Fürths Derby-Held Abiama: Mehr als ein Joker?

22.3.2021, 14:48 Uhr
Im Zentrum der Jubeltraube: Dickson Abiama, der im Derby sein fünftes und bisher wichtigstes Tor für Fürth erzielte.

Im Zentrum der Jubeltraube: Dickson Abiama, der im Derby sein fünftes und bisher wichtigstes Tor für Fürth erzielte. © Sportfoto Zink / Melanie Zink, Sportfoto Zink / Melanie Zink


In der laufenden Saison ist die SpVgg Greuther Fürth weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt geworden für ihr schönes Kombinationsspiel. Die 1:0-Führung im Derby am Sonntag durfte dafür mal wieder als Blaupause gelten. Wie der Ball von der linken Seite von David Raum über Branimir Hrgota in der Mitte zu Paul Seguin lief und wie er Marco Meyerhöfer auf der rechten Seite in Szene setzte und dessen Flanke am Ende Havard Nielsen im Strafraum verwertete: der Angriffsfußball des Kleeblatts in der Saison 2020/21.

Manchmal kommt aber auch die Mannschaft von Stefan Leitl nicht daran vorbei, den Fürther Flachpass mal Fürther Flachpass sein zu lassen und sich Stilformen zu widmen, die im Allgemeinen unter dem Begriff "Brechstange" zusammengefasst werden.

"Eine überragende Flanke", lobt Leitl

1:2 stand es im 268. Franken-Derby nach 90 Minuten, zu einem Zeitpunkt also, wo das schöne Spiel nicht mehr gefragt ist. Innenverteidiger Mergim Mavraj hatte längst seinen ursprünglichen Arbeitsplatz verlassen und versuchte sich als Mittelstürmer, immer mehr Fürther drängten in den Strafraum des 1. FC Nürnberg, hoch und weit flogen da die Bälle hinein – und meistens auch sehr schnell wieder hinaus.

Es wirkte ein wenig verzweifelt, wie die Spielvereinigung da versuchte, doch noch irgendwie den Ausgleich zu erzielen, aber Verzweiflung muss ja nicht die schlechteste Antriebskraft sein. Mit, genau, dem Mut der Verzweiflung schlug dann auch der zehn Minuten zuvor eingewechselte Luca Itter noch einmal eine "überragende Flanke" (Leitl) vor das Nürnberger Tor – und fand tatsächlich einen glücklichen Abnehmer.

Der ebenfalls gut zehn Minuten zuvor eingewechselte Dickson Abiama war gedankenschneller als seine Gegenspieler, hielt den Kopf hin. Der Rest war: grenzenloser Jubel.

Der Rest: grenzenloser Jubel

"Kompliment an die Jungs für die Einstellung", sagte ein sichtlich stolzer Stefan Leitl danach. Die Jungs hatten in der zweiten Halbzeit ja doch sehr erschöpft gewirkt, den späten Ausgleich in der dritten Minute der Nachspielzeit fand Fürths Trainer dennoch "sehr verdient".

Vor allem fand Leitl, dass sich Abiama das Tor sehr verdient hatte. "Dickson ist einer, der sich das permanent verdient durch seine akribische Art und Weise, wie er Fußball spielt", lobte Leitl seinen jungen Stürmer: "Es ist nicht das erste Mal, dass er uns geholfen hat."

Und nächste Saison?

Tatsächlich wird der 22-Jährige, der vergangene Saison noch für den SC Eltersdorf in der Bayernliga gespielt hatte, immer wichtiger für das Kleeblatt. Erzielte Abiama seine ersten drei Profi-Tore noch bei relativ hohen Siegen der Spielvereinigung, besorgte er zuletzt gegen Hannover 96 den Ausgleich und nun auch gegen den 1. FC Nürnberg.

Gut möglich, dass er kommende Saison schon mehr ist als ein Einwechselspieler mit enormen Joker-Qualitäten.

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