René Selkes Rückkehr

Voller Fokus und ein bisschen Nostalgie: HC Erlangen peilt Auswärtssieg in Lemgo an

Andreas Pöllinger
Andreas Pöllinger

Sport-Redaktion

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26.11.2022, 11:00 Uhr
(Ex-)Torwart liebkost Torwart: So ungefähr soll das auch in Lemgo aussehen, wenn HCE-Geschäftsführer René Selke und Bertram Obling (vorne) einen Erlanger Auswärtssieg anstreben.

© Sportfoto Zink / Daniel Marr (Ex-)Torwart liebkost Torwart: So ungefähr soll das auch in Lemgo aussehen, wenn HCE-Geschäftsführer René Selke und Bertram Obling (vorne) einen Erlanger Auswärtssieg anstreben.

Die Reise in die Vergangenheit wird René Selke auf jeden Fall mitmachen. "Ich bin dabei am Sonntag, wie bei fast jedem Auswärtsspiel", bestätigt der Geschäftsführer des HCE. Ein normales Auswärtsspiel ist das Duell mit dem TBV Lemgo Lippe ab 16.05 (Sky) für Selke nicht.

2003, der Turn- und Ballspielverein war just zum zweiten Mal Meister geworden. "durfte ich dort meine Karriere starten", berichtet Erlangens Handballmanager. Als sehr junger Torhüter war er ins Lipperland gekommen. Auf Mannschaftsbildern sieht man, wie der Schüler – eingerahmt von erfahrenen Keeper-Kollegen – die Meisterschale hochhält.

Wiedersehen mit alten Weggefährten

Dass dies Erinnerungen sind, die der 38-Jährige noch immer hochhält, muss Selke nicht extra erwähnen. Ein Kulturschock? Sei es sicher gewesen. "Aus der Großmetropole Berlin, damals noch Handballwüste, ins nicht so große Lemgo zu kommen, das schon eine Großmetropole im Handball war", erzählt er vor dem Wiedersehen mit Florian Kehrmann, dem Trainer. Oder mit Jörg Zereike, Selkes Torwart-Kompagnon, mittlerweile Geschäftsführer des TBV.

"Dass in Lemgo Handball gelebt wird", merke man noch immer "an allen Ecken und Enden", sagt Selke. Und erklärt damit etwas, von dem der TBV auch in den vergangenen Jahren profitierte. "Sie waren immer im vorderen Liga-Drittel dabei, haben Topergebnisse erzielt, etwa mit dem Pokalsieg vor eineinhalb Jahren", erläutert Erlangens Geschäftsführer, der Lemgo trotz Platz 14 weiter als "starke Adresse im deutschen Handball" verortet.

Ausrufezeichen in Kiel

Nach einem "großen Umbruch und einem sehr schlechten Saisonstart" sei die Konstanz beim TBV noch nicht da, auch wenn Lemgo unlängst mit aufsteigender Tendenz und einem Auswärtssieg in Kiel aufhorchen ließ. Wieder aufhorchen lassen will am Sonntag derweil auch der famos in die Saison gestartete Tabellensechste aus Erlangen, der gegen die Spitzenteams der Liga zuletzt drei Niederlagen hinnehmen musste.

Dass man den Topmannschaften aus Flensburg, Kiel und Mannheim "über weite Strecken auf Augenhöhe" begegnete, zeige jedoch, "wie weit unser Team in seiner Entwicklung ist". In einer Entwicklung, die seit Jahresbeginn anhält und auch Ende April beim erstaunlichen 33:27 in Lemgo, Erlangens Sieg-Premiere dort, Ausdruck fand.

Keine Angst und Platz im Kofferraum

"Die Gier, jedes Spiel zu gewinnen - komplett unabhängig von der Situation drumherum", beflügele den HCE unter Raul Alonso weiterhin. Und mache Mut vor einer "sehr schweren Aufgabe", sagt Selke.

"Uns ist nicht bange", erklärt dieser folglich nach dem kleinen Ergebnistief auch angesichts größerer Personalsorgen, welche der Klub in Form der Ausfälle von Antonio Metzner und Hampus Olsson bis Jahresende kürzlich zur Kenntnis gab. Bei der Heimreise aus Lemgo möchte Selke "unabhängig der Spiele davor und danach" nur allzu gerne zwei Punkte im Kofferraum haben.

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