Rückkehr in die Heimat? Club offenbar an Köpke interessiert

20.8.2020, 11:42 Uhr
Im Erzgebirge Toptorschütze, an der Spree kaum berücksichtigt: Pascal Köpke.

Im Erzgebirge Toptorschütze, an der Spree kaum berücksichtigt: Pascal Köpke. © Sebastian Kahnert/dpa

Als F-Junior lernte Pascal Köpke einst das Fußballspielen beim 1. FC Nürnberg. Insgesamt zehn Jahre spielte der Mittelstürmer im Nachwuchs des ruhmreichen Altmeisters, im Sommer 2013 folgte der Schritt in den Seniorensport und zugleich der Wechsel zur SpVgg Unterhaching. Nach weiteren Stationen in Aue und Karlsruhe stürmt der 24-Jährige derzeit für Hertha BSC – zumindest auf dem Papier.


Bayern-Flut beim FCN: Nächste Leihe aus München?


Tatsächlich gelang es dem gebürtigen Hanauer beim Hauptstadtklub nie Fuß zu fassen: In den vergangenen beiden Saisons konnte er keinen der fünf Trainer, die seit seinem Wechsel 2018 in Berlin an der Seitenlinie standen, von seinen Qualitäten überzeugen, kam nur 13-mal und insgesamt 264 Minuten zum Einsatz.

Zu wenig für Köpke, der seine Fähigkeiten bisher zwar nur in der 2. Bundesliga, dort aber eindrucksvoll nachwies: In seinen zwei Spielzeiten bei Erzgebirge Aue avancierte der Angreifer mit jeweils zehn Treffern zum vereinsinternen Top-Torschützen. Zudem zählte der Sohn des Torhüters Andreas Köpke, der im Trikot des fränkischen Altmeisters 361 Spiele bestritt, zu den laufstärksten Akteure der Veilchen - eine Statistik, die eine der Kernkompetenzen des Mittelstürmers belegt. Köpke gilt als fleißiger Angreifer, der stets anspielbar ist und einen guten Zug zum Tor entwickeln kann. Zudem vereint er körperliche Robustheit mit Agilität: Der 1,78 große Offensivmann versteht es, Bälle mit dem Rücken zum Tor festzumachen, aber auch mit Tempo im Eins-gegen-Eins quirlig zu agieren und letztlich beidfüßig abzuschließen.


Mutig und aktiv: Klauß' Handschrift lässt sich beim FCN erkennen


Als Spielertyp wäre er, so schrieb es der Tagesspiegel im Februar, im Angreifer-Kontinuum auf halber Strecke zwischen dem Strafraumstürmer Ibisevic und dem Konterspieler Lukebakio zu verorten. Beide zählten – zusammen mit Cunha, Selke und Piatek – zu Köpkes durchaus namhafter und mitunter international erfahrener Konkurrenz um den Startelf-Platz im Sturm – und sind ein Faktor, warum der 24-Jährige auf dem Weg in die Spitze bei Berlin letztlich stets außen vor war.

In Zukunft könnte der Hanauer jenen Weg dort weiterverfolgen, wo er 2003 angefangen hat: in Nürnberg. Wie der kicker am Donnerstag vermeldete, hinterlegte der Club – aber auch der englische Zweitligist FC Barnsley - bei der Berliner Hertha sein Interesse für den Angreifer, dessen Marktwert derzeit bei 650 Tausend Euro liegt. Dem Vernehmen nach soll der FCN eine Leihe, wie in dieser Transferperiode bereits dreifach praktiziert, favorisieren, der potenziell abgebende Verein aus der Hauptstadt favorisiert indes einen Verkauf.


Arbeitender Künstler: So will Schäffler den FCN voranbringen


Was für einen Wechsel zum Club spricht? Sicherlich die sportliche Aufbruchsstimmung, die noch immer bestehenden Kontakte und die Verwurzelung in der Noris, aber auch der Charme, den eine Rückkehr an die alte Wirkungsstätte mit sich bringt. 2017 erklärte Köpke im Interview auf der Vereinswebsite des FCN: "Ich bin in Nürnberg aufgewachsen. Nürnberg ist meine Heimat."

44 Kommentare