Freitag, 22.01.2021

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FCN-Trainer Klauß: "Wir haben Bock aufs Derby"

Das 4:1 in Osnabrück ist aber noch kein Grund zur Euphorie beim FCN - 25.11.2020 05:55 Uhr

„Gelechzt nach einem Erfolsgerlebnis“: Vorbereiter Enrico Valentini (l.) und Vollstrecker Manuel Schäffler lassen erahnen, was ihr Trainer gemeint haben könnte.

24.11.2020 © Foto: Daniel Marr/Zink


Wenn man Geisterspielen denn irgendeinen besonderen Reiz zugestehen möchte, liegt der wohl darin, dass die Emotionen der Protagonisten relativ ungefiltert wahrzunehmen sind. Die fast trotzige Art, wie die Profis des 1. FC Nürnberg jedes ihrer vier Tore in Osnabrück bejubelten, wie sie sich gegenseitig pushten und zum "Weitermachen!" anspornten, ließ erahnen, welche Last da nach und nach von diversen Schultern gefallen war.

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Bei Dieter Hecking kam oben auf der Tribüne bisweilen sogar wieder der Trainer durch. Die aufs Feld gebrüllten freundlichen Hinweise des Sportvorstands wären aber gar nicht nötig gewesen, denn auch Nürnbergs hauptberuflicher Trainer fiel am Montagabend durch besonders engagiertes Coaching auf.

"Die Jungs haben gelechzt nach so einem Erfolgserlebnis"

"Mag sein, dass ich heute etwas lauter war", räumte Robert Klauß ein, "es ist schon wichtig, der Mannschaft in so einem Spiel von außen Halt zu geben." Immerhin trat man beim bislang ungeschlagenen Tabellenzweiten an, und mit sieben Punkten aus sieben Partien war die Brust vor dem Trip an die Bremer Brücke nicht gerade breit gewesen.

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Dass dort nicht nur der zweite Saisonsieg herausspringen sollte, sondern dieser mit einem 4:1 auch noch überraschend souverän geriet, sorgte bei den Gästen für kollektive Erleichterung. "Die Jungs haben gelechzt nach so einem Erfolgserlebnis", gestand Klauß, bemühte sich aber zugleich um eine sachliche Beurteilung des Auswärtscoups.

"Es war nicht alles gut heute, genauso wie in den letzten Wochen nicht alles schlecht war", befand der Trainer und bemängelte etwa, dass sich seine Elf in der zweiten Halbzeit habe "hinten reindrücken lassen", dass sie zu passiv war und phasenweise die Struktur verloren gegangen sei: "Wir haben nicht über 90 Minuten das perfekte Spiel abgeliefert."

Folge 70: Ein Sieg vor dem Derby

Musste sie auch gar nicht. Denn anders als in den vergangenen Wochen sind "die kleinen Momente auch mal in unsere Richtung gegangen", wie es Klauß formulierte. Exemplarisch nannte er den kapitalen Patzer von Bashkim Ajdini, dessen schlampiger Rückpass zum Torwart Fabian Nürnberger kurz nach dem 1:0 die erste Zwei-Tore-Führung der Saison ermöglichte: "Das hat uns enorm geholfen." Vor allem dabei, im achten Anlauf einen Vorsprung endlich nicht mehr aus den Hand zu geben. "Die Diskussion mit der Führung können wir dann auch beenden", stellte Klauß süffisant fest.

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Und dann war da natürlich noch die große Schäffler-Show. Zwei Tore geschossen, eines vorbereitet, ein weiteres durch aggressives Pressing provoziert – Manuel Schäfflers persönlicher Arbeitsnachweis konnte sich sehen lassen. "Dieser Sieg war enorm wichtig. Wir wollten den Bock unbedingt umstoßen", betonte der 31-Jährige.

"In den Fifty-fifty-Zweikämpfen oft Sieger"

Dass der Bock diesmal tatsächlich auch umgefallen ist, lag laut Schäffler am unbedingten Willen und den "Basics", die sein Team auf den Platz gebracht hatte: "Wir haben fast alle zweiten Bälle erobert, waren in den Fifty-fifty-Zweikämpfen oft Sieger." Der Torjäger selbst ging mit gutem Beispiel voran, attackierte unermüdlich, eroberte Bälle, setzte die Kollegen in Szene.

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"Cheffe war wirklich sehr präsent", lobte Klauß, der Formanstieg sei schon im Training zu erkennen gewesen. Nachdem den mit der Empfehlung von 19 Toren für Zweitliga-Absteiger Wehen Wiesbaden gekommenen Hoffnungsträger zu Saisonbeginn eine Kniereizung ausgebremst hatte, habe er nun "wieder Gefallen an den direkten Duellen gefunden", berichtete Klauß, "es tut uns gut, dass er vorne unser Anker ist".

"Fürth ist für mich aktuell die beste Mannschaft der Liga"

Trotz des kleinen Befreiungsschlags sieht Klauß seine auf Tabellenplatz zehn gekletterte Mannschaft "längst nicht da, wo wir hin wollen. Wir müssen weiter sehr, sehr fleißig bleiben und haben noch viele Schritte zu gehen." Den nächsten: gegen Fürth. "Ach ja, jetzt ist ja Derby", wollte sich Klauß erst auf Nachfrage an das anstehende Großereignis erinnern. Was seine Elf am Sonntag erwartet, ahnt er aber bereits: "Fürth ist für mich aktuell die beste Mannschaft der Liga, das wird eine richtig große Herausforderung. Aber wir haben Bock drauf." Wie sehr, das wird im leeren Max-Morlock-Stadion dann hoffentlich zu hören sein.


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