Trotz Tor: Schäffler befreit sich beim FCN nur halb

6.4.2021, 05:55 Uhr
Vergab die Entscheidung gegen Paderborn: FCN-Angreifer Manuel Schäffler.

Vergab die Entscheidung gegen Paderborn: FCN-Angreifer Manuel Schäffler. © Sportfoto Zink / Daniel Marr, Sportfoto Zink / Daniel Marr

Dabei war es zunächst Schäffler, der nach 37 Minuten und einer Maßflanke von Enrico Valentini dafür sorgte, dass man auf Seiten des FCN ob der vor der Partie arg angespannten Tabellenkonstellation zunächst durchschnaufen durfte. Schäffler bewegte sich in jener Situation clever im Rücken seines Gegenspielers, nahm rechtzeitig Blickkontakt mit Valentini auf und vollendete nach einem beherzten Antritt schließlich gekonnt per Kopf aus sieben Metern gegen die Laufrichtung von Paderborn-Keeper Zingerle. "Wir hatten in deren Drittel viele Ballgewinne, wodurch wir die Bälle schnell in die Box bekommen haben und da auch gefährlich wurden", lobte Schäffler das Angriffsspiel des FCN.

Endlich, dürfte sich Schäffler zudem gedacht haben, fand eine Hereingabe von der Außenbahn mal seine Stirn und nicht die eines Gegenspielers. Fehlende Zuspiele waren schließlich in den Wochen und Monaten zuvor durchaus ein Grund, warum Schäffler zwischenzeitlich sechs Spiele ohne Treffer geblieben war – alleinverantwortlich dafür aber waren sie nicht.

Ähnlich wie ein Großteil seiner Kollegen steckte der 32-Jährige lange in einem Formtief. Vieles wirkte verkrampft, Schäffler hing im Sturmzentrum meist in der Luft oder fand gar nicht erst ins Spiel. Er diente oft nur als Prellbock in vorderster Front, hohe Zuspiele musste Schäffler öfter verarbeiten als flache. Auch im Torabschluss blieb Schäffler lange glücklos, zum Teil klarste Chancen ließ der eigentlich eiskalte Sturmtank ungenutzt.

Raus aus der Torkrise?

Gegen Osnabrück meldete sich der gebürtige Fürstenfeldbrucker erstmals wieder auf der Torschützenliste zurück – ein erster Schritt aus dem Leistungsloch war getan. Es folgte ein unauffälliger Auftritt in Fürth, ehe es am Sonntag gegen Paderborn endgültig hätte vorbei sein können mit der Torkrise.


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Das wusste wohl auch Schäffler selbst und so schnappte er sich in der 60. Minute die Kugel nach einem zuvor selbst herausgeholten Handelfmeter. Sichtlich entschlossen trat er an, doch war spätestens im Moment des Schusses nicht mehr viel von dieser Entschlossenheit übrig. Heraus kam eine Rückgabe, die Zingerle nach langem Stehenbleiben letztlich ohne Mühe zur Seite abwehren konnte. Ähnlich wie bei seinem Elfmeter in der Hinrunde gegen Düsseldorf, der keineswegs besser geschossen war, entschied sich Schäffler für einen unplatzierten Flachschuss ins rechte Eck. Doch hatte er diesmal Pech, dass der Torhüter sich nicht verladen ließ.

Um den FCN erneut in Führung zu bringen, musste also jemand anderes treffen, was Tom Krauß 15 Minuten später recht sehenswert gelang. Schäfflers Fehlschuss blieb somit ohne Konsequenzen, dennoch hätte er für eine deutlich ruhigere Schlussphase aus Sicht des FCN sorgen können. Freigespielt vom eingewechselten Nikola Dovedan stand Schäffler in Minute 82 plötzlich frei vor Zingerle. Er umkurvte ihn, vergab aber dann aus leicht spitzem Winkel und mit seinem schwächeren linken Fuß kläglich.

Die totale Leichtigkeit, die Schäffler noch zu Beginn der Saison auf den Platz brachte, hat er also noch nicht zurück. Dennoch ist der im Sommer verpflichtete Torjäger mittlerweile wieder besser eingebunden in die Angriffe des Altmeisters. "Wir wachsen als Mannschaft immer mehr zusammen", erkennt Schäffler an. Gegen Würzburg wird es nun einmal mehr darauf ankommen, wie konsequent Schäffler und der FCN Torchancen verwerten kann. Wie es gegen die Kickers am besten geht, hat der Club-Angreifer im Hinspiel bereits bewiesen.

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