Samstag, 23.01.2021

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Roman Kechter: Der neue Rohdiamant der Ice Tigers

Der Teenager überzeugte in seinem ersten DEL-Spiel - 12.01.2021 14:53 Uhr

Tom Gilbert (38, links) hatte bereits die Hälfte seiner Studienzeit und seinen 22. Geburtstag hinter sich, als Roman Kechter (16) am 16. Februar 2004 geboren wurde.

11.01.2021 © Foto: Thomas Hahn/Zink


Der Puck war im Finale des Olympischen Eishockeyturniers mit dabei, vor jedem Training, vor jedem Spiel. Wo Patrick Reimer ist, ist diese schwarze Hartgummischeibe. Dabei drischt er nicht auf sie ein wie auf die vielen anderen Pucks. Mit diesem Puck streicht Reimer das Tape auf den Blättern seiner Schläger glatt. Seit seinem ersten Spiel als Profi benutzt er genau diese Scheibe, die also zwei Jahre älter ist als Reimers neuester Kollege bei den Ice Tigers.

Reimer selbst hat das im Interview vor dem Heimspiel gegen Straubing festgestellt. "Da sieht man dann, wie schnell so eine Karriere verläuft", antwortete der Kapitän der Ice Tigers auf die Frage, wie es denn so sei, im Alter von 38 Jahren mit Spielern zusammen zu arbeiten, die seine Söhne sein könnten. Es war wieder einer dieser Momente, in denen bei den Ice Tigers Zukunft und Vergangenheit aufeinandertreffen. Denn nicht nur der aus Mannheim ausgeliehene Moritz Elias ist zwei Jahre jünger als Reimers Lieblingspuck, sondern auch Roman Kechter, der seit dem Jahreswechsel wieder in Nürnberg trainiert und der in diesem Spiel gegen Straubing in der Deutschen Eishockey Liga debütieren sollte – als 16 Jahre junger Verteidiger.

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4:0 und 0:3 ist gleich: Derbysieg für die Ice Tigers

Mehr kann man von einem Eishockeyspiel nicht erwarten: Die Ice Tigers führen 4:0, interpretieren ihren Sport spektakulär und modern, lassen die Straubing Tigers auf 4:3 herankommen und finden im Schlussdrittel doch noch zur ihren neuen Stabilität zurück. Durch den Reifeprozess in Bildern führt Sebastian Böhm.


60 aufregende Minuten später, die Zuschauern in der Arena Nürnberger Versicherung alles geboten hätten, wofür man Eishockey lieben darf, wusste man als privilegierter Beobachter nicht wohin mit seiner Bewunderung für diesen Teenager, der mit einer Ruhe Pucks verteilte, als sei auch er in Reimers Tasche durch die Eishockeywelt gereist; der nonchalant den Checks der nicht erst nach dem Nürnberger 4:0 wütenden Straubingern auswich; der Routiniers wie selbstverständlich Scheiben klaute.

Frank Fischöder reagierte auf diese Bewunderung mit einem Lächeln. Der Cheftrainer wirkte kein bisschen überrascht von der Leistung Kechters. Als einstiger Cheftrainer im ambitionierten Mannheimer Nachwuchsprogramm und diverser Nachwuchsnationalmannschaften kannte er ihn schließlich schon so gut, dass er ihn von Beginn in Nürnberg als Verteidiger mittrainieren ließ, ganz einfach, weil er für bestimmte Trainingsformen einen weiteren Verteidiger brauchte. Und als sich vor dem Spiel gegen Straubing Marcus Weber an der Leiste verletzte, war der Angreifer Kechter bereit, zumindest ein bisschen. Den großen Rest glich er mit seinem großen Talent aus.

Vergleiche mit Draisaitl und Stützle

"Wenn wir nicht das Vertrauen gehabt hätten, dass er das kann, hätten wir ihn auch nicht spielen lassen", sagte Fischöder nach dem aufregenden 4:3. Und natürlich wusste der Trainer auch, dass Kechter früher schon als Verteidiger gespielt hatte. "Aber irgendwann war es egal, was er war, er konnte durchlaufen, wie er wollte." Kechters Veranlagung war kein Geheimnis. Mit der U15 des EHC 80 wurde er Deutscher Meister, was eine größere Sensation war, als es ein Meistertitel der von Thomas Sabo alimentierten Ice Tigers gewesen wäre, danach wechselte er nach Regensburg, um dort in der höchsten Nachwuchsliga zu spielen, und im Sommer nach Schweden, weil dort in Europa die Chance am größten ist, Talent zu verwirklichen. Sportdirektor André Dietzsch versicherte derweil, mit der Familie in Kontakt zu stehen. Und weil das Coronavirus selbst in Schweden das Nachwuchseishockey ausbremste, kehrte Kechter früher als gedacht nach Nürnberg zurück.

