Führungsspieler kann beim Final-Four-Turnier ran

Punktlandung mit dem HCE: Steinert kehrt gegen Magdeburg zurück

Andreas Pöllinger
Andreas Pöllinger

Sport-Redaktion

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23.4.2022, 05:56 Uhr
Feiert im Pokal-Halbfinale gegen Magdeburg sein Comeback: Der Ex-Magdeburger Christoph Steinert.

© Sportfoto Zink / Daniel Marr Feiert im Pokal-Halbfinale gegen Magdeburg sein Comeback: Der Ex-Magdeburger Christoph Steinert.

Kiels Miha Zarabec hatte Steinerts linkes Knie im Fallen unglücklich in Mitleidenschaft gezogen. Am 27. Februar, als der verletzungsbedingte Ausfall von Erlangens EM-Teilnehmer die nächste Schocknachricht bedeutete. Nach 15 Minuten und 36 Sekunden zu Beginn, in denen Erlangen kein einziges Tor gelungen war.

Gestützt von Zarabec und Schlussmann Ziemer musste Steinert damals das Feld verlassen. "Es war eine Teilabriss des Innenbandes, nicht das komplette Band war durch, ein kleiner Teil stand noch", berichtet Erlangens Comeback-Profi von den fatalen Folgen der Kollision. 56 Tage später wird Steinert aufs Feld zurückkehren. Nicht in irgendeinem Spiel, sondern im größten der Vereinsgeschichte. Einem Spiel, dem nach dem Duell mit Magdeburg am Samstag (16.10 Uhr, ARD und Sky) das nächste folgen könnte. Am Final-Tag gegen Kiel oder Lemgo.

Comeback-Qualen und Machtlosigkeit

Christoph Steinert ist bereit für die Herkulesaufgaben mit dem HCE. Knapp zwei Wochen ließ "Steini" das Gelenk "in Ruhigstellung, die Fasern sich wiederfinden". Seit Mitte März arbeitete sich der EM-Fahrer im Fortlauf zurück. Gewann wieder an Muskulatur und Stabilität im Knie. Schuftete in einem Fitnessstudio in der Münchener Straße. Stunden-, tage-, wochenlang.

"Es geht wieder los mit dem richtigen Handballspielen" freute sich der 32-Jährige, dem das enorm gefehlt hatte, danach. "Das Von-Draußen-Zuschauen ist immer ein Gefühl der Machtlosigkeit", sagt Steinert vor der Vorschlussrunde gegen den SC Magdeburg, seinen Ex-Verein. Vor der Auseinandersetzung mit Deutschlands Handball-Dominator.

Im Austausch mit den Kollegen war der Rückraumrechte freilich auch während seiner Auszeit. "Wir haben viele Gespräche geführt, was kann man verbessern, was läuft schon gut." Die Erkenntnis: Phasenweise hätte es schon ordentlich ausgesehen, sagt Steinert. Und spricht von den Heimsiegen gegen Lübbecke und den BHC. Dass seit dem Trainerwechsel noch nicht alles rund laufe, sei selbstverständlich. Erklärt Steinert und blickt optimistisch auf die Herausforderungen, die für den HCE in naher Zukunft anstehen. Und für den Bundesliga-Dreizehnten das Pokal-Wochenende in der Hamburger Barclays Arena beinhalten. "Die Ideen, die Raul Alonso hat, sind wahnsinnig gut. Wenn das alles greift, kann das sehr erfolgreich sein", glaubt der Siebenmeter-Spezialist. Vielleicht schon im Halbfinale gegen Magdeburg.

"Ein großer Stellenwert"

Ein Sensationserfolg und die damit verbundene Endspielteilnahme am Folgetag: Für Steinert wäre das eine Punktlandung. Und wie jedes Spiel gegen den Bundesliga-Primus von der Börde "etwas ganz Besonderes". 2007 war der gebürtige Berliner zum SCM gewechselt, bei dem er 2008 in Deutschlands Eliteklasse debütierte. "Doppelter Trainingsumfang, Abitur, erste Erfahrungen in der Bundesliga: Magdeburg hat einen großen Stellenwert für mich in den letzten 15 Jahren", sagt Steinert, der 2019 in die Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts zurückkehrte, um mit ihrem Vorzeigeverein im Sommer des Vorjahres - vor seinem erneuten Wechsel nach Erlangen - den EHF-Pokal zu gewinnen.

"Sie haben gerade diese Selbstverständlichkeit, auch an nicht so guten Tagen die Spiele zu gewinnen", kennzeichnet Steinert Erlangens deutlich favorisierten Halbfinal-Gegner, den man im April 2021 zu Hause dennoch mit 30:28 bezwang und dem man sich im Oktober in fremder Halle nur mit einem Tor Unterschied beugen musste (27:28). "Uns liegt Magdeburg" glaubt der SCM-Spezialist vor dem Wiedersehen am Samstag. "Nur einmal 60 Minuten und man spielt mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit international, wer sich dafür nicht motivieren kann", sagt Steinert, der 2017 bereits mit Leipzig Final-Four-Erfahrung sammelte. Und lässt den Satz unvollendet. Eine Vorstellung, wie es klappen könnte mit dem Überraschungscoup, hat er längst schon entwickelt.

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