Leistungsgerechtes Unentschieden

Kampf und Karten: Flutlicht-Derby zwischen Arberg und Ornbau

3.10.2021, 17:03 Uhr
Arberg (rotes Trikot) im Angriff - in der ersten Halbzeit waren die Gastgeber die bessere Mannschaft. Nach der Pause wendete sich das Blatt und der SV Ornbau kam besser ins Spiel.

Arberg (rotes Trikot) im Angriff - in der ersten Halbzeit waren die Gastgeber die bessere Mannschaft. Nach der Pause wendete sich das Blatt und der SV Ornbau kam besser ins Spiel. © Foto: Uli Gruber

Irgendwie vermittelten die Aktivitäten rund um das SVA-Sportgelände einen Hauch von Volksfeststimmung. Musik, Lichter, der Duft von Bratwürsten, mehr als 400 überwiegend gut gelaunte Menschen und ein Kreisliga-Fußballderby, das zumindest in der zweiten Halbzeit beste Unterhaltung bot. Schon am Freitag trafen unter Flutlicht die Nachbarn Arberg und Ornbau aufeinander, am Ende trennten sich die ambitionierten Rivalen leistungsgerecht 1:1. Damit bleiben beide Vereine Spitzenreiter Uffenheim auf den Fersen.

Sport auf dieser Ebene ist aber nicht nur der Kampf um Punkte und Tore. Nein, es ist immer auch ein willkommener Anlass für persönliche Begegnungen. Im täglichen Einerlei verlieren sich Menschen aus den Augen, die Gründe dafür sind vielfältig. Wie schön, dass sich alte Freunde ab und zu wenigstens beim Fußball über den Weg laufen: "Servus Fritz, wie geht´s denn dir allerweil?" Das Spiel mit dem runden Leder (Kunststoff) verbindet, über Generationen hinweg. Drei junge Burschen haben sich mit dem bereitgestellten Kasten Bier wohl etwas übernommen, ein fröhliches Mädels-Quintett genießt immerhin Weinschorle aus Halbe-Gläsern (!).

Anpfiff, jetzt kann es losgehen. Und wie, bereits nach fünf Minuten hätten die Gäste in Führung gehen können – vielleicht sogar müssen. Ali Kayhan peilte aus zentraler Position jedoch die zweite Etage an. Arberg war gewarnt, die Truppe von Spielertrainer Steffen Engelhardt fand danach besser in die Partie. Trotzdem spielte sich das Geschehen meist in neutraler Zone ab. Weite Bälle nach vorn und einige Standardsituationen brachten hüben wie drüben nichts Zählbares ein.

Ornbau nahe am 1:2

In der 30. Minute kombinierte sich der SVA erstmals zielführend durch die gegnerische Abwehrreihe. Engelhardt behielt freistehend vor Ornbaus Torhüter Lukas Halt die Übersicht und markierte das keineswegs unverdiente 1:0. "Wir haben die erste Halbzeit verpennt", kritisierte der Ornbauer Coach Patrick Hilgarth nach dem Match die bis dahin zu passive Gangart seiner Mannschaft.

Dies sollte sich nach dem Seitenwechsel ändern. Knapp 40 Sekunden waren absolviert, da zappelte die Kugel schon im Netz der Platzherren. Ein als Flanke gedachter Freistoß von Marius Lehner aus großer Distanz fand den Weg an Freund, Feind und dem verdutzten SVA-Keeper Johannes Vogelsang vorbei zum Ausgleich. Dieser Auftakt nach Maß verlieh den Ornbauer Kickern Flügel. Jetzt schwangen sie den Taktstock und das 1:2 lag in der Luft.

Mit Geschick und einer Portion Glück überstand Arberg jedoch die Druckphase der Gäste. Auf dem Platz ging es immer hektischer zu, Derby-Atmosphäre machte sich breit. Schiedsrichter Niels Venus war nun voll gefordert, mehrere gelbe Karten trugen zur Beruhigung der erhitzten Gemüter bei. Nicht ganz kam die Botschaft des ausgezeichnet leitenden Unparteiischen bei Steffen Engelhardt an. Er sah kurz vor Schluss wegen Ballwegschlagens die Ampelkarte, was sich auf den Ausgang des Spiels allerdings nicht mehr auswirkte. Die Bilanz fiel bei Spielern, Funktionären und Zuschauern fast einhellig aus: "Das Remis geht in Ordnung!" Beim anschließenden Bierchen waren auch die kleinen Scharmützel vergessen – bis zum nächsten Derby!

SV Arberg - SV Ornbau 1:1 (1:0) – Arberg: Vogelsang, Kraft (86. Rieger), Schneider, Sand (53. Winner), Hellmann, Engelhardt, Nagler, Semmlinger, Glas (63. Bergmüller), Greß, Daschner / Ornbau: Halt, Crisan, Strempfl, Maximilian Nachtrab, Schwarzer, Aydin, Lehner, Sellinger (84. Sand), Engelhardt, Erkan Ali (74. Mechnik), Kayhan Ali (63. Marlon Nachtrab) / Tore: 1:0 Engelhardt (30.), 1:1 Lehner (46.) / Schiedsrichter: Niels Venus / Gelb-Rote Karte: Engelhardt (Arberg, 90.).

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