"Mehr laufen, mehr sprinten"

Das Fürther Erfolgsrezept: Null Gegentore wegen 126 Kilometern

Michael Fischer, Sportredakteur
Michael Fischer

Nürnberger Nachrichten

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13.12.2021, 16:45 Uhr
Endlich wieder gemeinsam feiern: Trainer Stefan Leitl (2.v.l.) mit Torhüter Sascha Burchert, Athletiktrainer Michael Schleinkofer und Busfahrer Winfried Raube (rechts).

© Sportfoto Zink / Melanie Zink, Sportfoto Zink / Melanie Zink Endlich wieder gemeinsam feiern: Trainer Stefan Leitl (2.v.l.) mit Torhüter Sascha Burchert, Athletiktrainer Michael Schleinkofer und Busfahrer Winfried Raube (rechts).

Die Frage nach dem Warum, nach dem Grund für den historischen ersten Heimsieg, ließ sich mit zwei Zahlen beantworten. Die wichtigste Zahl (genauer: Ziffer) war die Null. Zum ersten Mal im 15. Saisonspiel kassierte die Spielvereinigung am Sonntag gegen Union Berlin kein Gegentor, was wegen des Treffers von Havard Nielsen reichte für den so langersehnten Erfolg.

Über diese schöne Null, die minutenlang wie ein Mahnmal auf der Anzeigetafel stand, freuten sich zwei Fürther ganz besonders. Zum einen natürlich Torhüter Sascha Burchert, der bei seiner Rückkehr auf den Platz ein sehr starkes Spiel ablieferte und den Sieg mit einigen guten Paraden festhielt. "Sascha hat das bestätigt, was ich immer gesagt habe", lobte Stefan Leitl. "Er musste als Aufstiegstorhüter raus, hat sich aber komplett in den Dienst der Mannschaft gestellt und uns permanent unterstützt."

"Wenn die Null steht..."

Noch ein bisschen mehr freute sich aber Stefan Leitl. Der Fürther Trainer hatte in den vergangenen Monaten immer wieder darauf hingewiesen, wie wichtig es wäre, auch mal zu Null zu spielen - weil dann eben eine gute Situation im gegnerischen Strafraum ausreicht, um den Platz als Gewinner zu verlassen. "Wenn die Null steht, hast Du Möglichkeiten zu punkten", wiederholte Leitl seine Worte. "Dass wir in der Lage sind, Tore zu schießen, haben wir schon oft gezeigt."

Die gute Defensive soll auch in den kommenden Wochen und Monaten der Schlüssel zum Erfolg sein - ohne dabei die Spielfreude, die das Kleeblatt auszeichnet, zu vernachlässigen. "Wir müssen dort weiterhin den Hebel ansetzen und diszipliniert verteidigen", sagte der Trainer. Das sei für seine Spieler "mental sehr anspruchsvoll, aber da müssen sie durch." Denn am Ende ist Fußball ja ein ganz einfacher Sport: Wer mehr Tore schießt, gewinnt. "Der Ansatz muss sein, weniger Gegentore zu bekommen", so Leitl. "Ich glaube, dass wir dann auch regelmäßiger punkten."

Die zweite Zahl, die den Fürther Erfolg am Sonntag erklärte, war die 126. So viele Kilometer liefen die Spieler des Kleeblatts während der 93 Minuten, allein Sechser Max Christiansen rannte 12,9 Kilometer über den ganzen Platz. Für diesen hohen läuferischen Aufwand wollte Stefan Leitl seiner Mannschaft "ein großes Kompliment" machen, "wir haben sehr viel investiert und sind 126 Kilometer gelaufen". Diese weiten Wege seien aber auch notwendig gewesen, "um das Zentrum kompakt zu halten", betonte der Trainer. "Das ist uns in vielen Phasen des Spiels gut gelungen."

Siegtorschütze Havard Nielsen fasste das neue Fürther Spiel nach dem Schlusspfiff mit einer einfachen Formel zusammen: mehr sprinten, mehr laufen. "Das haben wir gut gemacht als Mannschaft", lobte Nielsen. "Wir wollten nach den Spielen mit den vielen Gegentoren alles dafür tun, dass wir zu Null spielen und stabil stehen."

Das hatten sie sich schon direkt nach dem 1:7 in Leverkusen vorgenommen, als sie knapp eine Stunde lang zusammensaßen. "Wir hatten gute Phasen, standen aber oft ohne Punkte da", erinnerte sich der 28-Jährige. "Wir saßen zusammen und haben darüber gesprochen, ob wir taktisch etwas anders machen sollen." Das machten sie gegen Union, griffen nicht mehr so hoch an - und wurden belohnt. "Es gab Tage, an denen wir es wesentlich mehr verdient gehabt hätten, ein Spiel zu gewinnen", sagte Stefan Leitl. "Wir haben uns das Glück verdient und erarbeitet."

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