Freitag, 14.05.2021

|

zum Thema

Reife Leistung in Aue: Hack lässt den FCN jubeln

Der Club entfernt sich um zehn Punkte vom Relegationsplatz - 20.04.2021 21:18 Uhr

Ein Comeback nach Maß: U21-Nationalspieler Robin Hack erzielte nach seiner Einwechslung den Siegtreffer.

20.04.2021 © Sportfoto Zink / Daniel Marr, Sportfoto Zink / Daniel Marr


Fußball ist bestimmt nicht wichtig, kann aber verdammt wichtig werden. Fast 7800 so genannte Unterstützertickets hatte der FC Erzgebirge für das gestrige Geisterheimspiel verkauft, davon über 2000 an Fans des 1. FC Nürnberg, für fünf Euro das Stück. So kamen fast 40.000 Euro für den kleinen, schwerkranken Erik zusammen; in einer Audiobotschaft bedankten sich die Auer vorab für die Hilfsbereitschaft und ausdrücklich bei den Gästen.

In den 90 Zweitliga-Minuten im Anschluss sollten die "Veilchen" aber weniger höflich mit dem Club umgehen. Es ging unter der großzügigen Leitung von Schiedsrichter Gräfe phasenweise ganz schön zur Sache, wovon sich die über die komplette Spielzeit deutlich überlegenen Nürnberger aber mitnichten stören ließen.

Bilderstrecke zum Thema

Aluminium, Abseits und Rückkehrer: Der FCN entführt drei Punkte aus Aue

Zum Auftakt in die beiden Englischen Wochen, die den Club aufgrund des Nachholspiels gegen Holstein Kiel erwarten, ging es für die Nürnberger nach der etwas längeren Pause nach Aue. Mit drei Unentschieden und einem Sieg zuletzt kann sich der FCN zumindest als seit vier Spielen ungeschlagen bezeichnen. Trotzdem sind es vor allem Siege, die einen aus dem Abstiegskampf ziehen können – und einen solchen hat der Club am Dienstagabend im Erzgebirge eingefahren. Dank eines Rückkehrers.


Nach vier zum Teil 100-prozentigen Chancen vor der Pause nutzte der eingewechselte Hack fünf Minuten vor Schluss die fünfte zum viel umjubelten 1:0, zugleich der Endstand im Erzgebirgsstadion. Einen noch abgefälschten Pass des starken Krauß schob der U21-Nationalspieler cool an Männel vorbei ins Netz. Den Aufschrei nach dem Schlusspfiff dürfte man noch in Zwickau gehört haben.

Große Erleichterung

"Es war eine sehr reife Leistung", meinte Geis danach, "auch von den jungen Spielern." Die Erleichterung ist riesengroß beim 1. FC Nürnberg, zumal es auch personell noch mal richtig eng hätte werden können bis Ende Mai. Weil sich mit Schäffler (Innenbandeinriss) und Schleusener (muskuläre Probleme) mehr oder weniger kurzfristig noch zwei Mann dienstunfähig gemeldet hatten, schrumpfte das Aufgebot von 20 auf nur noch 18 Profis.

Die Abstiegszone ist mit nunmehr 36 Punkten in etwas weitere Ferne gerückt, so dass sie das mindestens komplizierte Restprogramm etwas entspannter angehen können. Hoffnung macht vor allem die fast jugendliche Unbekümmertheit, nicht nur im vorderen Block; notgedrungen stellte Trainer Klauß zwei 19-Jährige (Shuranov, Borkowski) in den Angriff, die auch gleich für erhebliche Unruhe sorgen sollten.

Bilderstrecke zum Thema

Arbeitssieg im Erzgebirge: Der FCN in der Einzelkritik

Ein schönes Spiel war es nicht, dafür gab es zu wenige zwingende Torchancen und zu wenige Aktionen von Aue. Trotzdem zeigte der Club sich als dominantes Team, das auch ein Spiel lenken kann, und kombinierte sich immer wieder ansehnlich durchs Mittelfeld. Entsprechend fallen auch die Einzelkritiken von NZ-Sportredakteur Uli Digmayer aus.


Sieben Minuten waren erst vorbei, als Möller Daehli auf Shuranov durchsteckte, der aber mit links nur den Pfosten traf. Nürnberg bemühte sich umgehend um Ball- und Spielkontrolle, wollte Aue so schnell wie möglich beeindrucken – was zumindest optisch gelang.

Club betrieb hohen Aufwand

Die Gastgeber hatten sichtlich Mühe, selbst konstruktiv aufzubauen, wären aber trotzdem beinahe in Führung gegangen; Strauß’ Schuss lenkte Margreitter gerade noch um den Pfosten (13.), da fehlte nicht viel. Ebenso auf der anderen Seite, als Shuranov, erneut geschickt von Möller Daehli, plötzlich vor Männel auftauchte, sich aber aus unerfindlichen Gründen an einem Heber versuchte, anstatt platziert abzuschließen.

Männel fing die Kugel problemlos herunter, brauchte in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit aber auch etwas Glück. Valentinis Kopfball nach Flanke von Nürnberger strich knapp vorbei, das 1:0 wäre längst verdient gewesen für die couragiert auftretende Klauß-Elf.

Bilderstrecke zum Thema

Ordentliche Noten! Der FCN gefällt vor dem Heidenheim-Spiel

Eine Augenweide ist es nicht, das Spiel in Aue. Dennoch lässt der Club über die meiste Zeit hinweg keine Zweifel, wer der verdiente Sieger der Partie ist. Allerdings dauerte es eine Weile, bis die Cluberer auch das nötige Tor dafür erzielen. Dank Robin Hack sammelt der FCN wichtige Punkte im Abstiegskampf und entfernt sich ein gutes Stück vom Relegationsplatz. Die rot-schwarzen Noten lesen sich für Club-Verhältnisse entsprechend wohlklingend.


Auch nach dem Seitenwechsel betrieb der Club zunächst einen gewaltigen Aufwand, drang aber nur noch selten bis in den Strafraum vor; Margreitters Kopfball nach Freistoß von Geis stellte Männel vor keinerlei Probleme (59.), etwas mehr Mühe hatte er mit Dovedans Versuch (81.). Überhaupt verteidigte der FC Erzgebirge auf Kosten der eigenen Offensivbemühungen jetzt wesentlich konzentrierter, konnte sich aber trotzdem nicht beschweren über die späte Niederlage.

Und überhaupt, es gibt nicht nur im Erzgebirge viel Wichtigeres als Fußball. Gute Besserung, Erik!

Bilderstrecke zum Thema

Auswärtssieg! So freuen sich die Club-Fans über den Dreier in Aue

Ein wichtiger Sieg für den Club. Nach dem Auswärtssieg gegen die Veilchen aus dem Erzgebirge hoffen die Fans immer mehr auf einen sicheren Klassenerhalt der Nürnberger.


Erzgebirge Aue: Männel - Breitkreuz, Gonther, Bussmann, Strauß - Gnjatic, Fandrich (87. Jonjic) - Hochscheidt, Nazarov (74. Baumgart), Krüger - Testroet

1. FC Nürnberg: Mathenia - Valentini, Margreitter, Sörensen, Handwerker - Geis - Krauß, Nürnberger (78. Hack) - Möller Daehli (87. Behrens) - Shuranov (87. Mühl), Borkowski (66. Dovedan)

Tore: 0:1 Hack (84.) | Gelbe Karten: - / Krauß, Shuranov | Schiedsrichter: Gräfe (Berlin)

15

15 Kommentare

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Sport