Souveränes 3:1 in Berlin

Sieg beim Deutschen Meister: Ice Tigers überraschen die Eisbären

Sebastian Böhm
Sebastian Böhm

Sportredaktion

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28.11.2021, 20:49 Uhr
Good goal: Der Berliner Julius Karrer feiert den Torschützen Daniel Schmölz in Berlin. 

© Matthias Koch/Imago Images Good goal: Der Berliner Julius Karrer feiert den Torschützen Daniel Schmölz in Berlin. 

Eigentlich lässt er sich immer etwas einfallen. Zuletzt durfte sich der Vollblutstürmer Gregor MacLeod in der Verteidigung versuchen. Zumindest stand es so auf dem Spielberichtsbogen, den auch der gegnerische Coach bekam. Tatsächlich stürmte der Kanadier dann, wie immer. Am Sonntag schaffte es Charlie Jahnke zur offiziellen Vorstellung aufs Eis, als Mittelstürmer der ersten Reihe. Tatsächlich war er das nur im ersten Wechsel. Tom Rowe aber schien dem Berliner in Berlin den kurzen Moment im Rampenlicht schenken zu wollen, dazu dem Verteidiger Julius Karrer, ebenfalls in Berlin geboren, und dem Ex-Berliner Blake Parlett.

Spielerisch und taktisch machten die Kurzzeitumstellungen keinen Unterschied. Offenbar aber hatten den Spielern diese Aufmerksamkeiten gefallen. In Berlin zeigten die Ice Tigers ihre beste Leistung seit der Deutschland-Cup-Pause und den Corona-Fällen. Gerade nach der ärgerlichen Penalty-Niederlage vom Freitag war eine solch souveräne Vorstellung kaum zu erwarten. Dass die Ice Tigers die Eisbären in einer eher lustlosen Form erwischten, schmälert die Leistung kaum. Vom starken Niklas Treutle über die nahezu fehlerfreien Verteidiger bis zumindest bei Fünf-gegen-Fünf stets gefährlichen Angreifern - sehr viel besser kann Nürnberg auf fremdem Eis wohl auftreten. Das 3:1 (0:0, 2:1, 1:0) unterstreicht die Ambitionen der neuen Ice Tigers.

Reimer trifft (irgendwie)

Nürnberg begann aufmerksam, konnte das Talent der Eisbären aber nicht durchweg kontrollieren. Und so traf Fiore das Gestänge (8. Minute), tauchte Leo Pföderl vor seinem ehemaligen Teamkollegen Niklas Treutle auf (9.). Ansonsten aber verteidigten die Gäste konzentriert, halfen sich immer wieder aus und meldeten sich nach der ersten Drittelpause auch offensiv. Immer wieder drangen sie schnell über die Außen ins Berliner Drittel. Weil sie da aber meist blieben, war das gefällig, aber selten gefährlich - bis der Kapitän einen Warnschuss abgab (31.).

Gemeinsam stark: In Berlin halfen sich die Ice Tigers in jeder Situation. 

Gemeinsam stark: In Berlin halfen sich die Ice Tigers in jeder Situation.  © Engler/Imago Images

Dem Treffer von Patrick Reimer versagten die Schiedsrichter die Anerkennung, weil Daniel Schmölz den Berliner Torhüter Mathias Niederberger behindert hatte. Als Schmölz aber kurz darauf einen Schuss von Fane Fox abgefälscht hatte, hatte niemand mehr Einwände (33.). Das 2:0 bereitete der Füssener vor, indem er den Puck aus der Rundung auf den Schläger von Gregor MacLeod kickte. Der Kanadier schob die Scheibe durch Niederbergers Schoner (38.). Dazwischen traf Parlett noch den Innenpfosten (36.) Und hätte nicht noch Mark Zengerle einen Abpraller aufgewertet (39.), es wäre ein perfekter Abschnitt gewesen.

MacLeod trifft (irgendwie)

Der Schlussabschnitt begann wieder mit einer kleinen Videopause. Auch MacLeod wurde ein Treffer aberkannt, weil er den Puck mit dem Schlittschuh nicht gekickt, aber ins Tor gedreht hatte (42.). Nürnberg blieb gefährlich - nur in Überzahl nicht. In der Disziplin Power-Play ist die Mannschaft von Tom Rowe weiterhin ein Abstiegskandidat.

Weil aber die Eisbären diesbezüglich nicht sehr viel besser sind, blieb es bei der knappen Gästeführung - bis MacLeod aufs leere Tor zufuhr, dann aber seinem Kapitän nicht nur den Treffer, sondern auch den 800. Punkt in der Deutschen Eishockey-Liga schenkte (59.).

800, 1000 und dazwischen die DEG

Patrick Reimer ist der erste Spieler in der Geschichte der DEL, der diese Marke erreicht hat. Und er wird es wohl auch noch länger bleiben. Erst der Scorer-Rekord, am Sonntag nun der 800. Punkt, am Freitag wird der 38-Jährige voraussichtlich sein 1000. Spiel in der höchsten deutschen Spielklasse absolvieren. Es sind Festwochen für Reimer und die Ice Tigers.

Nur am Dienstag (19.30 Uhr/MagentaSport) wird er sich aus dem Rampenlicht heraushalten können - sofern ihm das in einem Heimspiel gegen seinen alten Herzensklub möglich ist.

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