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HCE-Zugang Ziemer: "Eigenes Ego nicht zu groß werden lassen"

Der 37-jährige Routinier komplettiert das HCE-Torhütergespann - 17.09.2020 10:37 Uhr

Komplettiert das HCE-Torhütergespann: Martin Ziemer.

17.09.2020 © Sportfoto Zink / Oliver Gold, NN


Martin Ziemer hat schon ein paar Mannschaftsvorstellungen erlebt in seiner Karriere, so eine aber mit absoluter Gewissheit noch nicht. Im Schatten einer Bühne spricht Ziemer an diesem sonnigen Sonntagmittag mit gebührendem Sicherheitsabstand über zwei Jahrzehnte als Profi-Handballer, über Bootcamps in Arizona und ein abgebrochenes Philosophiestudium. Später wird er auf dieser Bühne mit seinem trocken Humor überzeugen, er wird seinem Torwart-Kollegen Klemen Ferlin als Dolmetscher zur Seite springen und die Herzen der Fans gewinnen, indem er das Wort "Schäufele" relativ unfallfrei ausspricht.


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Was Ziemer von der Bühne aus sieht, ist allerdings ein einigermaßen absurdes Bild. Für die sogenannte "Saisoneröffnung" drei Wochen vor der tatsächlichen Saisoneröffnung hat sich der HC Erlangen einen Supermarkt-Parkplatz im Norden Nürnbergs ausgesucht. Die dort ansässige Supermarktkette ist seit Mitte August Premiumpartner des Handball-Bundesligisten, vor allem bietet der Parkplatz aber genügend Raum, um die aktuellen Hygienevorschriften zu erfüllen. Ziemer sieht also Fans, die teilweise mit 50 Meter Abstand auf Bierbänken sitzen und freundlich applaudieren, wirklich nahe kommen dürfen sich die Spieler und ihre Anhänger aber nicht.

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Nach sechs Monaten ohne Handball geht es nun endlich wieder los. Auch der HC Erlangen legt wieder los und hat am Sonntag das Team und die neuen Trikots vorgestellt. Der Bayerische Innenminister war auch dabei und machte Hoffnung auf etwas mehr Normalität. Er geht davon aus, dass zum Saisonstart im Oktober "eine stattliche Zahl" Zuschauer in den Hallen sein wird.


Martin Ziemer, 37 Jahre alt, 1,88 Meter groß, geboren in Rostock, ist bereits in Magdeburg vorgestellt worden, in Bernburg, in Hamm, in Balingen, Hannover und Berlin, nun also: Erlangen. Wobei Ziemer keiner ist, der nicht einmal die Umzugskisten auspackt. Bei den meisten Stationen ist er mehrere Jahre geblieben, nur bei Balingen-Weilstetten und zuletzt bei den Füchsen Berlin reichte es für keine zweite Saisoneröffnungsfeier.


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Dennoch: Wie geht man mit diesen vielen Veränderungen um im Laufe der Karriere, die in seinem Fall nun schon seit 20 Jahren andauert? "Im ersten Moment ist es immer schwierig, weil man ja immer etwas hinter sich lässt, Freunde zurücklässt", sagt er, "aber es ist auch spannend, weil man gezwungen ist, neue Sachen zu entdecken."

In Berlin war er zuletzt nur die Nummer drei im Tor, bis sich seine Konkurrenten zeitgleich verletzten und er doch noch beweisen durfte, dass er auch im fortgeschrittenen Handballalter ein zuverlässiger Rückhalt sein kann. Da hatten die Füchse aber längst andere Pläne und Ziemer wurde so einer von gleich drei neuen Torhütern beim HCE. "Mir ist einfach an Erfolg gelegen", sagt er über sein Saisonziel und entschuldigt sich gleich für den Satz: "Ich weiß, das klingt sehr platt, aber ich meine es tatsächlich, wie ich es sage." Für ihn bedeutet das auch: sich mal zurücknehmen, "das eigene Ego nicht zu groß werden lassen", den jüngeren Kollegen Tipps geben, wenn es denn erwünscht ist.


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Tipps und Geschichten hat er jedenfalls genügend auf Lager, sie dürften während der Saison locker für ein weiteres Portrait oder Interview ausreichen. Spätestens dann müssen auch die Kapitel über das Bootcamp in Arizona und sein erstes Studium erzählt werden.

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