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Rückkehr mit Zuckerpass: Schleusener setzt im Derby erstes Zeichen

Nach seinem Schienbeinbruch ist er jetzt wieder auf dem Weg zu alter Stärke - 26.11.2019 16:01 Uhr

Mit seinem Pass auf Iuri Medeiros ließ Fabian Schleusener die Herzen der Club-Fans höher schlagen. © Sportfoto Zink / Daniel Marr


Zwischen Geniestreich und Wahnsinn lagen nicht einmal zwei Sekunden: Mit einem feinen Pass in die Tiefe hatte der eingewechselte Fabian Schleusener eine vielversprechende Schlusspointe für das Derby auf den Weg gebracht. Es lag nur noch an Iuri Medeiros, das perfekte Zuspiel zum wahrscheinlichen 1:0-Siegtreffer für den 1.FC Nürnberg auch zu veredeln. Der Portugiese hätte nicht nur sich, sondern auch Schleusener bei dessen Comeback einen großen Gefallen damit getan. Doch sein Schuss ging sehr weit daneben.

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"Ich habe im Augenwinkel Iuri schon gesehen, wollte den Ball durchstecken und ich bin froh, dass er dann auch wirklich so gut gelungen ist", führt sich der Passgeber die Szene einen Tag später noch einmal vor sein geistiges Auge. Ohne es als Schelte für seinen Kollegen zu meinen, ergänzte Schleusener jedoch: "Noch schöner wäre es gewesen, wäre der Ball dann auch im Netz gelandet."

Auch wenn die beste Offensivaktion des Clubs an diesem Tag gegen die SpVgg Greuther Fürth unvollendet blieb – unbemerkt blieb der Geniestreich nicht. Jens Keller hatte dieses intelligente Zuspiel, das Fürths Deckungsverbund sezierte, nachhaltig beeindruckt. "Den Pass spielt er überragend", lobte der Club-Trainer, der sich in kurzer Zeit schon einen Eindruck vom Leistungsstand des 28-Jährigen verschafft hat. Keller ist davon überzeugt, dass der Offensivspieler weiterhelfen kann: "Deshalb hat ihn der 1.FC Nürnberg auch verpflichtet."

Für den damals noch von Damir Canadi trainierten Zweitligisten gab es offensichtlich gute Gründe, denen selbst eine schwere und langwierige Verletzung nicht im Wege stand. "Er hat eine wahnsinnige körperliche Präsenz und eine gute Geschwindigkeit und ein gutes Kopfballspiel", erläutert nun Keller, warum es eine gute Idee war, den gebürtigen Freiburger zu verpflichten. Vor allem aber sagt das Keller, nachdem sich Schleusener von einem Schienbeinbruch erholt hat, den er sich im März noch im Trikot des SV Sandhausen zugezogen hatte.

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Im Derby feierte er sein Comeback, das er genau genommen sechs Zentimetern Körperlänge zu verdanken hatte. SeinGrößenvorteil (1,86m) verschaffte ihm den Vorzug gegenüber Felix Lohkemper (1,80m), der für Keller ebenfalls eine Option für die Schlussviertelstunde gewesen war. "Es war für mich ein super schönes Gefühl. Noch dazu im Derby. Es war eine runde Sache und hat gutgetan. Jetzt freue ich mich, auf alles, was noch kommt", sagte Schleusener.


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Eine Woche zuvor hatte er bei der "U21" in der Regionalliga über 60 Minuten seine Wettkampftauglichkeit nachgewiesen. Bis es für einen Platz in der Startelf bei den Profis reicht, muss er weitere Etappenziele erreichen: "Er ist ein Spieler, der sehr positiv ist, und viel an sich arbeitet. Aber das braucht schon noch ein bisschen Zeit. Wir freuen uns, wenn er wieder bei hundert Prozent ist", macht ihm Keller Mut.

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Immerhin eine erste Kostprobe konnte Schleusener ja bereits abliefern. Was noch von ihm zu erwarten sein wird? "Ich weiß um meine Qualitäten, der Verein weiß es, sonst hätten sie mir das Vertrauen auch nicht geschenkt." Mit seinem "hohenTempo" und einem ausgeprägten "Zug zum Tor" will er der Mannschaft "einen gewissen Tick für die Offensive mitgeben".

Und "das Toreschießen", hatte der Offensiv-Allrounder während seiner langen Pause einmal betont, "das verlernt man nicht. Das ist wie Fahrradfahren." Genau deshalb hätte er auch nichts dagegen, möglichst bald selbst einmal der Adressat eines perfekten Zuspiels zu sein: "So einen Pass würde ich gerne entgegennehmen und ihn dann reinmachen."

Stefan Jablonka

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