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Dovedan ist da! Der Club gewinnt zum Auftakt in Dresden

1:0! Aufstiegsaspirant streicht in Sachsen die ersten Punkte ein - 27.07.2019 14:55 Uhr

Flugkopfball ins Glück: Der kleine Nikola Dovedan sorgte in Dresden sorgte für ganz große Club-Gefühle. © Sportfoto Zink / DaMa


Noch vor dem Anstoß wiesen die knapp 2500 Club-Anhänger auf eine Bestmarke ihres Lieblingsvereins hin. "Rekordaufsteiger 1. FC Nürnberg" stand auf einem riesigen, den Block überspannenden Transparent, darunter die acht Jahreszahlen. Eine neunte, etwa 2020, sparten sie vorsichtshalber aus, weil auch von den Treuesten offenbar nicht jeder restlos überzeugt ist von der umgehenden Rückkehr ins Oberhaus.

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Der Rundenauftakt am Samstag bei Dynamo Dresden sollte die latenten Zweifel noch zusätzlich nähren, obwohl das Ergebnis stimmte: Mit 1:0 (0:0) behielt der in Hälfte eins lange Zeit behäbiger, im zweiten Durchgang dann zielstrebiger agierender Club die Oberhand.      

Dass die meisten Mannschaften Ende Juli und einen Monat vor Transferschluss noch nicht ganz fertig sind, bekam am Freitag auch Dynamo Dresden zu spüren, als ein zuletzt äußerst formstarker Stürmer um seine Freigabe bat. Haris Duljevic möchte sich beruflich verändern, wofür sein Arbeitgeber auch vollstes Verständnis hat und ihn freistellte. Einen Tag vor dem Saisonstart.

Also musste Dymamo ohne Duljevic auskommen und hatte auch sonst ein paar Fragezeichen mitgebracht ins Rudolf-Harbig-Stadion. Die Vorbereitung verlief so la la und blieb, wie auch beim 1. FC Nürnberg, vor allem eine Antwort schuldig: Wie stark ist der Jahrgang 2019/20 wirklich?

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Der Club hatte gleich sieben seiner aktuell zehn Zugänge dabei, vier (Sörensen, Handwerker, Dovedan, Hack) schafften es in die Startformation; der Portugiese Medeiros, am Donnerstag auf der Pressekonferenz von seinem Trainer überraschend als ernsthafte Alternative für die ersten 60, 70 Minuten ins Gespräch gebracht, saß zunächst auf der Bank.

Ohne ihren angeblichen Kreativspieler taten sich die anderen anfangs enorm schwer, einigermaßen durchdacht vor oder gar in den Strafraum zu gelangen. Nach etwa zehn Minuten übernahm Dynamo das Kommando und gefiel mit schnörkellosem, robustem Zweitliga-Fußball, der nicht besonders gut ankam bei den Nürnbergern.

Nach knapp einer halben Stunde stand es 5:0 für Dresden, nach Ecken, der Club lag lediglich in der Kategorie Fehlpässe deutlich vorn, insbesondere Sörensen leistete sich diverse. Die Führung für Dynamo wäre zu diesem Zeitpunkt jedenfalls nicht unverdient gewesen; die verhältnismäßig kleinen, wuseligen Offensivkräfte machten sich einen Spaß daraus, ihre vereinzelt etwas hüftsteif und langsam wirkenden Kontrahenten vor sich herzutreiben.

 

Richtige Chancen resultierten aus der Überlegenheit Dynamons freilich nicht; Wahlqvist prüfte mit einem strammen Distanzversuch den aufmerksamen Mathenia (14.), Atik traf nach schöner Kombination über rechts den Ball nicht richtig (32.) - auf der anderen Seite konnte Ishak einen missglückten Klärungsversuch nach harter Hereingabe Handwerkers per Kopf nicht mehr richtig platzieren (37.).

Erst in der Schlussphase des ersten Durchgangs schob der Bundesliga-Absteiger wieder etwas mutiger nach vorn; so etwas wie Gefahr beschwor aber lediglich noch eine Flanke von Sörensen herauf, die freilich keinen Abnehmer fand, Dovedan fehlte ungefähr ein halber Meter.

Dennoch hinterließ die Gäste-Elf vor der Pause über weite Strecken keinen guten Eindruck; viel regelte der Zufall, im Aufbau fehlten häufig Ideen und Tempo, um die stabile Dynamo-Defensive auseinanderzunehmen. Auch nach dem Seitenwechsel setzte der Club vorerst weiter auf Ballbesitz und Sicherheit, so dass Höhepunkte rar blieben – bis zur 53. Minute: Sorg, eingewechselt zur zweiten Hälfte für Valentini, flankte gefühlvoll in die Mitte, Dovedan hielt den Kopf hin - 1:0 für den Club!

So einfach kann Fußball sein; Dresden antwortete wütend und scheiterte in Person von Nikolaou wenig später erneut an Mathenia (56.), der seinen abgefälschten Schuss noch um den Pfosten lenken konnte. 

Auch danach wollte das Team aus Elbflorenz nicht in eine Niederlage einwilligen: Ein Abseitstor des auffälligen Koné fand berechtigerweise keine Anerkennung (69.), der eingewechselte Taferner visierte zehn Minuten später ohne Erfolg den rechten Winkel an. Freilich hatte der FCN, dem sich im Rudolf-Harbig-Stadion nun mehr Räume boten, auch noch Chancen: Ein Dovedan-Schuss flitzte über den Kasten (81.), Petraks schöner Kopfball klatschte mit viel Effet an die Latte (90. +2).

+++ Mathenia: "Ich liebe solche Siege" - die Club-Stimmen +++

Mathenia rettet den Dreier 

Die beste Möglichkeit der Schlussphase hatte zuvor aber Dynamo gehabt: Da Mathenia, Nürnbergs Fabel-Torwart der Vorsaison, jedoch Kones Schuss reaktionsschnell am Club-Gehäuse vorbeilenkte, dürften nach dem etwas glücklichen Erfolg vielleicht einige Anhänger mehr davon überzeugter sein, dass der Club die umgehende Rückkehr ins Oberhaus schaffen kann. 

+++ Der Live-Ticker zum Nachfreuen +++

Dynamo Dresden: Broll - Müller, Wahlqvist, Ehlers, Löwe (78. Klingenburg)  - Burnic (67.), Nikolaou, Kreuzer, Atik, Horvath (71. Taferner) - Koné

1. FC Nürnberg: Mathenia - Margreitter, Erras, Sörensen - Valentini (46. Sorg), Handwerker (90. Mühl) - Jäger, Behrens - Hack, Ishak (61. Petrak), Dovedan 

Tore: 0:1 Dovedan (53.) | Gelbe Karten: Nikolaou, Müller - Jäger, Dovedan | Schiedsrichter: Zwayer (Berlin) | Zuschauer: 29753.

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Wolfgang Laaß

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