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Transfer-Coup! Flensburger Jeppsson kommt zum HC Erlangen

Schwede könnte mit dem Wechsel seine und die Probleme des HCE lösen - 10.01.2020 10:52 Uhr

Simon Jeppsson: Möchte nach seinem Wechsel im Sommer von der SG Flensburg-Handewitt nach Erlangen mit dem HCE Erfolge feiern.

10.01.2020 © Guido Kirchner, dpa


Ende September war es soweit: Die Hölle Nord, 6700 Fans, skandierten seinen Namen. "Das hat mich sehr berührt", sagte Simon Jeppsson nach Spielschluss, dem 30:22-Heimsieg über DHfK Leipzig. Es war so etwas wie ein kleiner Ritterschlag für den 24 Jahre jungen Schweden, dem sechs Tore aus dem Rückraum gelungen waren und der zudem als "Indianer" der 5-1-Deckung der SG Flensburg-Handewitt immer wieder viel Sand ins Angriffsgetriebe der Gäste gestreut hatte.

Sein aufopferungsvoller Auftritt und vor allem seine Wurfgewalt hatte die Fans des Deutschen Meisters der vergangenen beiden Jahre begeistert. Zum ersten Mal so richtig, seitdem der hochveranlagte Nationalspieler 2017 aus seiner Heimat in die Bundesliga wechselte. Dort sitzt er aber beim Spitzenteam zumeist auf der Bank, ist die Nummer zwei hinter Gøran Johannessen auf Halblinks. Immer wieder ließ der 2,03-Meter-Mann zwar sein Können schon aufblitzen - vor allem im Angriff in Spielstärke und Treffsicherheit - "unter dem Strich fehlt Jeppsson aber die Konstanz für einen Verein mit Anforderungen wie die SG sie hat", urteilten die Flensburger Nachrichten zum Jahresende.


Verpokert? HCE steht nur noch mit einem Keeper da


So sieht das auch Trainer Maik Machulla: "Wenn Simon weiterkommen will, kann es nicht in seinem Interesse sein, zu bleiben", sagte er der Zeitung. Mit Lasse Möller und Mads Mensah Larsen kommt zudem starke Konkurrenz nach der Saison an die Förde. "Es ist eine schwierige Situation für mich. Ich habe persönliche Ziele und die lauten nicht, auf der Bank zu sitzen, sondern 40 bis 45 Minuten zu spielen", so Simon Jeppsson im April.

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Erlangen sucht - Jeppsson kann

Dazu hat er bald beim HC Erlangen Gelegenheit: Der fränkische Handball-Bundesligist sucht noch eine hochgewachsene, wurfgewaltige Verstärkung auf Halblinks. Dort ist die offensive Stärke von Nikolai Link zuletzt auch aufgrund von Verletzungen ins Stocken geraten. Mit Quentin Minel hat Trainer Adalsteinn Eyjolfsson vor allem spielerisch Unterstützung gefunden - der Neuzugang aus Frankreich misst aber nur 1,85 Meter und kann nicht über die Deckung werfen. Wie auf der gegenüberliegenden Seite im Rückraum, wo mit Sime Ivic und dem 2,07 Meter großen Antonio Metzner Spielstärke und Wurfgewalt vereint sind, wäre Simon Jeppsson eine ideale Ergänzung. Zumal Nikolai Link als fester Bestandteil des Innenblocks immer wieder Ruhepausen im Angriff benötigt.


Handball-EM: Das muss man als Fan wissen


Simon Jeppsson, der derzeit bei der Handball-Europameisterschaft für Schweden im Einsatz ist, ist sich mit dem HCE bereits einig. Dies bestätigte der HC Erlangen. Die Verpflichtung wurde am Freitag bekanntgegeben. "Wir haben frühzeitig, schon vor Monaten, die Gespräche mit Simon aufgenommen und sind sehr froh, dass wir ihn, trotz zahlreicher anderen Interessenten, von uns überzeugen konnten", freut sich Kevin Schmidt, der sportliche Leiter der Erlanger, auf den Transfer. Jeppsson habe großes Potenzial, welches weiter ausgeschöpft werden müsse.

Mit Jeppsson konnten die Erlanger einen Spieler für sich gewinnen, der mit seinen 24 Jahren mit der SG Flensburg-Handewitt bereits zweimal Deutscher Meister (2018 und 2019) und mit Schweden im Jahr 2018 Vizeeuropameister wurde. Der Rückraumlinke verfügt somit über reichlich Erfahrung, auch auf internationalem Parkett. Seine Karriere begann der Schwede beim schwedischen Topklub Lugi HF.

Bei der Europameisterschaft, die für Simon Jeppsson eine Heim-EM ist (Schweden ist einer der drei Gastgeber), trifft der Neu-Erlanger auf einen weiteren Neuzugang des HCE. Am Sonntag (12.01. - 18.15 Uhr - Livestream von sportdeutschland.tv) spielt Schwede gegen Slowenien - mit Klemen Ferlin, der im Sommer von RK Celje Pivovarna Lasko in die Hugenottenstadt wechselt.

chb, end

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