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Viel FCN, wenig Freizeit: Besong arbeitet an seinem Comeback

Die Regeneration verläuft nach Plan - 21.07.2020 12:51 Uhr

In Donaustauf unterzieht sich Paul-Philipp Besong aktuell vielen Behandlungen und absolviert Trainingseinheiten, um gegen Ende des Jahres wieder fit zu sein.

21.07.2020 © Sportfoto Zink / DaMa


Endlich wieder Training, endlich wieder Zweikämpfe. Doch gerade letzteres, auf das sich alle nach acht Wochen ohne wirkliches Fußballtraining aufgrund der Corona-Krise gefreut hatten, sollte Paul-Philipp Besong zum Verhängnis werden. Bisher hatte der 19-Jährige, der im Sommer 2019 aus der U19 des BVB zum Club gekommen war, sich noch nicht bei den Profis beweisen können, trainierte aber von Beginn an bei der Zweitliga-Mannschaft des 1. FC Nürnberg mit.

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In dieser erst zweiten Einheit nach der Corona-Unterbrechung Anfang Mai verdrehte sich der Youngster in einem eben so sehnsüchtig erwarteten Zweikampf das Knie, die MRT-Untersuchung noch am selben Tag ergab das, was kein Sportlerin und kein Sportler, aber vor allem keine Fußballerinnen und Fußballer hören wollen: Kreuzbandriss. Damit war klar, dass Besong auch in der nach der Corona-Pause fortgesetzten Rückrunde nicht zum Einsatz kommen würde.

Viel gelernt - und zum Zuschauen verdammt

Dabei hatte er sich bereits "definitiv sehr weiterentwickelt" und die Unterschiede zwischen Jugend- und Profifußball kennengelernt. "Das Tempo ist viel höher. Manche Abläufe, die in der Jugend geklappt hätten, klappen hier nicht mehr", sagt er im Interview auf der vereinseigenen Homepage. Im Trainingslager in Marbella war er auch dabei und kam im Testspiel gegen ZSKA Sofia auch zum Einsatz. In der letzten Minute holte der Mittelstürmer einen Elfmeter heraus, den Johannes Geis zum 5:0-Endstand verwandelte, und zeigte mit seinem wuchtigen Eindringen in den Strafraum sein Potenzial im Sturmzentrum.

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Der 19-Jährige sieht seine "Stärken im Dribbling und meiner Schnelligkeit, immer mit dem Gesicht zum Tor", aber auch "Bälle festmachen" kann er. Doch Besong ist auch selbstkritisch und sieht noch viel Arbeit vor sich: "Als junger Spieler habe ich definitiv Schwächen, an denen ich viel arbeiten muss. Manchmal verliere ich noch zu leichtfertig den Ball und habe auch noch nicht die Ruhe vor dem Tor wie erfahrene Stürmer." Im Training vor seiner Verletzung konnte er von seinen Offensivkollegen bereits einiges lernen, auch weil er genau hingeschaut hat, vor allem natürlich bei den Stürmern: "Wie bewegen sie sich? Welche Laufwege machen sie? Da habe ich vorher manche Dinge eher unbewusst gemacht."

Statt sich verbessern und langsam bei den Profis reinschnuppern zu können, musste der Mittelstürmer also erstmal pausieren und den Relegations-Wahnsinn vor dem Fernseher miterleben. "Als Ingolstadt plötzlich 3:0 geführt hat, war das natürlich ein Schock", berichtet er, "In den letzten Minuten wurde ich extrem nervös. Beim Tor bin ich dann ausgeflippt vor Freude und in der Wohnung herumgesprungen, so wie die Mannschaft das auf dem Platz gemacht hat." Seinen Hut zieht er trotz der überschaubaren Leistung in der Partie und der enttäuschenden Saison vor der Mannschaft: "Nach einer schweren Saison, mit dem Rücken zur Wand, nochmal zurückzuschlagen – das zeigt auch den Charakter der Mannschaft."

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Wann es bei ihm selbst wieder losgehen wird, kann er noch schlecht beantworten: "Ich habe mir ungefähr den Spätherbst oder Winter vorgestellt, aber ich will auf keinen Fall etwas überstürzen. So eine Verletzung muss man vernünftig auskurieren." Seit rund zwei Monaten ist er nun in der Reha und arbeitet an seinem Comeback: "Man sagt mir, dass ich sehr gut im Plan bin. Ich habe keinerlei Schmerzen und kann auch schon viele Übungen ausführen, die man eigentlich etwas zurückgestellt hätte oder die man erst später mit mir durchgeführt hätte. Es läuft echt gut, muss ich sagen."

Familie als Anker und wenig Freizeit

Erfahrung mit schweren Verletzungen hat der 19-Jährige bereits und "weiß damit umzugehen". Vor allem Negativität kann dem Heilungsprozess hinderlich sein, wichtig ist in einer solchen nicht nur physisch sondern auch psychisch schweren Phase dabei die Unterstützung seiner Familie, die ein "Anker" für ihn ist. "Meine Familie hat mir Rückhalt gegeben und mir deutlich gemacht, dass es nichts bringt, sich Druck zu machen."

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Es ist das erste Mal, dass Besong von zu Hause fort ist, "und dann auch noch so weit weg". Umso besser war es, dass er bei der Eingewöhnung in Nürnberg keine Probleme hatte: "Jeder war extrem nett und hilfreich, falls ich mal irgendwas brauchte. So ist mir die Eingewöhnung schnell gelungen. Ich fühle mich echt wohl."

Obwohl der Mittelstürmer noch nicht zu weit nach vorne schauen will, hofft er auf seine Spielanteile in Nürnberg, "wenn ich wieder fit bin und gut trainiere". Bis dahin liegt der Fokus darauf, die Verletzung komplett auszukurieren, bevor er "dann im neuen Jahr wieder richtig angreifen" will. Dafür arbeitet er meist von 9 bis 17 Uhr - von Behandlungen bis Trainingseinheiten ist alles dabei. "Viel Freizeit habe ich momentan nicht."

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ako

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