Von der Kreisliga in die Landesliga

Trainerabwerben zur Unzeit: SGV ist nicht begeistert von Waglers Plan

Foto: Eduard Weigert Datum: 27.3.19..Wolfgang Laass....Mitarbeiterportrait
Wolfgang Laaß

E-Mail zur Autorenseite

25.10.2021, 10:19 Uhr
Dirk Wagler befand sich mit der SGV Nürnberg-Fürth 1883 auf dem Weg in die Bezirksliga. Doch im Winter bricht er seine Zelte am Fernsehturm ab, der TSV Buch ruft.

Dirk Wagler befand sich mit der SGV Nürnberg-Fürth 1883 auf dem Weg in die Bezirksliga. Doch im Winter bricht er seine Zelte am Fernsehturm ab, der TSV Buch ruft. © Foto: Alexander Schlirf/Zink

Sportlich läuft es nach wie vor ausgezeichnet, auch wenn es zuletzt gegen Germania und bei Hajduk nur zwei 2:2 gab.


Fifa-Schiedsrichter Deniz Aytekin zu Besuch am Walberla


Also in den Spielen eins und zwei, nachdem die Mannschaft über Waglers Wechsel zu Landesligist TSV Buch informiert worden war.

Einen Zusammenhang möchte Abteilungsleister Stefan Johannsen nicht konstruieren, weil die Leistungen ja insgesamt in Ordnung gewesen seien. Gestern Nachmittag, im Heimspiel gegen den SV Poppenreuth, setzte es jedoch sogar eine 0:1-Niederlage.

In einer taktisch geprägten Partie fiel die Entscheidung zugunsten der Knoblauchsländer bereits im ersten Durchgang, als Adrian den Ball für den SVP in der gegnerischen Hälfte eroberte, dann den Ball zu Döll passte, der trocken aus 20 Metern verwandelte. In der zweiten Hälfte verteidigten zehn Poppenreuther das Ergebnis.

Kreisligist nur wegen der Quotientenregel

Am Saisonziel soll und wird sich nicht viel ändern. Mindestens Zweiter möchte die SG Viktoria Nürnberg-Fürth 1883 werden, wie in der abgebrochenen Spielzeit 2019/21, als lediglich die SpVgg Mögeldorf gen Bezirksliga Nord entschwand und die SGV 1883 in der Kreisliga bleiben musste. Die Quotientenregel machte es möglich und Wagler trotzdem einen guten Job.

Schon im Frühjahr 2019 hatten sie ihn zum Trainer der ersten Mannschaft befördert, ab Sommer war er es dann auch. "Im Verein habe ich einen guten Namen, den man mit Erfolg verbindet, was ich natürlich fortsetzen möchte", sagte Wagler, der zunächst im Nachwuchsbereich tätig war und 2016 die U 19 bis in die Bayernliga geführt hatte, danach aber eine Pause einlegte.

"Ich bin ein großer Fan von ihm, weil er seine Mannschaften super im Griff hat", sagte Abteilungsleiter Johannsen seinerzeit. Das sagt er auch jetzt, auch wenn sich die Wege Ende November trennen. Begeistert sind sie nicht bei der SGV 1883, dass ihnen der TSV Buch mitten in der Saison den Trainer abgeworben hat. "Ich habe dem Matt-hias Leibold am Telefon gesagt, was ich davon halte", betont Johannsen. Nämlich gar nichts.

Leibold ist Buchs Sportlicher Leiter, der nach Manuel Bergmüllers überraschendem Rücktritt Mitte September selbst auf die Suche gehen musste, mit Dirk Schaefer, dem Abteilungsleiter des FC Stein, zunächst aber nur eine Lösung bis zur Winterpause präsentierten konnte.

"Ein gewisser Schock"

Leibold könne durchaus nachvollziehen, wie sie sich bei der SGV 1883 gerade fühlen, was für Kollege Johannsen freilich nur ein schwacher Trost ist. Im Amateurbereich müsse eben jeder Verein erst mal auf sich schauen, "da versucht jeder, für sich das Beste herauszuholen". Notfalls auf Kosten eines anderen.

Die Entwicklung hat sie an der Regelsbacher Straße trotzdem kalt erwischt; eigentlich hatten sie laut Johannsen "fest geplant", mit Wagler langfristig weiterzumachen, aber mindestens bis zum Ende der aktuellen Kreisliga-Spielzeit. Deshalb sei es schon "ein gewisser Schock" gewesen, als sie von Waglers zeitnahem Abschied erfuhren.

Die Mannschaft sei nach der ersten Enttäuschung doch "relativ professionell" damit umgegangen, sagt Johannsen, der bereits etliche Gespräche geführt hat und eventuell schon in dieser Woche einen Nachfolger präsentieren möchte. Der Top-Bedingungen vorfinden wird und viele talentierte Fußballer mit einem großen Ziel.


Bis Wagler kommt: Dirk Schaefer vom FC Stein betreut den TSV Buch


Für Dirk Wagler sind es jetzt noch vier Abschiedsspiele, wenigstens der TSV Buch II bleibt ihm erspart. Mit 6:1 hatte die SGV 1883 bereits Anfang Oktober im Knoblauchsland triumphiert. Es war der zunächst letzte Sieg vor Trainer Waglers Zusage beim TSV Buch I.

SG Viktoria Nürnberg-Fürth 1883 - SV Fürth Poppenreuth 0:1 (0:0) / Poppenreuth: Scholz, Lissner, Adrian, Sebastian Döll, Kronenberg, Russo (65. Pasieka), Dominik Döll, Kruschinski (72. Daller), Köhler, Häunke, Kotz / Tor: 0:1 Dominik Döll (27.) / Gelb-Rot: Kotz (Poppenreuth, 74.).

Keine Kommentare