Auffällig ist dabei, dass sich weder Fischöder noch Dietzsch Mühe geben, Synonyme für Superlative zu finden. Beide haben mehrfach ungefragt erwähnt, dass sie sowohl Elias als auch Kechter zutrauen, Leon Draisaitl und Tim Stützle nachzufolgen, die derzeit für ein kleines deutsches Eishockeywunder sorgen. Draisaitl wurde in der NHL, der weltbesten Liga, zum wertvollsten Spieler gewählt, Stützle gilt in der NHL als kommender Superstar. Aber wenn man Kechter zum ersten Mal spielen sieht, versteht man, warum er selbst mit diesen Vergleichen wird zurechtkommen müssen. Gegen Straubing verteidigte er neben Tom Gilbert, seit Sonntag wie Reimer 38 Jahre alt. In der Drittelpause durfte der US-Amerikaner schwärmen. "Er spielt mit der Selbstverständlichkeit eines Routiniers, er überblickt das ganze Eis", sagte Gilbert, "wir haben nur mit ihm geredet, um ihm die Nervosität zu nehmen. Vielleicht wäre das gar nicht nötig gewesen."

Minderjährige Eishockeyspieler müssen Gitter tragen. Alle wissen, dass der Vollschutz Verletzungen verhindert – und regelmäßige Besuche beim Zahnarzt. Trotzdem ist der 18. Geburtstag für jeden Spieler eine Befreiung, keiner trägt danach noch ein Gitter am Helm. Auch Kechter wird es am 16. Februar 2022 für immer abnehmen – obwohl er es seit Sonntag besser wissen sollte. Nach seinem ersten Foul in der DEL hätte ihn der Schlittschuh seines fallenden Gegners im Gesicht getroffen. So verschob sich nur das Gitter, was so schmerzhaft war, dass Fischöder ihn präventiv herausnahm. Am Montag "wird er wieder dastehen". Genau so kam es dann auch.

Wie gut kennen Sie die neuen Ice Tigers?

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Die Nürnberg Ice Tigers starten mit einem neuen Trainer, 13 neuen Spielern, einem neuen alten Namen und leider ohne Fans in der Arena in die DEL-Saison 2020/2021. Wie gut Sie das neue Team bereits kennen, wissen Sie erst am Ende unseres Quizzes. Wie immer gilt, wer googelt, hat das Quiz nie geliebt.

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Frage 1/20:

Tyson McLellans Vater ist ein bekannter NHL-Trainer. Wer ist aktuell Todd McLellans Co-Trainer?

Bundestrainer Marco Sturm wechselte nach dem sensationellen Abschneiden der Nationalmannschaft in Pyeongchang als Co-Trainer zu den Los Angeles Kings. Todd McLellan galt da nur als Übergangslösung für Sturm. Vielleicht war das aber auch nur eine deutsche Interpretation. 

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Frage 2/20:

In der letzten DNL-Saison für Mannheim schoss Marcel Kurth 20 Tore. Welches Duo schoss je eins mehr?

Der Mannheimer Tim Bender hat in der DNL natürlich ebenfalls für die Jungadler gespielt und immerhin 14 Tore erzielt. Als Verteidiger. An der Seite von Marcel Kurth aber waren die heutigen NHL-Profis Leon Draisaitl und Dominik Kahun noch ein wenig treffsicherer. 

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Frage 3/20:

Überflüssige Fouls, großes Temperament, Führungskraft: An welchen Ex-Kollegen erinnert Chris Brown?

Brandon Segal stand immer vor der Kabine, um seine Kollegen mit einem Fistbump aufs Eis zu schicken. Schon in seiner letzten Saison in Nürnberg aber stand da ein zweiter US-Amerikaner. Segal hat längst seine Karriere beendet, Chris Brown macht die Ice Tigers aber immer noch heiß.

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Frage 4/20:

Vincent Hessler ist in Berlin geboren. Welche weiteren Ice Tigers sind ebenfalls Berliner?

Unüberhörbar stammt Sportdirektor André Dietzsch aus Berlin, ebenso wie der junge Verteidiger Julius Karrer.

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Frage 5/20:

In Mindelheim wird das Frundsbergfest groß gefeiert. Welchem Fähnlein gehört Patrick Reimer an?

Natürlich folgt Patrick Reimer wie seine beiden Brüder dem Fähnlein Ems.

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Frage 6/20:

Wo ist Timo Walther geboren?

Der zweitbekannteste in Bangkok geborene Eishockeyspieler heißt Hideki Nagayama und hat zuletzt für die zweite Mannschaft der Löwen Frankfurt gespielt. 

