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Eine große Herausforderung: Arcadenlauf in Erlangen findet statt

Katharina Taubeneder
Katharina Taubeneder

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2019 sind sie noch gelaufen: Rund 800 Teilnehmer sind in der Regel beim Arcadenlauf in die Mönau dabei. Hier starten die Sportler gerade auf die Zehn-Kilometer-Runde.

2019 sind sie noch gelaufen: Rund 800 Teilnehmer sind in der Regel beim Arcadenlauf in die Mönau dabei. Hier starten die Sportler gerade auf die Zehn-Kilometer-Runde. © Klaus-Dieter Schreiter, NN

Constantin Warter (55) hatte sich das alles anders vorgestellt. Als er die Organisation des Erlanger Arcadenlaufs, Roland Nagengast, seinen Abschied verkündete, dachte der Jugendleiter der TV-Triathleten an einen geordneten Übergang. 2020 aber fand überhaupt nichts statt, die Pandemie zwang auch die Erlanger zur Absage. Am Samstag soll es mit dem Lauf in die Mönau klappen, zum 34. Mal. Doch bis dahin war es für Warter ein langer Weg.

Herr Warter, wann war klar, dass Sie laufen dürfen?

Das war erst am 30. August! Die Entscheidung, dass wir die Veranstaltung durchführen wollen, war für uns daher im Vorfeld sehr schwierig. Viele haben auch in diesem Jahr abgesagt, der Herzo-Run der Nürnberger Stadtlauf oder auch der Fränkische Schweiz Marathon. Wir hatten uns eine Deadline für Juni gesetzt. Doch dann war der Juni da, und es war immer noch nicht abzuschätzen, ob es im Herbst klappen würde.

"Eine Entscheidung, die Bauchschmerzen macht"

Warum haben Sie dann nicht abgesagt?

Ich dachte mir, dass wir ein Zeichen setzen müssen in der Pandemie, um einen Schritt zurück in Normalität zu gehen. Es war aber eine Entscheidung, die Bauchschmerzen gemacht hat. Von dem Moment an, an dem wir das Anmeldeportal geöffnet hatten, wussten wir, dass Unkosten in Höhe von 1500 Euro auf uns zukommen würden, wenn ich dann doch absagen müssten. Wir haben aber den Mut aufgebracht und Anfang August die Anmeldung freigeschalten.

Gewissheit gab es aber erst Ende August?

Ja. Als Ministerpräsident Markus Söder die neuen Corona-Regeln verkündet hat, war klar, dass es klappen muss.

Ist Ihre Veranstaltung sicher?

Wir machen in diesem Jahr alles im Freien, auch die Startnummernausgabe. Außerdem herrscht Maskenpflicht, wo man den Abstand nicht einhalten kann. Die Läufer müssen ihre Masken bis eine Minute vor Start tragen, danach können sie diese abnehmen. Die 3G-Regel hätten wir theoretisch nicht gebraucht, um alle Auflagen zu überfüllen. Doch wir halten daran fest. Es soll für alle eine super Veranstaltung sein, vor allem für die Hobbyläufer. Große Superläufer haben wir diesmal nicht am Start. Doch das ist auch gut so: Die Profis konnten in den vergangenen Monaten eh laufen und Wettbewerbe machen, die Hobbyläufer hingegen hatten nichts.

Haben sich viele angemeldet?

Wir haben mit maximal 700 Startern kalkuliert, das sind rund 100 weniger als in den Jahren zuvor. Der Run auf die Startplätze ist nicht so groß, manche zögern wegen der Sorge vor Corona, andere stören sich an den Hygieneregeln oder der Maskenpflicht. Es gibt auch noch die Möglichkeit, sich am Samstag vor Ort anzumelden. Die Plätze sind mittlerweile aber begrenzt, da sollte man früh da sein!(Die Startunterlagen-Ausgabe beginnt am Samstag am Kosbacher Weg 75 um 11 Uhr, d. Red)

"Man hat Angst, dass sehr viel Arbeit umsonst ist"

Den Erlanger Triathlon hat der TV 48 in diesem Jahr zum zweiten Mal abgesagt. Warum ging das nicht - und jetzt der Arcadenlauf schon?

Der Triathlon ist noch einmal eine ganz andere Dimension, da kann man nicht erst zwei Monate im Vorfeld mit der Organisation beginnen, da muss alles im März schon feststehen. Eine kurzfristige Absage würde auch noch einmal mehr Unkosten mit sich bringen. Deshalb war die Absage die richtige Entscheidung. Die Unsicherheit merkt man jedem Veranstalter an.

Wie sind Sie damit umgegangen? Ehrenamtlich ein Hygienekonzept für eine Sportveranstaltung aufzustellen, kostet sicherlich viel Zeit.

Helfer zu finden, war nach der langen Pause schwierig. Von unserem Kernteam sind manche abgesprungen, deshalb blieb dann doch viel an mir hängen. Der Aufwand war sehr groß, und die Sorge vor einer Absage war immer dabei. Man hat Angst, dass sehr viel Arbeit umsonst gewesen sein könnte. Deshalb habe ich ein paar Nächte schlecht geschlafen.

Warum haben Sie trotzdem am Event festgehalten?

Wir können sehr viele Menschen bewegen und motivieren. Jetzt bin ich froh, dass wir es durchgezogen haben - für den Hobbyläufer.

Machen Sie sich Sorgen um die Zukunft des Arcadenlaufs oder des Erlanger Triathlons?

Um den Arcadenlauf mache ich mir keine Sorgen, wir sind jetzt wieder präsent. Beim Triathlon muss man sehen. Der organisatorische Aufwand ist so groß geworden, dass man es ehrenamtlich nicht stemmen kann.

Weitere Infos zum Arcadenlauf finden Sie hier.

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