Mit neuem Trainer

Gegenseitiges Kennenlernen: Kleeblatt startet in die Vorbereitung auf die neue Saison

Michael Fischer, Sportredakteur
Michael Fischer

Nürnberger Nachrichten

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5.6.2022, 18:51 Uhr
Endlich wieder Fußball spielen: Nach einer sehr kurzen Sommerpause ging es für Timothy Tillman und seine Kollegen am Sonntagnachmittag schon wieder los.

© Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink Endlich wieder Fußball spielen: Nach einer sehr kurzen Sommerpause ging es für Timothy Tillman und seine Kollegen am Sonntagnachmittag schon wieder los.

Um kurz vor 13 Uhr schloss der Himmel über der Kronacher Hard seine Schleusen. So konnte Hauptsponsorin Ingrid Hofmann ganz entspannt und ohne Regenschirm drei Spielern das neue Heimtrikot überreichen. Welchen dreien sie das weiß-grüne Shirt in die Hände drückte, war dabei die erste spannende Geschichte der neuen Saison. Denn von den drei Kapitänen der vergangenen Saison war beim Trainingsauftakt keiner da - aus ganz unterschiedlichen Gründen.

Branimir Hrgota weilt derzeit bei der schwedischen Nationalmannschaft, während Paul Seguin nach seinem Abschied aus Fürth gerade noch Urlaub macht und künftig für Union Berlin spielt. Bleibt noch Aufstiegstorhüter Sascha Burchert, den mancher Fan deutlich vernehmbar vermisste am Sonntagnachmittag, der nach seinem Vertragsende aber aller Voraussicht nach nicht mehr zurückkommen wird nach Fürth.

Auf der Torhüterposition plant Geschäftsführer Rachid Azzouzi mit Andreas Linde, der genauso wie Hrgota mit der Nationalmannschaft unterwegs ist, Leon Schaffran, der nach der erfolgreichen Relegation mit der U23 noch ein paar Tage Urlaub hat sowie dem jungen Lasse Schulz. Es gibt also ein gewisses Vakuum an Führungsspielern, nachdem auch Marco Meyerhöfer nach seiner schweren Verletzung noch länger fehlen wird.

Nur eine Woche Urlaub für zwei Profis

Stilecht in schwarzen Badeschlappen standen deshalb Julian Green, Tobias Raschl und Max Christiansen Modell für die Fotografen. Spieler, die das Kleeblatt künftig noch mehr prägen werden als zuvor. Green ist inzwischen der dienstälteste Spieler und hat alle Hochs und Tiefs erlebt, Christiansen hat nach seinem Wechsel im vergangenen Sommer schon früh auf und abseits des Rasens Verantwortung übernommen und auch Raschl kam erstaunlich schnell an bei seinem neuen Verein.

Nach der Übergabe betraten die Kollegen der drei Foto-Models unter Applaus der Fans den frisch gewässerten Rasen. Dabei waren überraschend auch Afimico Pululu und Oliver Fobassam, die zuletzt wie Schaffran geholfen hatten, die U23 in der Regionalliga zu halten - die sich aber keine lange Sommerpause gönnen wollten. Fobassam will künftig ja nicht nur im Profikader stehen, sondern auch mitspielen, Pululu, der unter Leitl nur zu wenigen Kurzeinsätzen kam, will in Fürth endlich durchstarten. Unter einem Trainer, der ihn, wie er hinterher erzählte, schon aus Basler Zeiten kennt.

Marc Schneider beobachtete anschließend bei seiner ersten Einheit als Cheftrainer des Kleeblatts sehr viel, um sich einen ersten Überblick zu verschaffen. In vielen kleinen Passformen hat er "sehr viele sehr gute Fußballer" gesehen, die er künftig gemeinsam mit Stefan Kleineheismann und Rainer Widmayer anleiten wird. Vor allem Widmayer, der erfahrene Part des neuen Trainerteams, war sehr präsent beim Auftakttraining, sagte die Übungen an - und war, noch weit vor der Trikot-Übergabe, auch der erste auf dem Platz.

Schneider hingegen beobachtete an seinem ersten Arbeitstag beim Kleeblatt sehr viel. Der 41-Jährige will sich einen Überblick verschaffen über jeden einzelnen Spieler, über "Dinge, die wir verändern und verbessern können", sagt er. Eines aber hat er schon in der ersten Stunde gesehen: "Da ist ganz, ganz viel Potenzial, wir haben ganz viele gute Jungs und Kicker dabei, auf die ich mich sehr freue."

Zeigen konnten das zwei Spieler am Sonntag aber nur ansatzweise. Nils Seufert, der lediglich Platzrunden lief, hatte sich bei seiner Leihstation in Sandhausen an der Syndemose verletzt und soll deshalb in dieser Woche langsam eingegliedert werden, der junge Lucien Littbarski kränkelte etwas und beendete die Einheit deshalb vorzeitig.

Am Montag und Dienstag stehen nun erst einmal die sportmedizinischen Untersuchungen auf dem Plan, ehe es ab Mittwoch wieder auf dem Rasen weitergeht mit dem gegenseitigen Kennenlernen. "Ein neuer neuer Ort, eine neue Mannschaft", sagt Schneider "da gibt es viel, viel Arbeit." Deshalb haben sie sich beim Kleeblatt auch entschieden, als erster Zweitligist und so früh wie nie in die Vorbereitung zu starten. "Wir sind uns bewusst, dass wir erstmal ankommen müssen", sagt Azzouzi. "Wir müssen demütig bleiben, die Jungs müssen verinnerlichen, dass das ein hartes Stück Arbeit wird, in der zweiten Liga anzukommen."

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