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Frage 7/20:

Welcher Spieler wurde 2014 in der 2. Runde des NHL-Drafts direkt nach Eric Cornel gezogen?

Die Buffalo Sabres entschieden sich für Eric Cornel, die Dallas Stars wählten direkt danach Brett Pollock. Beide haben kein Spiel für ihre NHL-Klubs absolviert. 

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Frage 8/20:

Riessersee, Salzburg, North Bay - und wie hieß die letzte Station Max Kislingers im Nachwuchs?

Max Kislinger ist von den Flint Firebirds nach Nürnberg gewechselt. Warum das in jedem Fall eine Verbesserung war, lässt sich leicht googlen.

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Frage 9/20:

Wer ist größer: Oliver Mebus oder Zdeno Chara?

Laut Eliteprospects sind Mebus und Chara mit 2,06 Meter genau gleich groß und damit die größten Profi-Eishockeyspieler der Welt.

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Frage 10/20:

In welcher Stadt hat Marcus Weber 2019 zum ersten Mal für das deutsche Nationalteam gespielt?

Im Presseraum des Olympia-Sportzentrums von Garmisch-Partenkirchen hängt noch immer ein Foto, das Marcus Weber jubelnd mit Josef Lehner nach dem Gewinn der Oberliga-Meisterschaft 2011 zeigt. Und exakt in diesem Stadion debütierte Weber für Deutschland. 

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Frage 11/20:

Für welche Mannschaft schoss Daniel Schmölz sein erstes DEL-Tor?

Drei Tore erzielte Schmölz in der Saison 2013/2014 für die Kölner Haie. Zum Stammspieler aber wurde er in Schwenningen, zum Torjäger in Augsburg.

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Frage 12/20:

Wie lautet der tierische Beiname von David Trinkbergers Mannschaft an der Uni von Anchorage?

David Trinkberger war den Seawolves vier Jahre lang ein zuverlässiger Verteidiger.

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Frage 13/20:

Wie viele Tore kassierte Niklas Treutle bei seinem ersten DEL-Einsatz?

Niklas Treutle blieb am 23. Januar 2009 tatsächlich ohne Gegentreffer. In den restlichen sieben Minuten des 7:2 schossen die Kassel Huskies aber auch nur einmal auf sein Tor - auf die Maske des späteren Nationaltorhüters.

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Frage 14/20:

Wie der Nürnberger Vizemeister Roland Ramoser stammt Joachim Ramoser vom Ritten. Sind sie verwandt?

Natürlich kennen sich Roland und Joachim Ramoser, miteinander verwandt sind sie allerdings nicht. 

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Frage 15/20:

Er sieht ihm ähnlich, trägt denselben Namen, was teilt Brett noch mit Jame Pollock?

Brett Pollock kannte Jame Pollock gar nicht, bevor er nach Nürnberg kam. Ja, in der WHL haben beide gespielt, das gilt aber für viele Spieler in der Geschichte der Ice Tigers. 

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Frage 16/20:

Ilya Sharipov wurde 2018 mit Bietigheim DEL2-Meister. Wie hieß sein Trainer?

Man kann es nicht oft genug erwähnen: Kevin Gaudet ist wahrscheinlich der beste Trainer der Welt. Nur in Nürnberg hat man seine Arbeit nicht zu würdigen gewusst. 

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Frage 17/20:

Welchen Rekord hält Tom Gilbert in der berühmten Franchise der Edmonton Oilers?

Joe Micheletti und Ken Baird haben als Rookies öfter getroffen als später Tom Gilbert. Allerdings spielten die Oilers da noch in der WHA. Gilbert traf in der Saison 2007/2008 zehn Mal und damit einmal öfter als einst der große Paul Coffey.

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Frage 18/20:

Mit welchen Spielern trainiert Andrew Bodnarchuk in einem normalen Sommer?

Sein bester Kumpel ist Brad Marchand, einer der besten Flügelstürmer der NHL. Dahinter aber kommen bereits Nathan McKinnon und Sidney Crosby, mit denen Andrew Bodnarchuk seit Jahren im Sommer trainiert. 

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Frage 19/20:

Dane Fox hat ein Jahr Pause von den Ice Tigers gemacht. Für welches Team hat er gespielt?

Dane Fox war 2019/2020 nicht nur Topscorer der Frederikshavn White Hawks, er war auch deren Assistenzkapitän. 

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Frage 20/20:

Bei einem Testspiel zwischen Mannheim und Buffalo traf auch Luke Adam. Nur für welche Mannschaft?

In dem Freundschaftspiel im Oktober 2011 war Luke Adam tatsächlich so auffällig, dass es undenkbar schien, dass er bereits fünf Jahre später nach Mannheim wechseln würde. 

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