2:3 in Playoff-Spiel eins

Ice Tigers starten nervös und müssen es am Donnerstag in Düsseldorf richten

Sebastian Böhm
Sebastian Böhm

Sportredaktion

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5.4.2022, 21:10 Uhr
Nein, schön war dieses erste Playoff-Spiel nicht immer, aber spannend. 

© Sportfoto Zink / Thomas Hahn, Sportfoto Zink / ThHa Nein, schön war dieses erste Playoff-Spiel nicht immer, aber spannend. 

Diese in Nürnberg seit drei Jahren herbeigesehnten Playoffs 2022, sie waren keine 13 Spielminuten alt, da versammelte Tom Rowe die gesamte Mannschaft um sich. Der TV-Rechte-Inhaber nutzte die Pause, um Werbepartner in Szene zu setzen. Rowe nutzte sie, um die Nürnberger Spieler daran zu erinnern, um was es in den Playoffs geht: Mut und Selbstvertrauen. Von der Bande aus aber sah Rowe einer Mannschaft zu, die nicht spielte, um zu gewinnen. Diese Ice Tigers spielten, als hätten sie das erste Mal in dieser Saison etwas zu verlieren.

Und genau deshalb verloren sie dieses intensive erste Spiel der ersten Playoff-Runde gegen die DEG mit 2:3 (0:2, 2:1, 0:0). Schon am Donnerstag (19.30 Uhr/MagentaSport) kann diese Spielzeit in Düsseldorf zu Ende gehen.

Und plötzlich: 0:1

Niemand hatte im September erwarten können, dass diese aus jungen deutschen Spielern und Europa-Neulingen zusammengestellte Mannschaft sich derart positiv entwickeln, zwischendurch mit den besten Klubs der Deutschen Eishockey Liga mithalten und im April überhaupt noch mitspielen würde. Die Ice Tigers spielten, um zu gewinnen und mitunter mitreißend, weil sie nichts zu verlieren hatten.

An diesem Dienstagabend war das anders. Vor 3479 weitgehend maskenbefreiten Zuschauern begannen sie nervös, leisteten sich vom ersten Bully weg Abspielfehler und Unkonzentriertheiten. Dass Kyle Cumiskey in der dritten Minute eher unmotiviert aufs Tor schoss und der Puck über Umwege hinter Niklas Treutle einschlug, beruhigte die Nürnberger dann auch nicht.

Die Düsseldorfer EG steigerte sich hingegen in ein perfektes Auswärts-Playoff-Spiel. Wie schon bei den vier Siegen gegen die Ice Tigers in der Hauptrunde störten die Gäste früh, unterbanden immer wieder das eigentlich stark verbesserte Aufbauspiel der Gastgeber schon im Ansatz. Und nach einem weiteren unnötigen Scheibenverlust war es Stephen MacAulay, der präzise ins Kreuzeck traf (12.). Rowe hatte Redebedarf.

Friedrich herausragend, Fleischer glücklos

Nürnberg steigerte sich, übernahm die Kontrolle, aber weiterhin nicht immer über den Puck. Von unzähligen Schüssen im Power-Play gingen nur wenige als echte Chancen durch. Nach dem ersten Wiederbeginn war es der Schlittschuh von Daniel Schmölz, von dem die Scheibe endlich ins Tor prallte (24.). Direkt danach: Power-Play, Düsseldorf, 1:3 durch Daniel Fischbuch (25.). Es schien, als bräuchten diese Ice Tigers immer wieder neue Herausforderungen. Nach einem wunderbaren Pass brachte nicht zufällig der herausragende Marko Friedrich sein Team wieder heran (29.).

Danach wurde es gesundheitsgefährdend spannend. Tim Fleischer vergab einen Alleingang (45.), auf der anderen Seite rettete Treutle mehrmals nach weiteren Unkonzentriertheiten. Die Ice Tigers hatten weit mehr Puckbesitz, Düsseldorf aber verteidigte clever. In einem späten Power-Play hatten die Ice Tigers keine einzige echte Chance. Erst in den Schlussminuten wurde es wieder turbulent. Mirko Pantkowski beraubte Tim Fleischer eines sicheren Treffers, danach gelang es Sheehy und Blake Parlett nicht, den Puck reinzustochern.

Am Donnerstag geht es weiter. Dann sollten die Ice Tigers nichts mehr zu verlieren haben.


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