Vorbereitungsfinisher! Lohkemper weiß, wie’s beim FCN geht

14.8.2020, 08:21 Uhr
Vorwärtsdrang! Felix Lohkemper kann - den Nachweis führt er in Vorbereitungsspielen - wertvoll sein für den Club.

Vorwärtsdrang! Felix Lohkemper kann - den Nachweis führt er in Vorbereitungsspielen - wertvoll sein für den Club. © Sportfoto Zink/DaMa

Schnell geht’s nach vorne: Celebi, Singh, der Club-Express rollt über links. In der 20. Minute, beim ersten Vorbereitungsspiel des FCN, dessen neuer Trainer genau dieses flott nach vorne gerichtete Spiel sehen will von dem in der vergangenen Saison weit hinten im Zweitliga-Klassement notiertem Vorzeigeverein.

Der Club-Konter? Läuft weiter. Vertikal, am Kaulbachweg, dem Trainingsareal des Jahn, auf dem es gleich scheppert. Bayern-Leihgabe Singh setzt Relegationsheld Schleusener ein. Und der nach einer Drehung Felix Lohkemper, mit einem öffnenden Diagonalball. Den Hessen - der als Youngster beim VfB Stuttgart früher, wie man auch bei Duellen mit der Club-Jugend beobachten konnte, gleichauf oder schneller sprintete als ein gewisser Timo Werner. Der FCN-Angreifer, der gleichauf oder fast besser traf als Deutschlands, nun für Chelsea stürmender, Hochgeschwindigkeitsfußballer, nimmt den Ball perfekt mit. Lohkemper treibt das Spielgerät nach vorne. Narrt im Strafraum mit einer Finte einen Regensburger, lässt diesen mit einem Rechtsfuß-Tick ins Leere rutschen und vollstreckt mit dem anderen, dem linken Fuß überlegt ins linke Eck.

Dreierpack, Fünferpack - und dann Liga

Nürnbergs erstes Pre-Season-Tor: Stark gemacht, aus Lohkemper-Sicht - bei entsprechenden Wettkampfsimulationen - aber nicht sonderlich überraschend. Der 25-Jährige kann Vorbereitung und er kann Testspiele. Im letzten Sommer markierte Felix Lohkemper, der Stirnbandträger und gebürtiger Wetzlaer, in Lichtenfels zwar nicht den ersten Club-Treffer - in dem, von Damir Canadi angeleiteten Aufgalopp des als Aufstiegsaspirant in die Spielzeit startenden und diese als Fast-Absteiger abschließenden Altmeisters. Dafür dann aber drei Buden in 17 Minuten in Ammerthal - und fünf in 22 Minuten in Landshut. Als sich der Keller-Klub im winterlich-sommerlichen Marbella Ende Januar auf die Restsaison vorbereitete, traf Lohkemper beim knackigen 5:0 auch - doppelt, gegen Sofia. Im Wissen darum also, wo des Gegners Kiste steht.

Im Liga-Betrieb klappte das mit dem Klappern-Lassen bei Deutschlands ehemaligem Juniorennationalspieler indes nicht so gut. Gar nicht, um genau zu sein. Der aus Magdeburg zum Club gewechselte Konterstürmer erzielte bei 14 Einsätzen in der zurückliegenden Saison keinen Treffer. Weil er in Aue einen Elfmeter herausholte statt selbst zu knipsen, weil ein Abseitstor in Bochum ein Abseitstor war, er als werdender Vater vor dem Re-Start auf St. Pauli aus dem Teamhotel abreiste und so weiter.

... wenn der Club-Express rollt

Ein Felix Lohkemper ist - auch wegen Defiziten in der Rückwärtsbewegung - ein Spieler, der nicht immer zum Matchplan passt. Ein Spieler, der bei einem speziellen Matchplan oder in speziellen Situationen aufgrund seiner Schnelligkeit, Finesse und seiner Abschlussqualitäten aber wertvoll sein wird. Wenn - so die Vorgabe - das besser klappt mit dem Flott-nach-vorne-Spielen als unter Damir Canadi meist in der Punkterunde. Wie von Robert Klauß auch beabsichtigt und in Regensburg bereits gezeigt. Wenn es schnell und präzise nach vorne geht, wenn der Club-Express rollt. Vielleicht schon wieder gegen Augsburg. Am Samstag. Beim nächsten Test des 1. FC Nürnberg in der Noris (Spielbericht auf nordbayern.de).

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