Nielsen trifft zum 2:1

Zwei Punkte verloren: Das Kleeblatt gibt in Bielefeld den Sieg aus der Hand

Michael Fischer, Sportredakteur
Michael Fischer

Nürnberger Nachrichten

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16.1.2022, 19:33 Uhr
25 Sekunden nach seiner Einwechslung traf Havard Nielsen (links) zum 1:2. Jubeln durfte er am Ende aber nicht.

© Sportfoto Zink / Wolfgang Zink 25 Sekunden nach seiner Einwechslung traf Havard Nielsen (links) zum 1:2. Jubeln durfte er am Ende aber nicht.

Als sich das Kleeblatt und Arminia Bielefeld im August vergangenen Jahres trafen, da war das Spiel auch ein Neubeginn. Nach Monaten voller Einschränkungen, nach großen Spielen vor leeren Tribünen, durften an diesem 21. August 2021 zum ersten Mal wieder 5890 Menschen im Ronhof dabei sein. Sie sahen eine sehr dominant auftretende Spielvereinigung, die einen Rückstand aufholte und dem Sieg beim 1:1 im zweiten Durchgang nahe war.

So nahe, wie selten in dieser Bundesliga-Saison. Deshalb reisten die Fürther am Sonntagabend mit nur sechs Punkten aus 18 Spielen auf die Bielefelder Alm. Dort durften, in Zeiten von Geisterspielen, zumindest 750 Zuschauer dabei sein. Sie sahen zunächst eine Bielefelder Führung, die das Kleeblatt aber drehte - nach dem zwischenzeitlichen 2:1 aber sieben Minuten vor Schluss noch das 2:2 kassierte.

Rückstand nach acht Minuten

Das 0:0 gegen den VfB Stuttgart zuletzt hatte Fürths Trainer Stefan Leitl offenbar so gut gefallen, dass er acht Tage später denselben elf Spielern vertraute. Bereits nach 55 Sekunden erspielte sich Bielefeld die erste Ecke, auch danach wirkte das Kleeblatt zunächst etwas fahrig und kam nicht mit dem druckvollen Auftreten der Arminia zurecht.

Das 1:0 nach acht Minuten war folgerichtig. Das zuletzt so für seine Kompaktheit gelobte Fürther Mittelfeld störte den Spielaufbau der Bielefelder nicht energisch genug, ein halbhohes Anspiel leitete Florian Krüger direkt weiter zu Masaya Okugawa, der sich im Strafraum gegen gegen Luca Itter und Nick Viergever durchsetzte und den Ball dann an Burchert vorbei ins Tor kullern ließ.

Wie schon so oft in dieser Saison, vor allem zu Beginn, war der erste Schuss aufs Fürther Tor drin. Das Kleeblatt musste sich nach schwachem Start mitsamt Rückstand also schütteln, die Arminia tat der Spielvereinigung den Gefallen und zog sich ein bisschen zurück. Die Arminia störte nicht mehr so energisch und überließ den Fürthern den Ball - die wussten zunächst aber nicht so recht etwas damit anzufangen.

Ein Sinnbild war ein Angriff nach einer knappen halben Stunde. Als Timothy Tillman von links in den Strafraum zog, wartete er zu lange, versuchte noch einen Haken, ehe Amos Pieper den Ball blockte. Insgesamt waren die ersten 30 Minuten ein kleiner Rückschritt in vergessen geglaubte Zeiten, immer wieder bekam das Kleeblatt keinen rechten Zugriff im Mittelfeld. Daraus resultierten zwei Chancen für den Gegner, der diese aber nicht nutzen konnte. Krüger schoss aus 16 Metern über die Latte (32. Minute), einen Versuch von Alessandro Schöpf parierte Sascha Burchert (34).

Dann aber eroberte Tillman den Ball im Mittelfeld stark, Hrgota leitete ihn weiter zu Jamie Leweling, der anschließend zeigte, warum mehrere Bundesligisten längst ihre Fühler nach ihm ausgestreckt haben. Das Eigengewächs sprintete mit Ball am Fuß schneller als der Bielefelder Andres Andrade, blieb vor Stefan Ortega ganz entspannt und schob den Ball zum Ausgleich ins Tor (35.).

Das Kleeblatt hatte sich zurückgekämpft ins Spiel - und gewann mit jeder Minute neues Selbstbewusstsein. Das zeigte sich vor allem in der Anfangsphase des zweiten Durchgangs, in der die Fürther die Kontrolle übernahmen. Einen gut getretenen Freistoß von Tillman konnte Ortega gerade noch abwehren (52.), auf der anderen Seite probierte es Schöpf aus der Distanz (57.).

Bielefelds Trainer Frank Kramer brachte mit dem Ex-Nürnberger Robin Hack (für Wimmer) einen neuen Offensivspieler sowie Prietl für den gelb vorbelasteten Vasiliadis, kurz darauf wechselte auch Stefan Leitl zweimal. Für Itter und Dudziak kamen Jetro Willems und Havard Nielsen - die Neuen sorgten nur ein paar Sekunden später für das 1:2. Eine Hereingabe von Willems landete bei Seguin, dessen Flanke der zuletzt gescholtene Nielsen ins Tor köpfte (67.).

Der Führungstreffer ließ die Brust des Kleeblatts noch ein bisschen breiter werden, erst in der 78. Minute wurde Bielefeld nach einer Ecke wieder gefährlich. Doch dann gaben die Fürther den Sieg noch aus der Hand: Erst rannten sich Christiansen und Nielsen über den Haufen, einen Abpraller drosch der eingewechselte Gonzalo Castro zum 2:2 in den Winkel (83.). In den letzten zehn Minuten wollten beide Mannschaften den Sieg, am Ende aber teilten sie die Punkte. Wie schon im August 2021.

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