Ausgebildet in München

Adrian Fein will beim Kleeblatt endlich Bundesliga spielen

Michael Fischer, Sportredakteur
Michael Fischer

Nürnberger Nachrichten

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27.7.2021, 17:48 Uhr
Mit dem Münchner Kindl auf dem Arm: Adrian Fein ist zwar in der Landeshauptstadt zuhause, in Fürth fühlt er sich aber auch ganz wohl.

© Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink Mit dem Münchner Kindl auf dem Arm: Adrian Fein ist zwar in der Landeshauptstadt zuhause, in Fürth fühlt er sich aber auch ganz wohl.

In welcher Stadt sich Adrian Fein zuhause fühlt, sieht man sofort. Auf seinen linken Unterarm hat er sich das Münchner Kindl tätowieren lassen, darüber steht das Wort "Family", die Landeshauptstadt spielt in Feins Leben eine große Rolle. "Ich bin in München geboren und aufgewachsen, München ist meine Heimat", sagt der 22-Jährige - der sportlich aber seit drei Jahren auf der Suche nach einer Heimat ist.

Als kleiner Junge hat er beim TSV 1860 gespielt, dem Verein des Vaters. Mit sieben Jahren aber ging es bereits zum FC Bayern, wo er alle Jugendmannschaften durchlaufen hat. Doch beim sportlichen Aushängeschild Münchens konnte er sich nicht sofort durchsetzen, die Zeit der Lahms, Alabas und Schweinsteigers ist vorbei. Also hat er sich mit 19 Jahren nach Regensburg in die zweite Liga ausleihen lassen.

Den Schritt bereut er nicht, "man ist aus der Bayern-Jugend immer Top-Niveau gewohnt", blickt Fein zurück, "Regensburg ist natürlich eine andere Hausnummer, was mich auf den Boden gebracht hat und für mein erstes Jahr super wichtig war". Es ging weiter nach Hamburg, wo er als Spielgestalter auf sich aufmerksam machte, sich aber auch neben dem Platz weiterentwickelte. "Es ist alles größer, ich habe gelernt, wie man mit schlechter Kritik umgehen kann", sagt Fein. Doch auch in Hamburg wurde er nicht heimisch.

Viel erlebt mit 22 Jahren

Die vergangene Saison verbrachte er bei der PSV Eindhoven in den Niederlanden, "es war nicht die beste Entscheidung", er spielte kaum, war auch verletzt, insgesamt stand er im vergangenen Jahr nur 404 Minuten auf dem Platz. "Es ist auch mal wichtig, sowas in der Karriere erlebt zu haben", so Fein, der überhaupt schon viel erlebt hat mit seinen 22 Jahren. "Ich habe trotzdem immer an mir gearbeitet, für den Lernprozess war es nicht schlecht". Insgesamt war es dennoch ein verlorenes Jahr, das Adrian Fein trotz aller schönen Erlebnisse, trotz der Zeit mit Mario Götze, gerne hinter sich lassen möchte.

Vor ein paar Wochen hat er sich zum Kleeblatt ausleihen lassen. Fein wollte unbedingt nach Fürth, hinein in die Mannschaft, von der er schon in Eindhoven Fan war. "Die Jungs haben einen Bombenfußball gespielt, da macht es Spaß, sich die Spiele anzuschauen", sagt Fein. "Es ist mir wichtig, dass ich in eine Mannschaft komme, in der ich meine Stärken einbringen kann. Die Spielweise spielt bei einem Wechsel definitiv eine Rolle."

Wo seine Stärken liegen, hat er bei seinen ersten Auftritten gezeigt. Nur drei Tage nach dem Wechsel wirkte er beim Test in Ingolstadt wie einer, der schon immer das Fürther Spiel gestaltet. Auch im Trainingslager fiel er mit seiner Ballsicherheit und Übersicht auf, die neue Leichtigkeit hat auch mit der Wohlfühl-Atmosphäre im Team zu tun, von der alle schwärmen. "Wenn man sich in einer Mannschaft wohl fühlt", sagt Fein, "dann geht man mit einem anderem Selbstbewusstsein ins Spiel."

Am Mittwoch wird er beim Testspiel in Augsburg (11 Uhr, FCA-TV) wieder auf dem Platz stehen, am Samstag reist er mit seinen neuen Kollegen nach Istanbul, um gegen Fenerbahce zu spielen. Die Sehnsucht nach einer dauerhaften sportlichen Heimat ist groß, "ich möchte nicht meine ganze Karriere jedes Jahr den Verein wechseln", sagt er. Stattdessen will er sich in Fürth "einen Stammplatz erobern, dann können wir uns am Ende der Saison zusammensetzen und hoffentlich eine dauerhafte Lösung finden."

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