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"Vision BBL": Nürnberg Falcons planen für die Bundesliga

Der Tabellenletzte der zweiten Liga spricht von der ersten. Wie geht das? - 16.03.2021 06:00 Uhr

Bereit zum Abflug: Die Falcons um Manuel Feuerpfeil (rechts) haben einiges vor.

11.03.2021 © Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink


Natürlich kann auch Ralph Junge die Tabelle lesen. Nach 20 Spieltagen sind seine Falcons Tabellenletzter der zweiten Bundesliga, dreimal haben sie erst gewonnen in dieser Saison. In einer Zeit, in der sie die menschenleeren Hallen fast immer als Verlierer verlassen, verschickte der Verein kürzlich eine Pressemitteilung. Von einer "Vision BBL" war da die Rede, das erklärte Ziel ist, dass "der Sprung ins Oberhaus mittelfristig gelingen kann und in Nürnberg endlich wieder Erstliga-Basketball gespielt wird".

Der Letzte spricht vom Aufstieg? Ralph Junge weiß, dass mancher so denken wird, es ist für ihn aber eine verkürzte Denkweise. "Vor zwei Jahren sind wir sportlich aufgestiegen", sagt der Trainer und Geschäftsführer. Die laufende Saison, in der seine Mannschaft wegen etlicher Corona-Fälle monatelang pausieren musste und deshalb jetzt ständig Nachholspiele absolvieren muss, sei einfach "anders und nicht bewertbar".

Erinnerungen an 2019

Tatsächlich ist es noch gar nicht so lange her, dass strahlende Basketballspieler im Eventpalast am Flughafen Bier verspritzten, mit den Fans durch das Foyer hüpften und gemeinsam den größten Erfolg in der noch jungen Geschichte der Nürnberg Falcons feierten. Mit einem Sieg gegen Heidelberg hatten sie sich Ende April 2019 als Teilnehmer des Playoffs-Finales für die Basketball Bundesliga (BBL) qualifiziert – eine Lizenz bekam der sportliche Aufsteiger aber nicht, weil er keine adäquate Spielstätte vorweisen konnte.

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Eine solche gibt es mittlerweile in Nürnberg, sie ist in den vergangenen Monaten am Tillypark in die Höhe gewachsen. Mit dieser neuen Halle verbinden sie bei den Falcons große Hoffnungen – mittelfristig soll dort nicht mehr Zweit-, sondern Erstliga-Basketball gespielt werden. "Dieses Ziel habe ich mir schon gesetzt, als ich nach Nürnberg gekommen bin", sagt Ralph Junge.

Kooperation mit werk:B

In den fast sieben Jahren als Trainer-Geschäftsführer-Kaderplaner hat er vom Ausstieg des Hauptsponsors über den Wiederaufbau bis zum sportlichen Aufstieg ohne Happyend schon sehr viel erlebt. Um den Traum endlich zu verwirklichen, kooperieren die Falcons künftig noch stärker mit der Eventagentur werk:b, die ihr Team deshalb derzeit ausbaut und "künftig die komplette Vermarktung ebenso wie die Bereiche Spieltagsplanung, Catering und Hospitality" übernehmen soll. "Wir müssen einige Schritte nach vorne gehen, um konkurrenzfähig zu sein", sagt Junge, "es ist gerade im Hinblick auf das Budget aber noch viel zu tun."

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Über die vielen sportlichen Konkurrenten in der Region, die ebenfalls um Sponsoren werben, will Ralph Junge nicht klagen. "Es gibt so viele Unternehmen, die sich noch nicht engagieren", sagt er. "Es geht darum zu verstehen, wieviel es wert ist, Spitzensport und Kultur in der Stadt zu haben. Nürnberg muss aufwachen und aufpassen, dass da nicht viel Lebensqualität verloren geht."

Neuer Trainer oder Geschäftsführer?

Eine weitere Spielzeit mit Ralph Junge als alleinverantwortlichen Macher wird es jedenfalls nicht geben. Ob bald ein neuer Geschäftsführer oder Trainer kommt, will der 51-Jährige noch nicht verraten. Zur kommenden Spielzeit wird es darüberhinaus "im Kader schon Veränderungen" geben, auch wenn Junge in Erinnerung ruft, dass auch viele Spieler aus der derzeit strauchelnden Mannschaft im Aufstiegsjahr zu den Leistungsträgern zählten.

Sie wissen also, wie sich ein Aufstieg anfühlt. In der Gegenwart versuchen sie sich am Mittwoch (19.30 Uhr/www.sportdeutschland.tv) gegen Tübingen am vierten Saisonsieg.

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