Aufarbeitung der ersten Heimniederlage

Einmal Schütteln nach dem Chancenwucher: Der HCE schaut schon auf Samstag

Andreas Pöllinger
Andreas Pöllinger

Sport-Redaktion

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17.11.2022, 17:58 Uhr
Köpfe unten - und bald hoffentlich wieder oben: Johannes Sellins HC Erlangen vergab gegen den THW Kiel zu viele gute Torgelegenheiten.

© Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink Köpfe unten - und bald hoffentlich wieder oben: Johannes Sellins HC Erlangen vergab gegen den THW Kiel zu viele gute Torgelegenheiten.

Unzufrieden mit sich und dem HC Erlangen war Raul Alonso nicht, als er draußen am Kurt-Leucht-Weg auf alte Gefährten aus Kieler Zeiten wartete. "Das ist der Stand, auf dem wir sind. Aber er fühlt sich besser an", sagte der erfolgreichste HCE-Coach der Neuzeit. Im Schein der Straßenlaternen. Nach einem 27:34 gegen den Rekordmeister.

Beim Wiedersehen mit dem Weltklasseteam hatten Frankens Erstligahandballer nach 14 erfolglosen Bundesliga-Anläufen zuvor tatsächlich den Eindruck erweckt, dass sie den Branchenprimus besiegen können. Klarer führen müssen hätte der Gastgeber allemal. Bereits in der Frühphase, in der Johannes Sellin zur Führung traf, danach aber nicht mehr. Trotz zahlreicher Chancen. Weil auf Christoph Steinert, mit zehn Toren am Ende Erlangens bester Werfer, vom Siebenmeterstrich und aus dem Feld heraus von Beginn an Verlass war und der HCE auch anderweitig netzte, sollte dies zunächst nicht ins Gewicht schlagen.

Auch Landin lässt den HCE verzweifeln

Eine Hypothek bildete Erlangens Chancenwucher dennoch. "Wir haben alles verschossen", makelte Alonso dies draußen am Kurt-Leucht-Weg überspitzt. Und war? Da zumindest unzufrieden damit, dass sein Team es verpasst hatte, sich deutlicher in Vorsprung zu setzen. Etwas, was gegen im ersten Durchgang ein bisschen bräsige Premiumhandballer aus dem Norden möglich gewesen war.

Dass Alonsos HCE am THW scheiterte, war freilich auch Niklas Landin geschuldet, Kiels Weltklasseschlussmann, der es insgesamt auf 16 Paraden bringen sollte. Spätestens nach der Pause drückte Kiels Qualität dann durch. Auch weil Erlangen der Start in die zweite Hälfte misslang.

"Wir haben vor der Halbzeit mit einem Drei-Tore-Lauf das Momentum an uns gerissen und diesen Lauf nach der Pause fortgesetzt", erklärte THW-Trainer Filip Jicha einverstanden mit dem Re-Start. "Es tut weh, weil wir es uns selbst zuzuschreiben haben mit keiner guten Wurfqualität. Es wäre mehr drin gewesen", konstatierte Christoph Steinert auf der Gegenseite.

An Unterstützung mangelte es nicht

Das Duell mit dem THW war Frankens Erstliga-Handballern spätestens nach Wiederbeginn verrutscht. Gegen nun nicht mehr bräsige Kieler um die Ex-Erlanger Weinhold und Overby sowie Comeback-Profi Hendrik Pekeler musste der HCE die THW-Qualität akzeptieren. Am Ende stand trotz Aufbäumen und enormer Unterstützung von den Rängen die erste Heimniederlage im laufenden Liga-Betrieb.

"Ich hoffe, am Samstag kommen noch ein paar Fans mehr. Wir waren eine Halbzeit lang mindestens ebenbürtig", konstatierte Raul Alonso vor dem Heimspiel gegen Rhein-Neckar Löwen, einem weiteren Spitzenteam.

Erlangens Zufriedenheit soll ein erfolgreicher Spielausgang ab 20.30 Uhr dann weiter steigern.

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