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Wehen Wiesbaden im Check: Auf dieses Team trifft der Club

Der Hoffnungsträger der Hessen spielt im Angriff - 2008/2009: ein Omen? - 29.11.2019 07:51 Uhr

Daumen hoch! Wiesbadens Manuel Schäffler weiß, wo das Tor steht. ©  Thomas Frey (dpa)


So ist die Lage: Nachdem der über die Relegation gegen den FC Ingolstadt 04 (1:2, 3:2) geglückte Zweitligaaufstieg ausgiebig zelebriert worden war, folgte prompt die sportliche Ernüchterung. Der erste Sieg wollte dem Team von Trainer Rüdiger Rehm erst am achten Spieltag zu Hause gegen den VfL Osnabrück (2:0) gelingen. Von da an schien man sich zu stabilisieren. Mit einem 2:1-Erfolg beim klar favorisierten Tabellenführer VfB Stuttgart gelang eine faustdicke Überraschung. Es folgten zwei Nullnummern gegen Heidenheim und in Sandhausen.

 

 

Knöll-Effekt und Platz 18  

Auch der Punktgewinn beim Hamburger SV durch den späten Ausgleichstreffer des vom 1. FC Nürnberg ausgeliehenen Törles Knöll machte Hoffnung. Doch Niederlagen in Dresden (0:1) und das 3:6-Torspektakel gegen Holstein Kiel warfen Wehen Wiesbaden wieder auf den letzten Tabellenplatz zurück.

Top & Flop: Mit 32 Gegentoren stellen die Hessen die schlechteste Abwehr der Liga. Im Schnitt kassieren sie 2,3 Gegentore pro Spiel. Gelingt es einmal, wie gegen Heidenheim und Sandhausen hinten die Null zu halten, steht sie auch vorne. "Uns fehlt die Balance zwischen der Offensive und der Defensive. Da müssen wir einfach konstanter werden", fordert Sportchef Christian Hock.

Er trifft alle 113 Spielminuten

Im Fokus: Der Angreifer Manuel Schäffler. Er hält die Hoffnungen der Hessen auf den Klassenerhalt überhaupt noch am Leben. Statistisch betrachtet trifft der 30-Jährige alle 113 Spielminuten. Zehn Mal ist ihm ein Torerfolg in dieser Saison schon gelungen. Die übrigen sieben Treffer verteilen sich auf fünf Schützen.

 Die Bilanz: Seine erste und bis dato einzige Spielzeit in der Zweiten Bundesliga erlebte Wehen Wiesbaden 2008/09, in der auch der Club mal wieder Zweitliga-Luft atmetet. Im Hinspiel am 14. September brachte man ihn sogar an den Rand einer Niederlage. Die 2:0-Halbzeitführung konnten Marek Mintal (56.) und Angelos Charisteas (90.+3) gerade noch egalisieren. Im Rückspiel in Nürnberg jubelte der Club: Den 1:0-Siegtreffer erzielte Christian Eigler - aus klarer Abseitsposition.Während Wehen Wiesbaden am Saisonende abgeschlagen wieder abstieg, gelang dem 1. FC Nürnberg unter Trainer Michael Oenning über die Relegation der Bundesliga-Aufstieg. Ein Omen? 

Eine Nürnberger Dependace 

Man kennt sich: Wie Knöll wurde auch Jakov Medic von Nürnberg an Wehen Wiesbaden - für maximal zwei Jahre - zu Saisonbeginn verliehen. Beim Club kam er über regelmäßige Einsätze in der Regionalliga nicht hinaus. "Wir glauben, dass ihm die Zeit in Wiesbaden helfen und ihn weiterbringen wird", sagte FCN-Sportvorstand Robert Palikuca, der zuvor den Kontrakt des kroatischen Defensivspielers bis 2022 verlängert hatte. Auch an Maximilian Dittgen wird man sich erinnern: Er kam 2015 auf sechs Zweitliga-Kurzeinsätze für den Club. Mit Patrick Schönfeld und Cedric Euschen sammelten zwei weitere SVWW-Akteure Erfahrungen in Nürnberger Nachwuchsteams. Auf Seiten des FCN hat der verletzte Torhüter Patric Klandt zwei Jahre bei den Hessen in der Vita stehen.

Und sonst so? Ein Präzedenzfall: Weil Wehen Wiesbaden der Führungstreffer in der Partie gegen Dynamo Dresden per Videoentscheid wieder aberkannt wurde, obwohl Dresden durch eine Fehlentscheidung zuvor begünstigt worden war, legte der Verein Protest gegen die Spielwertung von 0:1 ein."Dadurch, dass übersehen wurde, dass der Ball im Toraus war, hatten ja zunächst nicht wir einen Vorteil, sondern Dynamo", argumentiert Nico Schäfer, Geschäftsführer der Hessen. Der 51-Jährige sieht durch diese Korrektur "einen Widerspruch zum Geist der Regel. Zudem ist das für mich ganz klar eine neue Spielsituation." Aussicht auf Erfolg wird keine eingeräumt. 

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Vier Fünfer und Dornebusch: Der FCN in der Derby-Einzelkritik

Nürnbergs Lieblingsclub erkämpft sich im Nachbarschaftsduell mit Fürth einen Punkt. Spät hat er sogar die exzellente Gelegenheit, das 265. Frankenderby im Ronhof für sich zu entscheiden. Der Debütant zwischen den Club-Pfosten macht eine gute Figur, das gilt aber nicht für alle FCN-Protagonisten. Hier kommen die Einzelkritiken und Noten von NZ-Sportredakteur Uli Digmayer.


 

Stefan Jablonka

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