Erlangen ist in der Spur zurück

Haushalt nach dem Heimerfolg: Steinerts HCE schnauft zufrieden durch

Andreas Pöllinger
Andreas Pöllinger

Sport-Redaktion

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27.9.2022, 14:59 Uhr
Verbissen, wenn um es Erfolgserlebnisse geht: Christoph Steinert war beim Unentschieden gegen Melsungen ein Garant für den Erlanger Punktgewinn.

© Sportfoto Zink / Daniel Marr, Sportfoto Zink / Daniel Marr Verbissen, wenn um es Erfolgserlebnisse geht: Christoph Steinert war beim Unentschieden gegen Melsungen ein Garant für den Erlanger Punktgewinn.

Vier Sekunden blinkten am Sonntag als verbliebene Spielzeit vom Videowürfel, als Christoph Steinert vom Siebenmeterstrich den Ausgleich anvisierte. Steinert täuschte einmal an. Wartete. Kurz. Und donnerte das Spielgerät im Klatschpappengewitter am Melsunger Schlussmann vorbei ins Netz.

Dass die Punktlandung gelang, weitere Begeisterungsblitze durch die Arena schossen, fühlte sich gut an. Professionell einordnen wollte Christoph Steinert das Endergebnis, das er mit zielsicherer Vehemenz verantwortet hatte, danach trotzdem.

Schwächen im Rückzugsverhalten

"Am Ende war es der Kampf, der uns den Punkt gerettet hat", gestand Steini nach dem Kraftakt gegen die Melsunger Turngemeinde, die an diesem Nachmittag "die bessere Mannschaft war". In der ersten und zweiten Welle hätten starke Nordhessen Vorteile gehabt, die Erlangen im Rückzugsverhalten nicht kompensieren konnte.

Mit viel Einsatz und der Energie der Halle, resümierte Erlangens Routinier nach dem 34:34, hätte man sich gleichwohl gegen die Niederlage gestemmt. Gegen die muskelgepackten 122 Kilo des Brasilianers Rogerio Moraes Ferreira, gegen Kai Häfner und die anderen abgezockten Protagonisten ambitionierter Melsunger.

Nahezu über die komplette Spielzeit im Rückstand liegend lechzte der HCE nach einem Teilerfolg. Nach einer Bestätigung des grandiosen Saisonstarts, der nach der Niederlage in Leipzig etwas an Glanz verloren hatte – von Steinert in dessen Spezialdisziplin spät aber aufpoliert wurde. Bereits in Sachsen Erlangens bester Werfer, war dieser früh vom Siebenmeterstrich an Adam Morawski und dem Querbalken gescheitert.

Als es Sekunden vor Schluss darauf ankam und mit Nebojsa Simic Melsungens anderer "richtig guter Keeper" im Gäste-Gehäuse stand, bekam es ein bereits davor wieder deutlich präziserer Steinert "ohne viel nachzudenken aber ganz gut hin".

Treffsicher vorne

Die Nervenstärke des 32-Jährigen sorgte für finale Begeisterung. Und dafür, dass für im oberen Tabellendrittel verortete Erlanger nach sechs Spielen in der Handball-Eliteliga nur eine Niederlage steht. 189 Tore hat der HCE Stand jetzt erzielt, 13 davon in den letzten beiden Partien Steinert – dabei stets einer der besten fränkischen Werfer.

Das Durchschnaufen danach? Habe "wahnsinnig gut getan", erklärte Erlangens Führungskraft, nachdem der zweite der von Raul Alonso gestatteten freien Tage fast vorbei war. "Wir haben uns ganz schön reingeschmissen in alles, was da gekommen ist", sagte Steinert, der wie die Kollegen nach einem intensiven September ein paar Blessuren pflegen konnte. Und sich seit dem Melsungen-Spiel darüber hinaus mit "Haushalt, Couch und Krafttraining" beschäftigte. In Form der letzten Partien wäre auch er jetzt "erfolgreich in die Saison gestartet", findet der Nationalspieler.

Und jetzt der BHC

Um seine Zufriedenheit zu steigern, beschäftigt sich Steinerts HCE ab Mittwoch mit dem Bergischen HC, der am 6. Oktober in der Arena Nürnberger Versicherung vorbeischaut. Auch dann soll ein erfreuliches Ergebnis vom Videowürfel blinken.

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