24-Jährigem gelingt erster Bundesliga-Treffer

Real, Arsenal, Bayern: Fürths Cedric Itten ist der Mann für die besondere Tore

Michael Fischer, Sportredakteur
Michael Fischer

Nürnberger Nachrichten

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„Als Angreifer glaubt man immer daran, dass man Tore schießt“: Cedric Itten feiert sein erstes Bundesligator vor der euphorischen Nordtribüne.
 

„Als Angreifer glaubt man immer daran, dass man Tore schießt“: Cedric Itten feiert sein erstes Bundesligator vor der euphorischen Nordtribüne.   © Sportfoto Zink / Melanie Zink, Sportfoto Zink / Melanie Zink

Als der Anpfiff ertönte, ging es Cedric Itten wie 11.740 anderen Menschen im Ronhof. Der Angreifer, den die Fürther am letzten Tag der Transferperiode von den Glasgow Rangers geliehen hatten, durfte zwar dabei sein beim größten Spiel des Jahres, mitspielen aber durfte er nicht. Es war ein ungewohntes Gefühl für den 24-Jährigen, der zuvor gegen Wolfsburg und in Berlin von Beginn an hatte mitwirken dürfen.

Diesmal aber hatte sich Trainer Stefan Leitl für eine 4-3-3-Formation und eine etwas andere spielerische Herangehensweise entschieden, für den Neuzugang war da zunächst kein Platz. Es hatte sich also nicht unbedingt angedeutet, dass Cedric Itten sich am Freitagabend seinen Platz in den Geschichtsbüchern des Fürther Fußballs sichern würde. Als Leitl ihn eine Viertelstunde vor Schluss dann doch noch auf den Rasen schickte, da führten die Bayern schon mit 3:0, es ging also nur noch darum, dieses Spiel zu einem für beide Seiten akzeptable Ende zu bringen – und eine gute Fürther Leistung vielleicht sogar mit einem Tor zu krönen.

Drei Minuten vor Schluss war es soweit. Cedric Itten sah aus dem Strafraum, wie sich der ebenfalls eingewechselte Timothy Tillman den Ball ungestört zurechtlegen durfte. „Ich habe eine Flanke erwartet“, erzählte der Angreifer eine halbe Stunde später – und Tillman schlug tatsächlich eine perfekte Flanke. Itten stieg in die Luft und wuchtete den Ball mit all seiner Kraft in Richtung Tor, wo Manuel Neuer keine Chance hatte.

Die Fans im Ronhof bejubelten das 1:3 wie den Siegtreffer – und sie bejubelten den Mann, der ihnen dieses Tor geschenkt hatte. Itten genoss die Emotionen sichtlich, als er vor der Nordtribüne stand. „Es war ein wunderschönes Gefühl“, sagte er. „Wir hatten es verdient, ein Tor zu schießen.“ Für ihn persönlich war dieser Treffer „natürlich ein großes Highlight, es war ja mein erstes Bundesligator“, noch dazu gegen den FC Bayern, „das ist immer etwas Spezielles“.

„Wir können stolz sein“

Offenbar trifft Itten gerne gegen die ganz großen Vereine des europäischen Fußballs. In der Vorbereitung hatte er im Trikot der Glasgow Rangers die Torhüter von Real Madrid und dem FC Arsenal überwunden, „es war schön, gegen einen weiteren Hochkaräter zu treffen“, sagte er, „als Angreifer glaubt man immer daran, dass man Tore schießt, aber dass es gegen Bayern schwieriger ist, das ist auch klar. Dass es mir gelungen ist, dass wir uns als Team belohnt haben, hat mich sehr gefreut.“

Insgesamt könnten die Fürther „stolz sein auf unsere Leistung“, fand Itten. „Wir haben gekämpft, sind gesprintet und haben die Duelle gewonnen, wir haben den Bayern alles abverlangt. Die Art und Weise war sehr positiv.“ Seinem Trainer wollte er hinterher nicht böse sein, dass dieser ihn 76 Minuten lang auf der Bank gelassen hatte, auch wenn er natürlich gerne mehr gekämpft und gesprintet hätte. „Das Wichtigste ist immer die Mannschaft“, sagte Itten zurückhaltend. „Mein Ziel ist es, jede Minute zu nutzen, wenn ich reinkomme, und den Trainer zu überzeugen.“

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