach dem 4:1 in Osnabrück am Montagabend war nach gut einer Stunde nicht mehr viel übrig. Zumindest den Willen konnte man ihnen nicht absprechen, den Sonntagnachmittag noch zum bestmöglichen Ende zu bringen. Valentinis abgefälschter Schuss kullerte knapp am rechten Pfosten vorbei (64.), Schäffler scheiterte eine Minute später mit einem Kopfball an Burchert.

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Gute Leistung, gute Noten: So haben Sie die Fürther Derbysieger bewertet

Mal wieder ging das Kleeblatt nach dem Frankenderby als Sieger vom Platz. Siegen können die Weiß-Grünen aktuell sowieso ganz gut, die letzten fünf Spiele konnten sie alle für sich entscheiden. Auch spielerische waren sie dem Club die meiste Zeit überlegen, auch wenn sie es in den letzten Minuten dann doch nochmal spannend machten. Es war noch nicht alles perfekt, aber insgesamt doch eine gute Leistung. Das zeigen auch die Noten!


Fürth zog sich mehr und mehr zurück und lauerte auf den einen, den entscheidenden Ballgewinn samt Umschaltmoment. So etwas wie Druck konnte der Club in der Schlussphase aber nicht wirklich aufbauen; Lohkemper scheiterte am herausstürzenden Burchert (72.), das 2:3 war letztlich ein Geschenk: Sarpei rutschte im eigenen Strafraum weg, Dovedan bedankte sich auf seine Art (78.).

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Frust pur: So geschockt war der FCN nach dem Schlusspfiff!

Es war ein Tag zum Vergessen für den 1. FC Nürnberg: Das Frankenderby im eigenen Stadion verloren, dazu erklimmt Greuther Fürth durch den Sieg auch noch die Tabellenführung. Nach Schlusspfiff setzte beim Club dann erstmal die Schockstarre ein – wir haben die emotionalen Bilder!


Nürnberg war plötzlich wieder dran; mit Behrens und Schleusener wechselte Klauß zwei frische Kräfte ein, um das 3:3 noch zu erzwingen. Und siehe da, nach schönem Dovedan-Zuspiel hatte Schleusener tatsächlich den Ausgleich auf dem linken Fuß, fand aber im weit aus seinem Kasten geeilten Burchert seinen Meister. Ein Kopfball des Relegations-Helden in der Nachspielzeit flog einen Meter vorbei.

Wenig später war Schluss - und der Club um eine unerfreuliche Derby-Erfahrung reicher. Die Spielvereinigung hingegen feierte ihren fünften Sieg in Folge. Und die Tabellenführung.

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Unter Kleeblättlern feiert man den Sieg im Frankenderby ausgelassen

Derbysiege sind wohl die schönsten Erfolge der Saison. Für die SpVgg Greuther Fürth gibt es nach dem Frankenderby, das die Leitl-Truppe mit 3:2 gegen den 1. FC Nürnberg gewinnt, folglich ordentlich was zu feiern. Das sind die weiß-grünen Fan-Stimmen zum Spiel...


Nürnberg: Mathenia; Valentini, Mühl, Sörensen, Handwerker – Krauß (79. Behrens), Geis – Hack, Nürnberger (46. Dovedan) – Schäffler, Lohkemper (79. Schleusener).

Fürth: Burchert; Meyerhöfer, Jaeckel, Mavraj, Raum – Sarpei - Seguin (79. Bauer), Ernst (74. Stach), Green – Nielsen (85. Leweling), Hrgota.

Schiedsrichter: Brych (München). - Zuschauer: keine. - Tore: 0:1 Nielsen (3.), 1:1 Schäffler (8.), 1:2 Nielsen (37.), 1:3 Hrgota (47.), 2:3 Dovedan (78.). - Gelbe Karte: Klauß.

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Pleite im Frankenderby: So reagieren die Club-Fans im Netz

Niederlagen schmerzen immer, im Frankenderby aber noch mehr: Nach der 2:3-Pleite im Nachbarschafts-Duell des 1. FC Nürnberg gegen die SpVgg Greuther Fürth sind die Club-Fans mehr als enttäuscht. Hier gibt es die Stimmen zum Spiel - so reagiert das Netz auf das Spiel des Jahres in Franken:


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